Li Zi Xiang, übersetzt „Grüner Kastanientee", zählt zu den seltensten Grüntees Chinas: Pro Jahr entstehen nur rund 3.000 Kilogramm. Angebaut wird er ausschließlich in der südchinesischen Provinz Guangdong. Charakteristisch sind sein süßlich-herber, an geröstete Kastanien erinnernder Geschmack und ein leicht kühlender Effekt, der ihn auch kalt zu einem Sommergetränk macht. Hier lesen Sie alles zu Herkunft, Herstellung und Aufguss.

Steckbrief
Pflanze/BasisCamellia sinensis, grüner Tee aus Guangdong
Koffeingehaltmoderat, ca. 20-30 mg pro Tasse
Geschmacksprofilsüßlich-herb, an geröstete Kastanien erinnernd, leicht kühlend
Wassertemperatur70-80 °C, nicht kochend
Ziehzeit1-3 Minuten
Dosierungca. 2 g (1 gehäufter TL) pro Tasse (250 ml)
Aufgüsse2-3 Aufgüsse
Preisspanneca. 5 € pro 100 g

Herkunft und Seltenheit

Li Zi Xiang gehört zu den ausgesprochenen Raritäten unter den chinesischen Grüntees. Pro Jahr werden nicht mehr als etwa 3.000 Kilogramm geerntet — eine winzige Menge, wenn man bedenkt, dass China jährlich rund 250.000 Tonnen Tee exportiert. Angebaut wird er ausschließlich in Guangdong, einer langgestreckten Küstenprovinz im Süden des Landes.

Die genutzte Anbaufläche umfasst gerade einmal 200 Hektar. Zum Vergleich: Die Flächen für den weitaus alltäglicheren Gunpowder sind um ein Vielfaches größer; Li Zi Xiang erreicht davon nicht einmal 0,3 Prozent. Trotz dieser Seltenheit ist der Tee in Europa erhältlich, und das zu vergleichsweise moderaten Preisen.

Was der Name verrät und wie er schmeckt

Der Name Li Zi Xiang bedeutet sinngemäß „Kastanienduft" und beschreibt das Aroma treffend: Hochwertige Ware riecht und schmeckt nach gerösteten Kastanien, begleitet von einer süßlich-herben Note. Damit unterscheidet er sich deutlich von den grasig-frischen japanischen Sorten wie Sencha.

Eine Besonderheit ist der leicht kühlende Effekt, von dem viele Teetrinker nach dem Genuss berichten. Aus diesem Grund wird Li Zi Xiang nicht nur heiß, sondern in den heißen Sommermonaten auch kalt getrunken. Die Blätter enthalten vermutlich Pflanzenstoffe, die in ihrer Empfindung an Menthol oder Kampfer erinnern.

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Herstellung: Frühjahrsernte und Handarbeit

Geerntet wird ausschließlich im Frühjahr. Von Hand werden nur die besonders großen, schmalen Triebe der Yunnan-Teepflanze gepflückt — ein aufwendiges Auswahlverfahren, das die geringe Jahresmenge miterklärt.

Das genaue Herstellungsverfahren gilt als gehütetes Geheimnis und ist kaum dokumentiert. Am Ende stehen hellgrüne, silbrig glänzende und länglich gerollte Blätter. Sie ergeben einen hellgelben Aufguss mit dem typischen süßlich-herben Geschmack, der den Tee unter Kennern so geschätzt macht.

Inhaltsstoffe und Tassenbild

Bei den Inhaltsstoffen zeigt Li Zi Xiang keine auffälligen Unterschiede zu anderen Grüntees wie Mao Feng: Catechine, Aminosäuren und Vitamin C prägen das Profil. Die berichtete kühlende Empfindung deutet jedoch auf weitere, weniger erforschte Pflanzenstoffe hin.

Im Tassenbild überrascht der Tee selbst langjährige Grüntee-Trinker: Die Verbindung aus mildem Kastanienaroma und erfrischender Wirkung ist unter Grüntees ungewöhnlich. Wer ihn kalt aufgießt, erhält ein kalorienarmes, dezent süßliches Sommergetränk.

Zubereitung Schritt für Schritt

So gelingt der Aufguss: 1. Pro Tasse (etwa 250 ml) rund 2 Gramm Blätter — ungefähr einen gehäuften Teelöffel — abmessen. 2. Wasser aufkochen und auf 70 bis 80 °C abkühlen lassen, denn heißeres Wasser löst zu viele Bitterstoffe. 3. Die Blätter übergießen und nur 1 bis 3 Minuten ziehen lassen.

Hochwertiger Li Zi Xiang lässt sich zwei- bis dreimal aufgießen, wobei jeder Aufguss neue Nuancen zeigt. Für die kalte Variante übergießen Sie die Blätter mit kaltem Wasser und lassen sie mehrere Stunden im Kühlschrank ziehen — ähnlich behutsam wie beim Lung Ching bleibt das Aroma so besonders mild.

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Kauf und Lagerung

100 Gramm Li Zi Xiang kosten im Fachhandel meist um die 5 Euro, je nach Anbieter etwas mehr oder weniger — für eine derartige Rarität bemerkenswert günstig. Achten Sie beim Kauf auf gleichmäßig gerollte, silbrig-grüne Blätter und einen frischen, leicht nussigen Duft.

Wie alle Grüntees verliert Li Zi Xiang sein Aroma durch Licht, Luft und Feuchtigkeit. Bewahren Sie ihn in einer luftdichten, lichtundurchlässigen Dose kühl und trocken auf und verbrauchen Sie ihn innerhalb von sechs bis zwölf Monaten.

Für wen sich der Tee lohnt

Li Zi Xiang richtet sich an Teetrinker, die bereits gängige Grüntees kennen und etwas Außergewöhnliches suchen. Wer sonst eher zu kräftigen, grasigen Sorten greift, sollte sich auf ein mild-süßliches Profil einstellen, das mehr an Gebäck als an Wiese erinnert. Gerade dieser Kontrast macht den Reiz aus.

Praktisch ist die Doppelverwendung: heiß als feiner Nachmittagstee, kalt als erfrischendes Sommergetränk. Da bereits geringe Mengen ergiebig sind und sich die Blätter mehrfach aufgießen lassen, reicht eine 100-Gramm-Packung für viele Tassen. Für Einsteiger, die sich an chinesische Grüntees herantasten möchten, ist er wegen seiner geringen Bitterkeit ein dankbarer Begleiter.

Häufige Fragen

Was bedeutet Li Zi Xiang?
Der Name bedeutet sinngemäß „Kastanienduft". Er beschreibt das süßlich-herbe Aroma des Tees, das an geröstete Kastanien erinnert. Im Handel wird er oft als „Grüner Kastanientee" angeboten.

Warum ist Li Zi Xiang so selten?
Er wächst ausschließlich in der Provinz Guangdong auf gerade einmal 200 Hektar. Die Jahresernte liegt bei nur rund 3.000 Kilogramm — ein Bruchteil dessen, was China sonst produziert.

Kann man Li Zi Xiang kalt trinken?
Ja. Der Tee hat einen leicht kühlenden Effekt und wird in heißen Monaten gern kalt getrunken. Dazu die Blätter mit kaltem Wasser übergießen und mehrere Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.

Wie heiß sollte das Wasser sein?
Ideal sind 70 bis 80 °C. Kochendes Wasser würde zu viele Bitterstoffe lösen und das feine Kastanienaroma überdecken. Die Ziehzeit beträgt nur ein bis drei Minuten.

Was kostet Li Zi Xiang?
Im Fachhandel liegt der Preis meist bei etwa 5 Euro pro 100 Gramm. Das ist für einen so seltenen Spezialitäten-Grüntee vergleichsweise günstig.

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André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.