Inhaltsstoffe
Bei den bedeutenden Inhaltsstoffen des Odermennigs sind in erster Linie Gerbstoffe, ätherische Öle, Schleimstoffe, Flavonoide und Kieselsäure zu nennen. Und dabei fällt dem kundigen Kräuterteenutzer recht schnell auf, dass dies zwar alles durchaus sehr wirksame und hilfreiche Substanzen sind. Allerdings sind sie auch keine große Besonderheit und kommen in dieser speziellen Kombination recht selten vor. Zahlreiche andere Heilpflanzen glänzen mit einer gleichen oder zumindest recht ähnlichen Liste.Nichts desto trotz hilft Odermennig dadurch bei Appetitlosigkeit, Magen- und Darmproblemen, Durchfall, bei Erkrankungen rund um Blase und Nieren, ebenso wie bei Rheuma und selbst Zahlfleischentzündungen. Und wie oben bereits erwähnt, ist Odermennig bis heute bei Stimmbandreizungen ein beliebtes Heilmittel.Anbaugebiete
Odermennig ist eine mehrjährige Pflanze, die bis zu einem halben Meter hoch wird, mit leuchtend gelben Blüten am Wegesrand wächst und sich nahezu überall in Nord- und Mitteleuropa heimisch fühlt. Auch in einigen Regionen Südeuropas findet man sie. Selbst in Asien und kleineren Gebieten in Nordamerika ist diese Pflanze keine Unbekannte.Herstellung
In den Monaten Mai und Juni wird das blühende Kraut des Odermennig gesammelt, getrocknet und zerkleinert. Meist findet es sich später in Mischungen wieder. Wer möchte, findet aber sicher auch eine Apotheke oder einen Teehandel, der reinen Odermennig-Tee besorgen kann. Eintäglicher Verzehr ist unbedenklich. Das Wasser zum Aufbrühen sollte kochend sein, zum Süßen des Tees nach Möglichkeit Honig verwenden. Wer den Tee nicht trinken, dennoch aber seine Stimmbänder damit behandeln möchte, der kann auch einfach nur regelmäßig damit gurgeln. Bereits so kommen die Wirkstoffe in die Regionen, in denen sie helfen und wirken sollen.Fazit
Odermennig zählt zweifelsfrei zu den Exoten unter den Kräutertees und ehrlich gesagt gibt es so gesehen auch keinen triftigen Grund, weshalb man Odermennig unbedingt wieder bekannter machen sollte. Sicher geraten im Laufe der Zeit einige Heilkräuter völlig zu Unrecht fast in Vergessenheit und wir täten gut daran, uns an die alten Rezepte zu erinnern. Im Fall des Odermennig ist es allerdings tatsächlich so, dass es, mal abgesehen von der Wirkung in Mund- und Rachenraum, keinen Punkt auf der Liste gibt, für den wir nicht ohnehin eine ganze Zahl anderer Heilpflanzen kennen, die diese Erkrankungen ebenso gut behandeln können. Und diese sind in der Regel wohl wesentlich leichter zu erwerben, als der Exot aus der Antike. Diese Heilpflanze ist dennoch ein Geheimtipp und wird bei verschieden Krankheiten vor allem im östlichen Europa gerne verwendet. Wer auf Reisen vielleicht einmal das Glück hat, Odermennigkraut zu kaufen, sollte es sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen seine Haus-Apotheke mit diesem seltenen Heilkraut auffüllen. Der nächste Arzt-Besuch könnte mit einer gesunden Ernährung, Sport und etwas Kräutertee vielleicht ausbleiben.Bildnachweis: Odermennig Tee © hetwig - Fotolia.comZubereitung von Odermennig-Tee
Odermennig (Agrimonia eupatoria) ist ein klassisches mitteleuropäisches Heilkraut mit einem angenehm milden, leicht aprikosenartigen Aroma. Für einen Odermennig-Tee werden zwei bis drei Teelöffel des getrockneten Krauts (Blätter, Stängel und Blüten) pro Tasse verwendet. Das Kraut wird mit frisch gekochthem, auf etwa 90 Grad abgekühltem Wasser übergossen und zehn bis fünfzehn Minuten ziehen gelassen. Da Odermennig reich an Gerbstoffen ist, sollte die Ziehzeit nicht zu lang sein, da der Tee sonst zu herb wird. Der fertige Tee hat eine hellgoldene bis leicht rötliche Farbe und einen angenehm mild-würzigen, leicht herbsüßen Geschmack. Er kann leicht mit Honig gesüßt werden, passt gut zu Zimt oder Ingwer als Ergänzung und lässt sich gut mit anderen Heilkräutern wie Schafgarbe oder Kamille kombinieren. Odermennig-Tee kann auch kalt als erfrischendes Getränk genossen werden. Für eine Kehlkopfentzündung oder Rachenbeschwerden eignet sich auch Gurgeln mit dem Tee.
Wirkung und Gesundheitliche Vorteile von Odermennig-Tee
Odermennig enthält eine Reihe bioaktiver Verbindungen, die ihn zu einem vielseitigen Heilkraut machen. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind Gerbstoffe (Tannine), Flavonoide (Luteolin, Apigenin, Quercetin), Bitterstoffe, ätherische Öle und Vitamin C. Die Gerbstoffe verleihen Odermennig seine adstringierende Wirkung auf Schleimhäute, was ihn besonders bei entzündlichen Erkrankungen des Rachenraums, Halsentzündungen und Stomatitis (Mundschleimhautentzündung) wertvoll macht. Als Gurgellösung wirkt er gegen Rötung und Schwellung. Die Flavonoide wirken antioxidativ und entzündungshemmend. Im Bereich der Verdauungsgesundheit kann Odermennig bei Durchfall, Magenkrämpfen und Darmreizungen lindernd wirken – wiederum durch die Gerbstoffwirkung, die die Darmschleimhaut schützt. Darüber hinaus wird Odermennig eine leichte harntreibende und galletreibende Wirkung zugesprochen, die bei Leberbeschwerden unterstützend eingesetzt werden kann. Äußerlich angewendet eignet sich Odermennig-Tee als Kompresse bei schlecht heilenden Wunden.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber Jiaogulan Tee. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu Fruchtetee. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu chinesische Teekultur.
Geschichte und Herkunft des Odermennigs
Odermennig ist in ganz Europa, Nordafrika und Westasien beheimatet und wächst auf Wegrändern, trockenen Wiesen und in lichten Wäldern. Die Pflanze ist bereits aus der Antike als Heilkraut bekannt: Plinius der Ältere und Dioskurides erwähnten sie in ihren medizinischen Schriften. Der Gattungsname „Agrimonia" könnte vom griechischen „agros" (Feld) oder vom lateinischen „argema" (Augenleiden, gegen das sie eingesetzt wurde) abstammen. Der Artname „eupatoria" ehrt den pontischen König Mithridates VI. Eupator, der für seine Kenntnisse in der Heilkunde berühmt war. Im Mittelalter spielte Odermennig in der Volksmedizin und Klostermedizin eine wichtige Rolle. Hildegard von Bingen beschrieb seine heilenden Eigenschaften bei Augenleiden und innerlichen Beschwerden. In der deutschen Volksmedizin war Odermennig-Tee traditionell ein Hausmittel gegen Halsbeschwerden und Stimmprobleme – daher auch der volkstümliche Name „Brustbeerenkraut".
Häufige Fragen zu Odermennig-Tee
Kann ich Odermennig-Tee zum Gurgeln verwenden?
Ja, Odermennig-Tee eignet sich hervorragend als Gurgellösung bei Halsschmerzen, Rachenentzündung und Heiserkeit. Dazu wird ein stärkerer Aufguss (doppelte Menge Kraut) zubereitet und noch warm zum Gurgeln verwendet.
Hilft Odermennig-Tee bei Durchfall?
Ja, die Gerbstoffe im Odermennig wirken zusammenziehend auf die Darmschleimhaut und können bei leichtem Durchfall lindernd wirken. Bei starkem oder anhaltendem Durchfall sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Hat Odermennig-Tee Nebenwirkungen?
Bei normaler Dosierung sind Nebenwirkungen selten. Der Tee sollte nicht zu lange gezogen werden, da zu viele Gerbstoffe die Magenverträglichkeit beeinträchtigen können. Personen mit bekannter Gerbstoffunverträglichkeit sollten vorsichtig sein.
Wo sammle ich Odermennig?
Odermennig wächst wild auf trockenen Wegrändern und Heiden und kann im Sommer (Juli-August) gesammelt werden. Getrocknet ist er auch in Apotheken und Reformhäusern erhältlich. Beim Sammeln darauf achten, nicht auf kontaminierten Flächen zu sammeln.
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