Schafgarbentee muss man wohl auch zu den Kräutertees zählen, die trotz aller positiven Eigenschaften und Wirkungen bei uns nahezu unbekannt sind. Dabei könnte man sich diesen Tee ganz einfach selbst herstellen, er schmeckt angenehm frisch, leicht süßlich mit grasiger, kampferartiger Note und könnte vor allem dank seiner krampflösenden Entfaltung, die eine oder andere Schmerztablette einsparen.

Inhaltsstoffe

Neben den typischen und für Kräutertees charakteristischen Inhaltsstoffen, wie ätherische Öle, Flavone, Gerb- und Bitterstoffe, hat die Schafgarbe (lat. Achillea) sogar noch antibiotische Substanzen zu bieten. So ist die Schafgarbe in der Kräuterheilkunde zwar in erster Linie für seine krampflösende Wirkung bekannt und daher etwa bei Regelschmerzen sehr beliebt, das mögliche Einsatzgebiet geht jedoch noch viel weiter.Auch Wechseljahrsbeschwerden und "Östrogendominanz" können gut mit Schafgarbe behandelt werden. Selbst Akne, Geschwüre und Gürtelrose werden gelindert. Die Wirkung des Tees hilft auch bei Appetitlosigkeit, Rheuma, Gallenbeschwerden, Verdauungsbeschwerden, Lebererkrankungen, Gicht, Erkältungskrankheiten und selbst bei Diabetes. Die Anwendung der Schafgarbe ist für viele Beschwerden geeignet. Die Liste der Krankheiten, bei denen Schafgarbe wenigstens Linderung verspricht ist sehr, sehr lang und bei einem Blick darauf fragt man sich wirklich, weshalb in der breiten Bevölkerung so wenig darüber bekannt ist. Diese Gattung scheint ein absoluter Tausendsasa und Alleskönner zu sein.

Anbaugebiete

Die Schafgarbe hat in ganz Europa ihr Zuhause. Das Wachstumsgebiet zieht sich fast bis an die Grenzen des Polarkreises hoch. Selbstverständlich ist dieser Korbblütler auch bei uns weit verbreitet und wohl jedem fallen im Sommer die zahlreichen weißen, teilweise sogar leicht rosafarbenen Blüten auf, die auf nahezu jeder Wiese zu finden sind. Überraschender Weise jedoch ist ein ziemlich großer Aufwand nötig, wenn man diese Pflanze auch im eigenen Garten gezielt anbauen möchte. Zum einen sind die Samen nur ein Jahr lang keimfähig. Zur Anzucht sollte man zunächst kleine Töpfe verwenden. Sind die Keime schließlich ausgetrieben, kann man sie ins Freie setzten. Der Standort sollte möglichst sonnig sein, der Boden dazu sandig oder gerne auch lehmig. Die Schafgarbe treibt allerdings erst sehr spät aus, da sie meist von Unkräutern überwuchert wird, bevor es soweit kommt. Hat sie es allerdings doch geschafft, bleibt die Schafgarbe auch als mehrjährige Pflanze an diesem Ort und verbreitert ihren Wurzelstock immer mehr, so dass man auch gut Ableger ziehen kann.

Herstellung

Wie bereits erwähnt, kann man sich Schafgarbentee auch ganz einfach selbst machen. Dazu werden zur Blütezeit die Blüten samt Stängel abgeschnitten. Etwa eine Handbreit über dem Boden sollte man das Messer ansetzten. Die Blätter sollten nicht für die Zubereitung verwendet werden. Anschließend wird alles zu Bündeln zusammengefasst und mit den kleinen Blüten nach unten zum Trocknen aufgehängt. Ist man sich sicher, dass alle Pflanzenteile gut durchgetrocknet sind, werden sie am besten mit einer Schere zerkleinert. In einem lichtgeschütztem Gefäß an einem kühlen und trockenen Ort aufbewahrt, hat man nun lange Freude an seiner Schafgarbe und kann sich jederzeit einen frischen Tee überbrühen, mit dem Teelöffel umrühren und genießen. Auch die äußerliche Anwendung wirkt unter Umständen Wunder. Überbrühen Sie einen Esslöffel Kraut der Pflanzen mit einer Tasse heißem Wasser. Tränken Sie Umschläge oder Kompressen mit dem Sud und lassen sie diese 10 Minuten auf der Haut aufliegen. Die Wirkung wird als blutstillend und entzündungshemmend beschrieben. Ebenso ist das Klima schlecht für Keime und Pilze, was die Wundheilung beschleunigen kann. Die Anwendung hilft auch bei wunden Brustwarzen in der Stillzeit.

Fazit

Die Natur- und Kräuter-Heilkunde ist ohne Frage ein sehr großes und komplexes Gebiet und sicher auch nicht jedermanns Sache. Es gibt hier eine Vielzahl Rezepte. Wenn man allerdings mit solch einfachen Mitteln und Wegen einmal einen Tee versuchen kann, der zudem vielleicht auch noch hilfreich bei diversen Beschwerden ist, sollte man es eventuell doch einmal auf einen Versuch mit den Schafgarben Heilpflanzen ankommen lassen und einen, den Magen beruhigenden Tee aus Schafgarbenblüten trinken. Denn die Wirkung wurde auch als appetitanregend sowie krampflösend beschrieben und die Pflanze kann ebenso bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt werden.  Bildnachweis: Schafgarbentee© victoria p. - Fotolia.com

Zubereitung von Schafgarbentee

Schafgarbe (Achillea millefolium) ist eine der bekanntesten Heilpflanzen Europas und wächst wild auf Wiesen, an Wegrändern und in Gärten. Für einen Schafgarbentee werden zwei bis drei Teelöffel des getrockneten Krauts (Blüten, Blätter und Stängel) pro Tasse verwendet. Das Kraut wird mit 90 Grad heißem Wasser übergossen und zehn bis fünfzehn Minuten ziehen gelassen. Der Tee hat einen kräftig aromatischen, leicht bitteren und etwas herben Geschmack, der an Kamille erinnert, aber würziger ist. Er kann mit etwas Honig gesüßt werden. Schafgarbentee ist vielseitig einsetzbar: vor den Mahlzeiten zur Verdauungsförderung, bei Regelschmerzen und -unregelmäßigkeiten, bei leichten Erkältungen und Fieber sowie als Wundwasser äußerlich. Als Gurgellösung wirkt er bei Halsschmerzen. Für eine Schafgarben-Kur bei Verdauungsbeschwerden: drei Tassen täglich über drei Wochen, dann Pause. Die Pflanze kann selbst auf blumenreichen Wiesen im Sommer gesammelt und getrocknet werden.

Wirkung und Gesundheitliche Vorteile von Schafgarbentee

Schafgarbe ist eine der am besten erforschten und vielseitigsten Heilpflanzen. Ihr Wirkstoffprofil umfasst ätherische Öle (Azulen, Borneol, Campher), Bitterstoffe (Achillein), Flavonoide (Quercetin, Luteolin), Gerbstoffe, organische Säuren und Alkaloide. Das Blaufärbungsprinzip Azulen, das beim Dampfdestillieren entsteht, ist ein starkes Entzündungshemmer. Die Bitterstoffe regen die Verdauung, Gallenproduktion und den Appetit an. Die krampflösenden Flavonoide und Terpene wirken entspannend auf die glatte Muskulatur von Darm und Gebärmutter – weshalb Schafgarbe seit Jahrhunderten als Frauenkraut bei Menstruationsbeschwerden gilt. Die Gerbstoffe wirken adstringierend und blutstillend bei Wunden und Schleimhautentzündungen. Schafgarbe hat schweißtreibende Wirkung und unterstützt die Fieberabwehr. Darüber hinaus wirkt sie leicht harntreibend und antimikrobiell. Die Kommission E hat Schafgarbe für Verdauungsbeschwerden und äußerlich für Sitzbäder anerkannt.

Geschichte und Mythologie der Schafgarbe

Schafgarbe hat eine mythologische Geschichte: Ihr Gattungsname Achillea verweist auf Achilles, den Helden der Ilias, der sie den Soldaten zur Wundversorgung in der Schlacht empfohlen haben soll. Tatsächlich sind Wundheilpflanzen mit dem Namen verbunden – Achillea ist reich an blutstillenden Gerbstoffen. In der germanischen Mythologie galt sie als heilige Pflanze Freys. Die Schafgarbe war im Mittelalter eine der wichtigsten Volksheilpflanzen Europas, verwendet bei Wunden, Frauenbeschwerden und Fieber. Hildegard von Bingen beschrieb ihre Heilwirkungen ausführlich. In der Volksmedizin vieler europäischer Länder ist die Schafgarbe als Frauenkraut par excellence bekannt. Wegen ihrer Ähnlichkeit mit der essbaren Möhren-Pflanze im Jugendstadium: immer sorgfältig identifizieren, da ähnlich aussehende Pflanzen giftig sein können.

Häufige Fragen zu Schafgarbentee

Hilft Schafgarbentee bei Menstruationsbeschwerden?
Ja, Schafgarbe ist ein traditionelles Frauenkraut für genau diesen Zweck. Die krampflösenden Flavonoide entspannen die Gebärmuttermuskulatur und können Schmerzen und Krämpfe lindern.

Ist Schafgarbe mit Kamille verwandt?
Beide gehören zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und ähneln sich in manchen Wirkungen, sind aber verschiedene Pflanzen. Bei Korbblütler-Allergie können beide Kreuzallergien auslösen.

Kann ich Schafgarbe selbst sammeln?
Ja, Schafgarbe wächst wild und ist leicht erkennbar. Auf blumenreichen Wiesen und Wegrändern im Sommer sammeln, wenn sie blüht. Nicht auf gedüngten oder gespritzten Flächen sammeln. Sorgfältige Identifizierung wichtig.

Wann sollte Schafgarbentee gemieden werden?
Bei Korbblütlerallergie (besonders Chrysanthemen-Allergie). In der Schwangerschaft sollte Schafgarbe gemieden werden. Bei bekannter Schafgarbenallergie ebenfalls.

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