Legende oder Wahrheit?
Über den Wahrheitsgehalt dieses Mythos muss sicher gar nicht erst diskutiert werden. Jedem sei sein eigener Glaube erlaubt. Die Geschichte von Zeus und seinen Götterkollegen, die immer mal wieder von ihrem Olymp herabstiegen um die Welt mit frischen Halbgöttern zu beglücken, sind nicht nur bis heute überliefert. Sie besitzen einen schier ungebrochenen Unterhaltungswert und dienten bereits das ein oder andere Mal als Grundlage für ein Hollywood-Drehbuch. Sehr viel erstaunlicher ist dabei allerdings, dass in diesem speziellen Fall von Hades auch Tee ein Teil der Geschichte ist. Schließlich galt Griechenland weder damals noch heute als klassisches Tee-Land. Dennoch blicken nicht nur die Götter, sondern vor allem auf den bio Kräutertee in Griechenland auf eine lange Geschichte zurück. Gut möglich, dass die Einwohner Griechenland mit ihren Legenden über die manchmal allzu menschlichen Götter des Olymps neben einigen anderen Dingen, auch zu erklären versuchten, weshalb bestimmte Pflanzen eine bestimmte Wirkung haben.Fazit
Wir denken beim Stichwort Tee meist automatische an die „Klassiker“, wie schwarzer, grüner oder weißer Tee. Oder anders gesagt, Tee ist sicher, auch der Definition nach, ein „Aufgussgetränk aus Blättern und Knospen der Teepflanze“. Der bio Kräutertee allgemein, oder die Pfefferminze speziell haben wir dabei oft nicht im Sinn. Obwohl beides sehr gesund ist, auch gerne als fester Teil der Ernährung, um sich Fit zu halten. Die Griechen leben uns das gesunde Leben vor, mit Ihrem Essen, der griechischen Küche, Rezept und auch dem Sport. Konzentriert man sich dagegen einmal in erster Linie auf die bio Kräutertees, so wird Griechenland doch noch zur großen Teenation. Bis heute ist beispielsweise der Griechische Bergtee ein wunderbares Beispiel dafür, wie genau die Griechen ihre heimischen Pflanzen und deren Wirkung kennen. Dass sie sich diesen Einfluss auf unseren Körper mit göttlichen Geschichten mit möglichst großem Unterhaltungswert erklären wollten, kann man ihnen allerdings auch nicht übel nehmen. Vielleicht trinken wir unseren Pfefferminz-Tee das nächste Mal auch etwas bewusster, wenn wir dabei an die Legende von Hades und Minthe denken. Es kann sogar richtig Spaß machen, sich vorzustellen, wie so ein Mädchen wohl ausgesehen haben mag, was es wohl für einen Charakter hatte, wenn daraus als Pflanze die frische, würzige Minze wurde.Bildnachweis: Pfefferminze ©Thinkstock: iStockphotoPfefferminze: Mythologie und Geschichte
Die Pfefferminze (Mentha × piperita) verdankt ihren Namen der griechischen Mythologie. Die Nymphe Minthe war die Geliebte des Totengottes Hades. Als Persephone (Hades' Frau) von der Liebesaffäre erfuhr, verwandelte sie Minthe in eine niedrige, krautige Pflanze, die von Füßen getreten werden sollte. Hades, der seine Geliebte nicht vollständig schützen konnte, gab der Pflanze einen betäubenden, erfrischenden Duft, damit wenigstens ihre Schönheit und ihr Atem fortleben würden – je mehr man sie zertritt, desto stärker strömt ihr Duft aus. Diese Geschichte erklärt die ungewöhnliche Eigenschaft der Pfefferminze: Sie gedeiht durch Treten, nicht trotz ihm. Das Menthol, das beim Zerreiben freigesetzt wird, ist ihr Geist – der Hauch der unsterblichen Minthe.
Pfefferminztee: Zubereitung und Wirkung
Pfefferminztee ist einer der beliebtesten Kräutertees weltweit und einer der wirksamsten natürlichen Heilmittel. Zubereitung: frische Pfefferminzblätter (8–10 Blätter pro Tasse) oder getrocknete Blätter (1 gehäufter TL), mit kochendem Wasser übergießen, Tasse abdecken (damit ätherisches Öl nicht entweicht), 5–7 Minuten ziehen. Frische Minze ist intensiver und erfrischender als getrocknete. Die Hauptwirkstoffe Menthol und Menthon wirken: krampflösend (besonders im Darm – bei Reizdarmsyndrom sehr wirksam), antibakteriell, antiviral, schmerzlindernd (Menthol hemmt Schmerzrezeptoren), schweißtreibend (bei Erkältungen) und kühlend durch Aktivierung von Kälterezeptoren. Magere Einschränkung: bei Sodbrennen und Reflux kann Pfefferminze den Schließmuskel des Magens entspannen und Symptome verschlimmern.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber Jiaogulan Tee. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu chinesische Teekultur. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu Yan Cha Felsentee.
Pfefferminze in der Heilkunde: Traditionell und modern
Pfefferminze wurde bereits von Ägyptern, Griechen und Römern medizinisch genutzt. Hippokrates empfahl sie zur Behandlung von Fieber und Magenproblemen. Im Mittelalter war sie in klösterlichen Kräutergärten unverzichtbar. Die Heiligen Hildegard von Bingen beschrieb ihre Wirkung auf Kopfschmerzen und Nervensystem. Heute ist Pfefferminzöl ein anerkanntes Phytopharmakon: Verkapselte Pfefferminzöl-Formulierungen sind klinisch wirksam bei Reizdarmsyndrom (IBS) und wurden in mehreren Metaanalysen bestätigt. Als Kopfschmerzmittel äußerlich angewendet zeigt Pfefferminzöl Wirksamkeit vergleichbar mit Paracetamol. Pfefferminztee ist die zugänglichste Form, auch wenn standardisierte Extrakte konzentriertere Wirkungen liefern.
Häufig gestellte Fragen zu Pfefferminztee
Ist Pfefferminztee bei Magenproblemen sinnvoll?
Ja bei Krämpfen, Blähungen und Reizdarmsyndrom. Nein bei Sodbrennen und Reflux – Pfefferminze kann den Ösophagusschließmuskel entspannen und Reflux verschlimmern.
Enthält Pfefferminztee Koffein?
Nein – reiner Pfefferminztee ist koffeinfrei. Nur wenn er mit Schwarztee oder Grüntee gemischt wird, enthält er Koffein.
Kann man Pfefferminztee bei Erkältungen trinken?
Ja – Menthol öffnet Atemwege und lindert Nasenverstopfung. Der Dampf beim Trinken hat zusätzliche inhalative Wirkung.
Wann sollte man Pfefferminztee nicht trinken?
Bei Reflux, Sodbrennen, Gallensteinen (kann Gallenkolik auslösen) und bei Säuglingen (Menthol kann Atemnot verursachen).
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