Mecha ist eine wenig bekannte japanische Grünteespezialität aus den jungen Blattknospen und Blattspitzen, die bei der Gyokuro-Herstellung aussortiert werden. Qualitativ ordnet er sich zwischen Gyokuro und Sencha ein, schmeckt mild-nussig und ist zugleich koffeinreich. Hier lesen Sie, woher Mecha stammt, wie er verarbeitet wird, wie der Aufguss gelingt und warum er in Japan gern nach dem Essen gereicht wird.

Steckbrief
Pflanze/BasisJunge Blattknospen der beschatteten Teepflanze (Camellia sinensis), aus der Gyokuro-Verarbeitung
Koffeingehalthoch, ca. 30-50 mg pro Tasse
Geschmacksprofilmild, nussig, sahnig, wenig gerbstoffbetont
Wassertemperatur60-70 °C
Ziehzeit1-2 Minuten
Dosierung1 gehäufter TL (ca. 2-3 g) auf 150-200 ml
Aufgüsse2-3
Preisspanneca. 18-25 € pro 100 g (rund 10 € pro 50 g)

Herkunft: ein Nebenprodukt aus Uji

Mecha entsteht bei der Herstellung von Gyokuro: Die jungen Blattknospen und Blattspitzen, die beim Sortieren aussortiert werden, werden separat weiterverarbeitet. Da Gyokuro fast ausschließlich in der Region Uji rund um Kyoto kultiviert wird, stammt auch Mecha nahezu vollständig von dort. Allein in Japan gibt es mindestens 19 verschiedene Grünteesorten, und Mecha zählt zu den hierzulande am wenigsten bekannten.

Die wenigen chinesischen Teebauern, die inzwischen eigenen Gyokuro produzieren, haben sich bislang nicht auf Mecha verlegt. Damit bleibt diese Spezialität ein japanisches Erzeugnis aus dem traditionsreichen Uji-Anbau, der auch für den Gyokuro und den gemahlenen Matcha-Tee bekannt ist. Der Name setzt sich aus den japanischen Wörtern für Knospe (me) und Tee (cha) zusammen und beschreibt damit direkt das Ausgangsmaterial.

Herstellung: Handarbeit und gerollte Blätter

Bereits Anfang April werden die zuvor mit Matten beschatteten Blattknospen geerntet, und zwar von Hand. Auch das anschließende Aussortieren erfolgt sorgfältig per Hand. Für Mecha eignen sich nur zarte, junge Blätter, denn er besteht aus gerollten Blattstücken — die noch vollständig geschlossenen Knospen lassen sich dafür nicht verwenden.

Ab diesem Sortierschritt läuft die Verarbeitung wie bei anderen japanischen Grüntees ab: Dämpfen zur Fixierung, Rollen und schonendes Trocknen. Die Besonderheit liegt also allein in der Auswahl der jungen, knospennahen Blätter, die Mecha sein charakteristisches Profil geben. Den Schattenanbau teilt er mit allen Gyokuro-Erzeugnissen, anders als der voll besonnte Sencha.

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Geschmack und Inhaltsstoffe

Weil Anbau- und Erntebedingungen denen des Gyokuro entsprechen, ähneln sich auch die Inhaltsstoffe. Mecha ist durch den Schattenanbau koffeinreich und damit anregend genug, um die morgendliche Tasse zu ersetzen. Zugleich enthält er vergleichsweise wenige Gerbstoffe, weshalb er angenehm mild schmeckt — mit einer nussigen und zugleich sahnigen Note.

Genau diese milde, neutralisierende Wirkung macht ihn in Japan zu einem beliebten Begleiter in Sushi-Restaurants: Zwischen den Gängen reinigt er den Gaumen und neutralisiert den Geschmack, ähnlich wie der dort übliche Agari. Geschmacklich liegt Mecha damit deutlich näher am samtigen Gyokuro als am grasig-herben Alltags-Grüntee. Diese Rolle teilt er mit anderen Grüntees, wie der Beitrag Grüntee und Sushi beschreibt.

Zubereitung Schritt für Schritt

Wie alle hochwertigen, beschatteten Grüntees verträgt Mecha kein heißes Wasser. Niedrige Temperaturen bewahren das milde, nussige Aroma. So gelingt der Aufguss:

1. Einen gehäuften Teelöffel (rund 2 bis 3 g) auf 150 bis 200 ml abmessen. 2. Wasser aufkochen und auf 60 bis 70 °C abkühlen lassen, etwa indem man es in eine zweite Tasse umgießt. 3. Die Blätter übergießen und nur 1 bis 2 Minuten ziehen lassen. 4. Vollständig abgießen, damit der nächste Aufguss nicht bitter wird.

Mecha lässt sich zwei- bis dreimal aufgießen, wobei jeder Aufguss eine andere Nuance zeigt; ab dem zweiten kann die Temperatur leicht steigen. Wer die Sorgfalt bei der Wassertemperatur grundsätzlich verstehen möchte, findet Hintergründe im Ratgeber Muss es weiches Wasser sein?.

Kauf, Preis und Lagerung

Mecha ist im deutschen Lebensmittelhandel kaum zu finden, aber bei gut sortierten Teehändlern erhältlich. Mit rund 10 Euro für 50 Gramm zählt er zu den hochpreisigen Grüntees, was seinem Ursprung aus der aufwendigen Gyokuro-Verarbeitung entspricht. Gute Ware besteht aus gleichmäßig dunkelgrünen, fest gerollten Blattstücken mit frischem Duft.

Wie alle japanischen Grüntees ist Mecha empfindlich gegenüber Licht, Luft und Wärme. Lagern Sie ihn luftdicht, dunkel und kühl, idealerweise in einer lichtundurchlässigen Dose abseits stark riechender Lebensmittel, und brauchen Sie ihn innerhalb weniger Monate auf. So bleibt das feine Aroma erhalten. Eine günstigere, breit verfügbare Alternative für den Alltag ist der klassische Sencha.

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Häufige Fragen

Was ist Mecha?
Mecha ist ein japanischer Grüntee aus den jungen Blattknospen und Blattspitzen, die bei der Gyokuro-Herstellung aussortiert werden. Qualitativ ordnet er sich zwischen Gyokuro und Sencha ein und schmeckt mild-nussig.

Wie schmeckt Mecha?
Mild, nussig und sahnig. Durch den Schattenanbau enthält Mecha vergleichsweise wenige Gerbstoffe, ist aber koffeinreich und damit anregend. In Japan wird er gern nach dem Essen gereicht.

Wie wird Mecha zubereitet?
Mit nur 60 bis 70 °C heißem Wasser übergießen und 1 bis 2 Minuten ziehen lassen. Heißeres Wasser macht ihn bitter. Mecha lässt sich zwei- bis dreimal aufgießen.

Wo bekommt man Mecha und was kostet er?
Im Lebensmittelhandel ist Mecha selten, gut sortierte Teehändler führen ihn aber. Mit rund 10 Euro für 50 Gramm zählt er zu den hochpreisigen Grüntees.

Worin unterscheidet sich Mecha von Sencha?
Mecha stammt aus dem Schattenanbau der Gyokuro-Verarbeitung und besteht aus jungen Blattknospen, ist daher milder und koffeinreicher. Sencha wächst voll in der Sonne und ist herber und günstiger.

Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.

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André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.