Unser Herz muss täglich Höchstarbeit leisten und darf sich unser ganzes Leben lang keine einzige noch so kleine Pause gönnen. Schon lange, bevor wir überhaupt geboren werden fängt es an zu schlagen, hört es irgendwann auf damit, bedeutet das das Ende unseres Lebens. Als wäre das nicht schon anstrengend genug, erschweren wir unserem Herz seine Arbeit auch noch zusätzlich. Wir essen häufig zu süß und zu fett. Die Folgen davon, ein erhöhter Blutzuckerspiegel, erhöhte Blutfett- und Triglyceridwerte verstopfen regelrecht unsere Adern. Für das Herz wird es immer schwerer, das Blut gleichmäßig durch unseren Körper zu pumpen. Stress und Bluthochdruck bewirken ein Übriges. Nicht selten ist dabei früher oder später ein Herzinfarkt die Folge.

Jetzt kommt der Tee ins Spiel

Forscher der Universität Mauritius haben dazu im Mai 2012 die Ergebnisse ihrer Untersuchungen veröffentlicht. Sie hatten ihre Studienteilnehmer zu Beginn bis auf das kleineste Detail untersucht und zudem zahlreiche Fragebögen zum Thema Ernährungsvorlieben und Lebensgewohnheiten ausgefüllt. Anschließend bekamen die Teilnehmer der Test-Gruppe über einen Zeitraum von 12 Wochen, dreimal täglich 200 ml schwarzen Tee zu trinken. Dafür wurden Tag für Tag pro Teilnehmer genau neun Gramm Tee aufgebrüht. Dabei handelte es sich um einen reinen Schwarztee. Die Forscher legten zudem großen Wert auf hohe Katechin- und Theaflavinkonzentrationen. Die Personen in der Kontrollgruppe tranken dagegen einfach nur heißes Wasser. Nachdem die 12 Wochen vorbei waren, warteten die Forscher noch einmal drei Wochen ab, ehe sie die Blutparameter und andere Gesundheitswerte ihrer Patienten erneut untersuchten. In dieser Zeit nach der eigentlichen Studie aßen und tranken die Teilnehmer, wie sie wollte ohne irgendwelche vorgaben.

Beeindruckende Ergebnisse

In der Testgruppe hatten sich die Blutwerte ohne eine einzige Ausnahme deutlich gebessert. Sowohl der Blutzucker war signifikant reduziert, als auch die Triglyceridwerte. Das Blutcholesterin war nicht nur gesunken, sondern zeigte insgesamt auch ein gesünderes Verhältnis von HDL zu LDL. Das für uns wesentlich bessere HDL war etwas gestiegen, das schädliche LDL dagegen ganz eindeutig weniger geworden. Gesteigerte Konzentrationen an Antioxidantien in den Blutproben, konnten die Forscher ebenfalls als positiven Effekt des Tees vermerken. Von der Fachwelt begeistert anerkannt wurde zudem die Tatsache, dass die mauretanischen Wissenschaftler bei ihrer Forschungsarbeit Teemengen zugrunde legten, die ohne Probleme einer normalen täglichen Trinkmenge entsprechen können. Leider gibt es im Gegenzug auch einige Studien, die zwar einerseits tolle gesundheitliche Vorteile durch Tee hervorheben, andererseits aber von mehreren Litern pro Tag ausgehen. Da diese enormen Mengen meist nicht getrunken werden oder werden können, empfehlen viele Wissenschaftler in diesen Fällen Tabletten oder Kapseln aus Konzentrat. Das hat dann allerdings mit "Teegenuss" nichts mehr zu tun.

Fazit

Diese Studie aus Mauritius gibt gleich mehrfach Anlass zur Freude. Zum einen ist sie ein schönes Beispiel dafür, dass man nichts zwangsweise grünen Tee wählen muss, wenn man Genuss und Gesundheit verbinden möchte. Auch andere Teearten, wie beispielsweise der schwarze Tee können uns einen zusätzlichen Nutzen bieten. Zum anderen wird in dieser Arbeit auch eindrucksvoll belegt, dass man selbst mit "normalen Portionen" bereits einen deutlichen Effekt auf die Gesundheit erzielen kann. Getreu dem Motto "Tee ist gesund, viel Tee ist gesünder" hatte man lange den Eindruck, als dürfte man nichts anderes mehr trinken, wenn man den Einfluss des Tees auf unsere Gesundheit tatsächlich nützen möchte. Dabei kam aber für viele relativ schnell ein Problem auf. Sobald man das Gefühl hat, dass man den Tee trinken "muss", geht ein wichtiger Aspekt verloren: der Genuss! Nun wissen wir, dass wir ganz einfach unseren Tee trinken können, wie wir es bisher getan haben. Eine leckere Tasse morgens zum Wachwerden, eine Tasse nachmittags als kleine Auszeit vom Alltag und abends eine Tasse zum Entspannen vor dem Einschlafen. Das reicht nicht nur aus, um unsere Gesundheit zu fördern, wir bewahren uns dabei auch die Freude am Tee.  Bildnachweis: schwarzer Tee ©Thinkstock: iStockphoto

Schwarztee für Herzgesundheit: Empfohlene Zubereitung

Für maximale kardiovaskuläre Vorteile empfehlen Forscher 3–5 Tassen Schwarztee täglich. Die Zubereitung beeinflusst den Theaflavingehalt: Kochendes Wasser (100°C) und eine Ziehzeit von 3–5 Minuten optimieren die Theaflavin-Ausbeute, die für Herzgesundheitseffekte verantwortlich gemacht wird. Qualität spielt eine Rolle: Loser Schwarztee aus Darjeeling, Assam oder Ceylon hat typischerweise höhere Polyphenolkonzentrationen als Teebeutel mit Fannings. Für die tägliche Praxis: Morgentee als kräftiger Schwarztee (Assam), Nachmittagstee als leichter Darjeeling oder Ceylon, abends ein entkoffeinierter Schwarztee oder Rooibos als Alternative. Diese Routine liefert konstant herzschützende Flavonoide ohne den Koffeingehalt zu überschreiten.

Schwarztee und das Herz: Was die Forschung zeigt

Die Herzgesundheits-Evidenz für Schwarztee ist eine der stärksten in der Ernährungsforschung zu Tee. Theaflavine und Thearubigine – die charakteristischen Polyphenole des Schwarztees – haben multiple kardioprotektive Mechanismen: Sie inhibieren die LDL-Oxidation (verhindert die Entstehung von Arteriosklerose-Plaques), verbessern die Endothelfunktion (Flexibilität der Blutgefäße), senken Triglyceridspiegel und haben antithrombotische Effekte. Eine Metaanalyse von 11 prospektiven Kohortenstudien (>350.000 Teilnehmer) zeigte: Drei Tassen Schwarztee täglich reduzieren das Herzerkrankungsrisiko um 11%. Bei Schlaganfall ist die Risikoreduktion noch stärker: bis zu 21% bei 3+ Tassen täglich. Schwarztee senkt nachweislich den systolischen Blutdruck um 2–3 mmHg – klinisch relevant, besonders bei grenzwertigem Bluthochdruck.

Geschichte der Herz-Tee-Forschung

Die systematische Erforschung von Tee und Herzgesundheit begann erst in den 1990er Jahren, als epidemiologische Studien aus Japan (Grüntee) und den Niederlanden (Schwarztee) überraschende Korrelationen zeigten. Die Zutphen-Studie (Niederlande, 1993) war wegweisend: Sie zeigte inverse Korrelation zwischen Flavonoidaufnahme (hauptsächlich aus Tee) und koronarer Herzerkrankung. Seitdem haben hunderte Studien weltweit diese Verbindung untersucht und bestätigt. Der Mechanismus-Fokus der letzten Jahrzehnte – Endothelfunktion, LDL-Oxidation, Thrombozytenaggregation – erklärt, wie Teepolyphenole auf molekularer Ebene herzprotektiv wirken. Diese Forschung hat Schwarztee von einem Luxusgut zu einer ernsthaften ernährungsmedizinischen Empfehlung gemacht.

FAQ: Schwarzer Tee und Herzgesundheit

Wie viel Schwarztee ist täglich optimal für Herzgesundheit? Studien zeigen die stärksten Effekte bei 3–5 Tassen täglich. Mehr als 6–7 Tassen erhöhen die Koffeinbelastung ohne zusätzlichen Herznutzen.

Kann Schwarztee Herzmedikamente ersetzen? Nein, unter keinen Umständen. Tee ist ein präventives Nahrungsmittel, kein Medikament. Bei bestehenden Herzerkrankungen immer mit dem Arzt besprechen.

Ist entkoffeinierter Schwarztee genauso herzgesund? Ja, der Entkoffeinierungsprozess entfernt kaum Polyphenole. Entkoffeinierter Schwarztee ist eine gute Option für nachmittags/abends.

Schadet Milch im Tee der kardiovaskulären Wirkung? Große Kohortenstudien, hauptsächlich aus Großbritannien (wo Tee fast immer mit Milch getrunken wird), zeigen trotzdem die herzprotektiven Effekte – die Wirkung der Polyphenole ist auch mit Milch noch relevant.

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