Sri Lanka Teekultur


Die Top 3 der weltweit größten Teeproduzenten sind China, Indien und Kenia. Gleich danach kommt allerdings bereits Sri Lanka, das beeindruckende Land, das im indischen Ozean liegt. Es kann eine stolze Summe von etwa 318.00 Tonnen Tee jährlich aufweisen, bei der Größe dieses Landes eine Respekt einflößende Menge. Die Hälfte davon etwa fließt in den Export. Nachvollziehbar, dass solch ein bedeutendes Teeland auch seine eigene Teekultur vorzuweisen hat. Wenngleich diese auch sehr von der englischen Teekultur beeinflusst ist, was aber ebenfalls nur eine logische Konsequenz der Geschichte ist. Nachdem bereits die Portugiesen und Holländer Sri Lanka erobert hatten, folgten ihnen schließlich die Briten. Und sie haben das kleine Land bis heute nachhaltig beeinflusst. Angefangen bei der Sprache und dem Linksverkehr bis hin zur große Liebe zum Tee.

Sri Lanka Teekultur

Geschichte der Zeremonie: Varianten der Zubereitung des Tees

Geht es um Tee und Sri Lanka, kommt man nicht umhin, auch Großbritannien im selben Atemzug zu nennen. Schließlich war es der Schotte James Taylor, der 1870 den Tee erst von Indien überhaupt nach Sri Lanka brachte. Der Beginn einer Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält. Wohl auch ein Grund, warum der Tee den Namenswechsel des Landes unverändert überstanden hat und auch heute noch „Ceylon-Tee“ heißt. Davon abgesehen erfüllt es natürlich jeden Teebauern Sri Lankas mit Stolz zu wissen, dass im britischen Königshaus nach wie vor liebend gerne Ceylon-Tee getrunken wird. Dies kommt quasi der höchsten Auszeichnung für einen Teeproduzenten gleich.

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Trotz all der Verbundenheit zu Großbritannien, trinken die Bewohner Sri Lankas, ihren Ceylon-Tee aber am liebsten weder mit Milch und Zucker, sie bevorzugen den puren Geschmack. Geben sie doch einmal Milch dazu, ist es wichtig, dass diese ebenfalls angewärmt wurde und nicht kalt zum Tee gegeben wird. Die einfache Landbevölkerung dagegen kann sich den hochwertigen und deshalb auch entsprechend teuren Ceylon-Tee wenn überhaupt, nur selten leisten. Sie trinken deshalb meist Ingwer-Tee. Dieser Tee wird von den menschen denkbar einfach zubereitet. Ein Stück Ingwer, nicht dicker als 1 cm, wird geschält und in eine Tasse gegeben. Diese wird mit kochendem Wasser aufgefüllt. Der Ingwer sollte dann etwa 5 Minuten ziehen. Anschließend wird der Geschmack mit Honig und Zitrone abgerundet.

Der Ablauf der Teezeremonie

Auch auf der Insel in Sri Lanka, Hauptstadt Colombo, wird Tee gerne einem Gast gereicht, um ihn willkommen zu heißen. Aber auch feierliche Anlässe, die nachmittägliche Teestunde, geselliges Beisammensein oder auch einfach nur das Frühstück sind gerne genommene Anlässe, um eine Tasse Tee zu trinken. So verwundert es nicht, dass in Sri Lanka etwa drei Tassen Tee pro Tag und Kopf getrunken werden. Dabei war sicher ein weiteres Mal Großbritannien Vorbild, für gemütliche, gemeinsame Stunden am Nachmittag bei Tee und Gebäck oder kleinen Snacks. Wobei dies ebenfalls wiederum nur die höheren und wohlhabenderen Schichten Sri Lankas betrifft. Abgesehen davon, dass sie die einfache Landbevölkerung Sri Lankas den Luxus einer regelmäßigen Tea Time gar nicht leisten kann, viele sind doch auch froh, ihre kulturelle Unabhängigkeit und Individualität gegenüber den Engländern belegen zu können. Dies ändert jedoch nichts daran, dass beispielsweise auch hier ein Gast gerne mit einer Tasse begrüßt wird.

Teegeschirr und Zubehör

Wie bei den Fragen welcher Tee und in welchem Umfeld getrunken wird, so spiegelt sich auch bei der Antwort auf die Frage nach dem Teegeschirr sehr stark die gesellschaftliche Position wider. Je wohlhabender ein Haushalt, desto edler und teurer wird das Teegeschirr sein, selbstverständlich mindestens nach britischen Abbild gefertigt, wenn nicht gar von dort importiert. Die weniger reichen Bewohner Sri Lankas genießen ihren Tee in einfacheren und schlichteren Tassen allerdings nicht weniger.

Bedeutung der Teezeremonie

Man könnte etwas vorschnell urteilen und behaupten die Bevölkerung Sri Lankas hätte sich von der ehemaligen Besetzungsmacht Großbritannien bis heute einen Stempel aufdrücken lassen, würde die große Macht aus Europa ohne zu hinterfragen imitieren und hätte dadurch seine eigene kulturelle Identität verloren. Genauer betrachtet muss man allerdings zugeben, dass dies nur ein Teil der Wahrheit ist. Sicher würde in Sri Lanka ohne Großbritannien niemand Ceylon-Tee trinken. Aber ebenso wenig würde dies überhaupt irgendjemand auf dieser Welt tun. Denn Fakt ist nun mal, dass Sri Lanka vor einer landwirtschaftlichen Katastrophe stand, als Schädlinge nahezu alle Kaffee-Pflanzen vernichteten.

Und Fakt ist nun mal auch, dass es die Briten waren, mit deren Unterstützung es den Bauern Sri Lankas gelang, statt Kaffee nun Tee anzubauen und dies auch äußerst erfolgreich. Ebenso darf man keineswegs außer Acht lassen, welch eine enorme Bedeutung der Tee und das Geld, dass damit verdient wird, bis zum heutigen Tage unverändert für Sri Lanka und seine Bevölkerung haben. Kaum vorstellbar, welche Konsequenzen es haben würde, würden diese Einnahmen künftig ausbleiben. Das Land stände sicher vor einer enormen Katastrophe.

Nun wäre es aber äußerst verwunderlich, wenn in Sri Lanka so viel Tee angebaut und produziert, aber nicht getrunken werden würde. Selbstverständlich wird der Tee von den Menschen in seiner Heimat getrunken und wenn dies nun mal auf eine sehr ähnliche Weise passiert, wie in Großbritannien, dann zeigt das, wie verbunden sich beide Länder dank des Tees immer noch sind. Dies bedeutet also keineswegs einen Verlust der eigenen Identität.

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Bildnachweis: Sri Lanka Teekultur – © Jörg Hackemann – Fotolia.com

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