Zypressen gelten vielen als Inbegriff mediterraner Landschaften. Mit ihrem schlanken, säulenartigen Wuchs prägen sie das Bild des Südens, etwa griechischer Ausgrabungsstätten. Dass sich aus ihnen ein Kräutertee bereiten lässt, dürfte den wenigsten in den Sinn kommen, dabei hat der harzig-würzige Aufguss seine Liebhaber. Wir stellen Pflanze, Zubereitung und Genuss sachlich vor und weisen auf die nötige Vorsicht hin.

Die Zypresse als mediterraner Baum

Die Zypresse fühlt sich vor allem im warmen Mittelmeerraum wohl, wo sie das Landschaftsbild seit jeher prägt. Ursprünglich stammt sie aus Asien; die Phönizier brachten sie schließlich in den Mittelmeerraum, wo sie sich bis heute wohlfühlt. Inzwischen findet man sie auch in milden Klimazonen Mitteleuropas, etwa am Oberrhein oder am Kaiserstuhl.

In ihrer Heimat ist die Zypresse weit mehr als ein Zierbaum. Während die Perser sie als Beginn des Paradieses ansahen, galt sie vielen anderen Völkern als Baum der Trauer, weshalb man sie bis heute oft auf Friedhöfen findet. Mit ihrem markanten Wuchs setzt sie auch im heimischen Garten dekorative Akzente, ähnlich wie andere mediterrane Pflanzen, etwa der Rosmarin.

Tee aus einem Nadelbaum

Dass man aus den Bestandteilen eines Nadelbaums wie der Zypresse einen Tee bereiten kann, überrascht zunächst. Doch ähnlich wie bei anderen Nadelgehölzen lassen sich aromatische Aufgüsse gewinnen. Der Zypressen-Tee gehört damit zu den eher ungewöhnlichen Kräutertees.

Nicht nur die Zypresse, auch andere Nadelgehölze liefern aromatische Aufgüsse, von Fichte bis Kiefer. Jedes Gehölz bringt seinen eigenen Charakter mit, die Zypresse fügt der Vielfalt eine besonders mediterrane, harzige Note hinzu, vergleichbar mit dem würzigen Fichtennadel-Tee.

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Aroma, Inhaltsstoffe und Zubereitung

Der Aufguss aus Zypresse besitzt ein harziges, würziges Aroma, das an mediterrane Wälder erinnert; sein Geschmack ist kräftig und unverwechselbar. Als bedeutende Inhaltsstoffe werden vor allem ätherische Öle aufgeführt, die das charakteristische Aroma prägen.

Für den Tee verwendet man wahlweise die Zweige oder das Holz. Die Zweige sammelt man am besten von Spätwinter bis Frühjahr, das Holz lässt sich ganzjährig gewinnen. Ein bis zwei Teelöffel zerkleinerte Zweige übergießt man mit kochendem Wasser und seiht nach rund zehn Minuten ab; zerstoßenes Holz zieht etwa eine Viertelstunde. Wie bei vielen kräftigen Kräutertees gilt: lieber maßvoll dosieren, ähnlich wie beim Wermut-Tee.

Überlieferte Anwendungen und Vorsicht

In der Volkskunde wurde der Zypresse seit jeher allerlei zugeschrieben; nachweislich behandelte schon Hippokrates mit ihr verschiedene Leiden. Solche Überlieferungen sind kulturhistorisch spannend, ersetzen aber keine ärztliche Einschätzung. Zypressen-Tee ist ein Genussmittel und kein Heilmittel.

Bei ungewöhnlichen Kräutertees ist grundsätzlich Vorsicht geboten, denn nicht jedes Pflanzenmaterial eignet sich bedenkenlos für den Verzehr. Wer Zypressen-Tee probieren möchte, sollte auf geprüfte Ware aus vertrauenswürdiger Quelle setzen und ihn nur maßvoll genießen. Bei gesundheitlichen Beschwerden ist stets ärztlicher Rat einzuholen, ähnlich wie es unser Beitrag über Odermennig-Tee nahelegt.

Wichtig: giftige Arten meiden

Bei Nadelgehölzen ist die sichere Bestimmung entscheidend. Manche Arten, etwa die Eibe, sind giftig und dürfen keinesfalls für Aufgüsse verwendet werden. Wer unsicher ist, lässt im Zweifel die Finger davon.

Nur eindeutig bestimmtes, geprüftes Material gehört in die Teetasse. Diese Sorgfalt ist bei Wildgehölzen besonders wichtig, ähnlich wie bei der genauen Bestimmung anderer heimischer Pflanzen, etwa der Rosskastanie.

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Ein seltener Genuss für Aufgeschlossene

Mit seinem harzigen Aroma weckt der Zypressen-Tee Erinnerungen an südliche Landschaften; schon der Duft versetzt einen gedanklich an die warme Küste. Für Liebhaber des Mediterranen ist das ein besonderer Reiz, eine Tasse bringt ein Stück Urlaubsgefühl nach Hause.

Unter den vielen Kräutertees nimmt der Zypressen-Tee eine echte Sonderstellung ein und reiht sich in die Welt mediterraner Kräuteraufgüsse von Rosmarin bis Salbei ein. Maßvoll und bewusst genossen, ist er ein kleines, exotisches Erlebnis für aufgeschlossene Teefreunde, ähnlich wie der Melissentee als heimische Alternative.

Häufige Fragen

Was ist Zypressen-Tee?
Ein ungewöhnlicher Kräutertee, der aus Zweigen oder Holz der mediterranen Zypresse bereitet wird und ein harziges, würziges Aroma besitzt.

Wie schmeckt Zypressen-Tee?
Kräftig, harzig und würzig, mit einem Aroma, das an mediterrane Wälder erinnert. Er ist unverwechselbar und intensiv im Geschmack.

Ist Zypressen-Tee ein Heilmittel?
Nein. Er ist ein Genussmittel. Überlieferte Anwendungen ersetzen keine ärztliche Beratung, bei Beschwerden sollte man ärztlichen Rat einholen.

Worauf sollte man achten?
Auf geprüfte Ware aus vertrauenswürdiger Quelle und eine sichere Bestimmung, da manche Nadelgehölze wie die Eibe giftig sind. Im Zweifel ist fachkundiger Rat ratsam.

Wie bereite ich Zypressen-Tee zu?
Ein bis zwei Teelöffel zerkleinerte Zweige mit kochendem Wasser übergießen und etwa zehn Minuten ziehen lassen; zerstoßenes Holz zieht rund eine Viertelstunde. Dabei lieber maßvoll dosieren.

Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.

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André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.