Inhaltsstoffe
Bei den Inhaltsstoffen trifft man zunächst auf die ätherischen Öle. Bitter- und Gerbstoffe sind inzwischen ebenso ganz selbstverständliche Begriffe, wie Flavonoide und Harze. Inulin und Enzyme lesen sich auch das ein oder andere Mal im Zusammenhang mit Heilkräutern. Ein Silberdisteltee kann zwar bei Erkältungen sehr hilfreich sein, Hauterkrankungen gehören aber ebenso zu seinem Einsatzgebiet. Zusätzlich ist er ein gutes Abführmittel. Dennoch gibt es einige wichtige Punkte zu beachten. So sollte man bei einer bekannten Kreuzblütlerallergie niemals einen Tee oder irgendein anderes Produkt aus Silberdisteln zu sich nehmen. Gleiches gilt für den Zeitraum von Schwangerschaft und Stillzeit. Der Mutter mag die leichte Giftigkeit der Silberdistel nichts ausmachen, dem Kind allerdings könnte sie sehr schaden.Anbaugebiete
Die Silberdistel ist fast überall in Europa beheimatet, braucht für gutes Wachstum allerdings magere Kalkwiesen. Unter idealen Bedingungen gräbt sich ihre Pfahlwurzel bis zu einen Meter tief in den Boden, die Pflanze selbst kann zwischen 10 und 50 cm groß werden. Abgesehen von den Ansprüchen an den Boden, ist die Silberdistel allerdings eine recht pflegeleichte Pflanze, so dass man sie ohne größere Probleme zu Hause anbauen kann. Ideal sind sonnige Steingärten. Zwar spielt die Höhenlage ebenfalls eine Rolle für das Wachstum der Distel, allerdings wirken sich die veränderten Bedingungen in der Ebene in erster Linie dadurch aus, dass die Distel einen ungewöhnlich langen Stiel entwickelt.Herstellung
Für den Tee der Silberdistel kann man sowohl ihre Blüte, als auch ihre Wurzel verwenden. In der Regel wird die Wurzel aber bevorzugt. Sie wird im Spätherbst gesammelt, getrocknet und zerkleinert. Ein Teelöffel etwa reicht aus, um einen Viertelliter Tee auf zu brühen. Ein Tee aus der Wurzel der Silberdistel wirkt antibakteriell und hilt bei Problemen mit dem Urinieren, bei Erkältung und Hauterkrankungen. Dennoch sollte man auch hier unbedingt beachten, dass die Silberdistel unter Naturschutz steht. In Kombination mit der Giftigkeit und bei Falschdosierung zu befürchtenden Nebenwirkungen, wie allergische Reaktionen, Durchfall oder Übelkeit bis hin zum Erbrechen, sollte man dringend davon absehen, sich diesen Tee selbst herzustellen. Wenn man Disteltee trinken möchte, sollte man dies vorher unbedingt mit seinem Arzt besprechen.Fazit
Die Silberdistel ist ein gutes Beispiel dafür, wie vorsichtig wir mit den Kräften der Heilpflanzen umgehen sollten. Falsch dosiert oder zu einem ungünstigen Zeitpunkt eingenommen, können die Folgen fatal sein. Kräuterheilkunde ist also absolut keine Methode um selbst und auf eigene Faust "herum zu doktern". Umfangreiches Wissen ist für einen risikolosen und effektiven Einsatz unverzichtbar.Bildnachweis: Silberdistel ©Thinkstock: iStockphotoSilberdisteltee zubereiten – Seltenheit aus der Bergwelt
Die Silberdistel (Carlina acaulis) ist eine der schönsten und markantesten Pflanzen der Alpenregion. Diese beeindruckende Distelpflanze wächst auf kargen, sonnigen Kalksteinwiesen und Berghängen in Höhenlagen bis zu 2500 Metern. Für die Teezubereitung werden die Wurzel und in geringen Mengen auch die Blütenköpfe verwendet. Die Silberdistel ist vielerorts geschützt, daher kauft man Silberdistelwurzel am besten im Kräuterhandel.
Für Silberdisteltee bereiten Sie einen Kaltauszug oder eine sanfte Abkochung zu. Für den Kaltauszug lassen Sie 1 Teelöffel getrocknete, zerkleinerte Silberdistelwurzel über Nacht in 250 ml kaltem Wasser ziehen, dann kurz erwärmen und abseihen. Alternativ können Sie die Wurzel 5 bis 10 Minuten in 90-Grad-Wasser aufbrühen. Der Tee hat einen leicht würzigen, harzigen und leicht bitteren Geschmack.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber Jiaogulan Tee. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu chinesische Teekultur. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu Yan Cha Felsentee.
Silberdisteltee wird in der Volksmedizin der Alpenregionen bei Erkältungen, Magen-Darm-Problemen und als Frühjahrskur eingesetzt. Er harmoniert gut mit anderen alpinen Kräutern wie Enzian, Edelraute und Arnikablüten.
Heilwirkung und Bedeutung der Silberdistel
Silberdistelwurzel enthält ätherisches Öl (Carlina-Oxid), Inulin, Gerbstoffe, Harze und bittere Substanzen. Carlina-Oxid hat antibakterielle und antifungale Eigenschaften, die in wissenschaftlichen Studien gut belegt sind. Es ist eines der stärksten natürlichen Antibiotika bekannter Pflanzenstoffe.
In der Volksmedizin der Alpen wurde Silberdistel traditionell als Mittel gegen Infektionen, Wunden und Hauterkrankungen eingesetzt. Die starken antimikrobiellen Eigenschaften machten sie zu einem wertvollen Mittel in Zeiten ohne moderne Antibiotika. Bei Harnwegsinfektionen, Atemwegsinfektionen und Hautentzündungen wurde sie angewendet.
Als Verdauungsmittel regt Silberdisteltee durch seine Bitterstoffe und den Inulingehalt die Gallenproduktion und den Gallenfluss an. Sie fördert die Verdauung und wirkt mild abführend. Bei Leber- und Gallenbeschwerden wurde Silberdistel tradtionell in der alpinen Volksmedizin eingesetzt.
Die magische und botanische Besonderheit der Silberdistel liegt in ihrer Eigenschaft als natürliches Hygrometer: Bei trockener Luft öffnen sich die silbrig glänzenden Blütenblätter weit, bei Feuchtigkeit schließen sie sich. Diese Eigenschaft machte sie zum Wetterpropheten der Bergbauern.
Geschichte und Kulturgeschichte der Silberdistel
Silberdistel, auch „Wetterdistel" oder „Eberwurz" genannt, hat in den Alpenregionen eine lange Geschichte als Schutz- und Heilpflanze. Im Volksglauben galt sie als mächtige Zauberpflanze, die vor bösen Einflüssen schützt und Glück bringt. Getrocknete Silberdisteln wurden als Türschmuck und Abwehramulett über die Eingangstür gehängt.
In der mittelalterlichen Medizin wurde Silberdistelwurzel als Mittel gegen die Pest eingesetzt – eine Anwendung, die auf die starken antibakteriellen Eigenschaften zurückzuführen ist. Die Pest-Epidemien des Mittelalters trieben Menschen in die Kräutersuche, und die Silberdistel mit ihrer besonderen antimikrobiellen Kraft war ein natürlicher Kandidat.
Heute ist die Silberdistel in vielen Regionen als bedrohte Art geschützt. Das Sammeln wild wachsender Silberdisteln ist in Deutschland verboten. Kultivierte Silberdistel und ihre Wurzel sind jedoch im Kräuterhandel erhältlich.
Häufige Fragen zu Silberdisteltee (FAQ)
Ist die Silberdistel in Deutschland geschützt?
Ja, die Silberdistel (Carlina acaulis) steht in Deutschland unter Naturschutz. Sie darf nicht in der Natur gesammelt werden. Kräuterhandlungen bieten kultivierte Ware an.
Wofür ist Silberdisteltee besonders bekannt?
Für seine außergewöhnlich starken antibakteriellen Eigenschaften durch das Carlina-Oxid sowie als Verdauungsmittel.
Kann Silberdisteltee Nebenwirkungen haben?
In normalen Mengen sind keine bekannt. Bei sehr großen Mengen können die Harze und das ätherische Öl reizend wirken.
Welche anderen Namen hat die Silberdistel?
Wetterdistel, Eberwurz, Carlina, Stemlose Kratzdistel. Die verschiedenen Volksnamen spiegeln die Bedeutung in verschiedenen Regionen wider.
Wann blüht die Silberdistel?
Von Juli bis September in Bergregionen. Als zweijährige Pflanze produziert sie im zweiten Jahr einen einzigen imposanten Blütenkopf.
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