Inhaltsstoffe
Wegen einer besonders großen Bandbreite und hohen Konzentration an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen würde wohl kaum ein Tee so viele Preise und Auszeichnungen bekommen. So hat der Oolong Ruanzhi auf diesem Gebiet zwar sicher auch einiges zu bieten, darauf wird aber in den Quellen kaum bis gar nicht eingegangen. Viel bedeutender sind nämlich die Geschmacks- und Aromastoffe, die diesen Tee so hervorragend schmecken lassen. Schon die Tasse besticht mit einem herrlich satten und kräftigen Goldgelb. Der Duft des Tees ist klar und kräftig. Und schließlich auf der Zunge überrascht dieser Oolong mit sanften Nuancen, die im Abgang keineswegs würzig und brotig, sondern vielmehr blumig und frisch sind.Anbaugebiete
Der Oolong Ruanzhi gehört zu den sogenannten Formosa Oolongs. Seine Teesträucher stammen also ursprünglich aus Taiwan. Ganz im Norden Thailands, im Hochland rund um die Stadt Chiang Rai herrschen beste Bedingungen. Vier Teegärten arbeiten hier zusammen um auf über 1000 Höhenmetern nicht nur die beste Teequalität zu produzieren, sondern diesen Standard auch zu halten. Verständlich, dass sich solch ein extrem hohes Niveau nicht auch in anderen Anbauregionen beliebig umsetzten lässt. Beim Oolong Ruanzhi herrscht ein perfektes Zusammenspiel aus Anbaugebiet und Können der Teehersteller.Herstellung
Der Oolong Ruanzhi ist zu 20 Prozent anfermentiert. Dies ist ein vergleichsweise geringer Anteil. Wenn der fertige allerdings sein, für diese Sorte charakteristisches blumiges, leichtes Aroma haben soll, darf der Fermentationsprozess auf keinen Fall weiter fortschreiten. Zudem werden die Blätter vor dem Trocknen gerollt. Dies führt dazu, dass dieser Tee sehr ergiebig ist. Durch die Kugelform lösen sich die Geschmacks- und Aromastoffe erst nach und nach. So schmeckt jeder Aufguss etwas anders, die zweite beispielsweise überrascht mit einem ganz anderen Geschmackserlebnis, als der erste. Und erst nach dem zweiten Aufguss entfalten sich die Blätter völlig. So kann man von dieser Sorte getrost mindestens vier bis fünf Aufgüsse genießen.Fazit
Zugegeben, mit Preisen um die 15 Euro pro 100 Gramm ist dieser Tee schon recht teuer. Aber nicht nur seine Preise und Auszeichnungen belegen, dass er dies auch wert ist. Zudem ist er auch äußerst sparsam. Zum einen wegen der großen Zahl an schmackhaften Aufgüssen, zum anderen sind wegen der Kugelform der Blätter recht geringe Mengen ausreichend sind. Man sollte das Volumen, das sich dahinter verbirgt keinesfalls unterschätzen.Bildnachweis: Oolong Ruanzhi — © Alex Bramwell - Fotolia.com
Oolong Ruanzhi zubereiten: Der Sieger aus Thailand
Ruanzhi ist ein Oolong-Klon, der ursprünglich aus Taiwan stammt (dort auch als Jin Xuan oder „Nr. 12" bekannt), aber in Thailand unter dem Namen Ruanzhi auf hohen Bergen angebaut wird. Er ist bekannt für sein besonders cremig-buttriges Aroma ohne künstliche Zugaben – ein Phänomen, das natürlich in der Pflanze entsteht. Für die Zubereitung Wasser auf 85 bis 90 Grad Celsius erhitzen. Pro 200 ml drei bis vier Gramm Ruanzhi verwenden. Zwei Minuten Ziehzeit – das erste Ergebnis zeigt das volle cremige Aroma. Ruanzhi gibt vier bis sechs Aufgüsse ab.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber Yan Cha Felsentee. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu Jiaogulan Tee. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu chinesische Teekultur.
Das Gaiwan ist der ideale Aufbrühbehälter für Ruanzhi, um die floralen und cremigen Aromen vollständig zu erschließen. Der Aufguss ist goldgelb und klar, mit einem unverwechselbar cremigen, milchigen Duft – oft beschrieben als „Butter", „Milch" oder „Kondensmilch". Ohne Milch und Zucker trinken – die natürliche Cremigkeit des Tees ist sein Alleinstellungsmerkmal und braucht keine Ergänzung.
Thailand als aufstrebende Oolong-Region
Thailand ist als Tee-Nation weniger bekannt als seine Nachbarländer China und Taiwan, produziert aber im Norden des Landes (Provinzen Chiang Rai, Chiang Mai und Mae Hong Son) in Hochlagen über 1000 Meter zunehmend qualitativ hochwertige Tees. Viele Thai-Tees basieren auf taiwanischen Klonen wie Ruanzhi (Jin Xuan) oder TTES-17, die gut an das tropische Klima der Thai-Hochlagen angepasst sind.
Das Terroir der Thai-Hochlagen verleiht dem Oolong Ruanzhi einen besonderen Charakter: Die tropischen Monsune, die kühlen Nächte auf hohen Lagen und die mineralreichen vulkanischen Böden schaffen ein einzigartiges Mikroklima. Oolong Ruanzhi aus Thailand hat internationale Preise gewonnen und wird weltweit von Teeliebhabern geschätzt. Als aufstrebende Teeregion bietet Thailand noch viele unentdeckte Qualitäten, die die Tee-Welt in den kommenden Jahren überraschen werden.
Häufig gestellte Fragen zu Oolong Ruanzhi
Warum schmeckt Ruanzhi so cremig, ohne Milch zu enthalten?
Das cremige Aroma des Ruanzhi-Klons ist natürlichen Ursprungs und entsteht durch bestimmte Aminosäuren und Aromen, die diese Teepflanze produziert. Besonders Nerolidol und andere Sesquiterpene sind für die cremige, milchige Note verantwortlich. Kein künstliches Aroma oder Milchzusatz – die Cremigkeit ist genuine Eigenschaft dieser Teesorte.
Was ist der Unterschied zwischen Ruanzhi und Jin Xuan?
Ruanzhi und Jin Xuan bezeichnen denselben Teeklon (TTES-12), der in verschiedenen Regionen unterschiedliche Namen trägt. Jin Xuan ist die taiwanische Bezeichnung; in Thailand heißt derselbe Klon Ruanzhi. Charakteristisch ist bei beiden das cremig-butterige Aroma.
Enthält Oolong Ruanzhi Koffein?
Ja, Oolong enthält moderate Mengen Koffein – typischerweise 30-50 mg pro Tasse. Das L-Theanin sorgt für fokussierte, ruhige Wachheit. Als Nachmittagstee ideal; kurz vor dem Schlafen eher meiden.
Ruanzhi Oolong zubereiten: Weiche Stiele, weiche Wasser
Ruanzhi (软枝, Weicher Zweig) ist eine Oolong-Varietät aus Taiwan, die Ende des 20. Jahrhunderts aus Anxi-Tie-Guan-Yin-Setzlingen entwickelt wurde. Der Name bezieht sich auf die weicheren, flexibleren Zweige der Teepflanze, die leichter zu ernten sind. Ruanzhi-Oolongs sind meist leicht bis mittel oxidiert (20–40%) und zeigen blumig-süßliche Noten. Für die Zubereitung: Wasser auf 85–90°C, 6–8 g Tee auf 150 ml, gerne im Gaiwan. Erster Aufguss: 45–60 Sekunden. Folgeaufgüsse werden progressiv länger. Das Aromaprofil ist zugänglich: blumig, leicht cremig, mit süßer Orchideennote – ideal für Oolong-Einsteiger. Ruanzhi lässt 5–7 Aufgüsse zu und zeigt bei jedem Aufguss leicht veränderte Nuancen.
Gesundheit und Aromaprofil des Ruanzhi Oolong
Ruanzhi Oolong teilt die grundlegenden Gesundheitseigenschaften aller Oolongs: Polyphenole für kardiovaskulären Schutz, L-Theanin für entspannte Konzentration, Koffein für sanfte Energie. Durch den geringeren Oxidationsgrad als klassische Dong Ding- oder Da Hong Pao-Oolongs hat Ruanzhi einen etwas höheren Catechingehalt – ähnlicher dem Grüntee-Ende des Spektrums. Catechine wirken antioxidativ und metabolismussteigernd. Ruanzhi's spezifisches Aromaprofil kommt von Terpen-Verbindungen wie Nerolidol und Linalool, die auch in Blüten vorkommen und mild aromatherapeutische Eigenschaften haben – beruhigend und stimmungsaufhellend. In Taiwan ist Ruanzhi ein beliebter Bürotee: mild genug für den ganzen Tag, aromatisch genug für Kenner.
Geschichte des Ruanzhi in der taiwanesischen Teekultur
Taiwan hat in den letzten 50 Jahren eine bemerkenswerte Teerevolution erlebt. Aus einer Exportwirtschaft für einfachen Oolong wurde einer der innovativsten Teemärkte der Welt. Ruanzhi ist ein Produkt dieser Revolution: gezielt für das taiwanesische Klima und die taiwanesischen Teegärten entwickelt, ist er heute die meistangebaute Varietät in den Hochlagen von Alishan, Li Shan und Shanlinxi. Ruanzhi-Oolong aus Alishan (1.400–1.800 m Höhe) gilt als Premium-Kategorie: Das kühle Klima, die häufigen Nebel und die langen Reifephasen erzeugen ein besonders feines, blumenreiches Aroma. Alishan Ruanzhi ist international gesuchtes Exportprodukt und einer der meistprämierten Tees auf taiwanesischen Teewettbewerben.
FAQ: Oolong Ruanzhi
Ist Ruanzhi dasselbe wie Tie Guan Yin? Nein, aber verwandt. Ruanzhi wurde aus Tie Guan Yin-Stecklingen gezüchtet und hat ähnliche blumige Noten. Er hat sich jedoch durch das taiwanesische Terroir und gezielte Selektion zu einer eigenständigen Varietät entwickelt.
Was ist der Unterschied zwischen Alishan und Li Shan Ruanzhi? Li Shan wächst höher (2.000–2.600 m), hat dadurch langsameres Wachstum und ein zarteres, komplexeres Aroma. Alishan ist zugänglicher im Preis und etwas üppiger im blumigen Charakter.
Für wen ist Ruanzhi besonders geeignet? Für Oolong-Einsteiger, die einen zugänglichen, angenehm blumigen Tee suchen. Auch für Grüntee-Liebhaber, die einen Oolong mit grüner Frische ausprobieren möchten.
Wie sollte man Ruanzhi lagern? Luftdicht, dunkel und kühl (10–15°C). Anders als stark oxidierte Oolongs ist leicht oxidierter Ruanzhi nicht für Langzeitlagerung geeignet – innerhalb von 12 Monaten genießen.
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