Hades und die Pfefferminze


Den griechischen Göttern auf dem Olymp werden ja bereits seit Jahrhunderten die wildesten Abenteuer und Affären nachgesagt. Vor allem ihr Oberhaupt, Zeus höchstpersönlich, soll es teilweise ganz arg getrieben haben. So nutze er den Sagen und Legenden nach seine göttlichen Kräfte und Fähigkeiten mehr als einmal um sich beispielsweise in einen Stier zu verwandeln und in fremder Gestalt die hübschesten Mädchen zu verführen. Dadurch zog er in der Regel jedoch stets den Zorn seiner Frau Hera auf sich, dank deren Rache die arme junge Sterbliche ins Verderben gestürzt wurde und somit gleich doppeltes Opfer in der Geschichte wurde.

Hades und die Pfefferminze

Doch auch Hades, der Herrscher der Unterwelt, stand seinem Bruder Zeus was solche Eskapaden betrifft, nicht wirklich nach. Auch er hatte wohl hin und wieder das Bedürfnis nach Abwechslung und weckte so den Zorn seiner Frau Persephone. Für die griechischen Götter eher ungewöhnlich, ist dagegen die Tatsache, dass bei Hades Abenteuer auch Tee einmal eine Rolle spielte.

Hades blieb zwar bei seiner eigenen Gestalt, als er die Unterwelt verließ um das Herz eines Menschenmädchens zu erobern, wusste aber trotzdem durchaus, was beeindruckte. Denn als Fortbewegungsmittel hatte er sich einen goldenen Streitwagen ausgesucht, der von tiefschwarzen Pferden gezogen wurde. Sie stellten so einen perfekten Kontrast zu dem in der Sonne glänzenden Wagen dar.

Das arme Mädchen, das das Pech hatte, Hades so zu begegnen, muss wirklich im wahrsten Sinne des Wortes von ihm geblendet gewesen sein. In stolzer Pose auf seinem Streitwagen stehend und die kräftigen Pferde kommandierend, könnte sie durchaus den Eindruck eines Gottes von ihm gehabt haben. Lange Rede kurzer Sinn, die Frau verfiel dem Gott der Unterwelt.

pfefferminztee

Zu ihrem Unglück hatte jedoch Persephone die Verfolgung ihres Mannes aufgenommen. Und in flagranti erwischt, stand Hades natürlich nicht zu seiner neuen Geliebten. Stattdessen winselte er vor seiner Frau um Vergebung, beteuerte seine Reue und versicherte ihr, ab sofort ein treuer Ehemann zu sein. So ließ Persephone ihre Wut ausschließlich an dem jungen Mädchen aus und verwandelte sie in eine Pflanze.

Der Name des Mädchens war Minthe, heute, in ihrer Form als Pflanze, ist sie uns als Pfefferminze bekannt und die Griechen sind überzeugt, dass die Minze-Pflanze genau dieselben verführerischen Eigenschaften besitzt, wie das Mädchen Minthe. Sie verleiht sowohl Getränken, als auch Speisen eine besonders frische Note. Als Tee hilft sie an heißen Tagen scheinbar einen kühlen Kopf zu bewahren und verführt gleichzeitig doch zu mehr.

Legende oder Wahrheit?

Über den Wahrheitsgehalt dieses Mythos muss sicher gar nicht erst diskutiert werden. Jedem sei sein eigener Glaube erlaubt. Die Geschichte von Zeus und seinen Götterkollegen, die immer mal wieder von ihrem Olymp herabstiegen um die Welt mit frischen Halbgöttern zu beglücken, sind nicht nur bis heute überliefert. Sie besitzen einen schier ungebrochenen Unterhaltungswert und dienten bereits das ein oder andere Mal als Grundlage für ein Hollywood-Drehbuch.

Sehr viel erstaunlicher ist dabei allerdings, dass in diesem speziellen Fall von Hades auch Tee ein Teil der Geschichte ist. Schließlich galt Griechenland weder damals noch heute als klassisches Tee-Land. Dennoch blicken nicht nur die Götter, sondern vor allem auf den bio Kräutertee in Griechenland auf eine lange Geschichte zurück. Gut möglich, dass die Einwohner Griechenland mit ihren Legenden über die manchmal allzu menschlichen Götter des Olymps neben einigen anderen Dingen, auch zu erklären versuchten, weshalb bestimmte Pflanzen eine bestimmte Wirkung haben.

Fazit

Wir denken beim Stichwort Tee meist automatische an die „Klassiker“, wie schwarzer, grüner oder weißer Tee. Oder anders gesagt, Tee ist sicher, auch der Definition nach, ein „Aufgussgetränk aus Blättern und Knospen der Teepflanze“. Der bio Kräutertee allgemein, oder die Pfefferminze speziell haben wir dabei oft nicht im Sinn. Obwohl beides sehr gesund ist, auch gerne als fester Teil der Ernährung, um sich Fit zu halten. Die Griechen leben uns das gesunde Leben vor, mit Ihrem Essen, der griechischen Küche, Rezept und auch dem Sport.

Konzentriert man sich dagegen einmal in erster Linie auf die bio Kräutertees, so wird Griechenland doch noch zur großen Teenation. Bis heute ist beispielsweise der Griechische Bergtee
ein wunderbares Beispiel dafür, wie genau die Griechen ihre heimischen Pflanzen und deren Wirkung kennen. Dass sie sich diesen Einfluss auf unseren Körper mit göttlichen Geschichten mit möglichst großem Unterhaltungswert erklären wollten, kann man ihnen allerdings auch nicht übel nehmen.

Vielleicht trinken wir unseren Pfefferminz-Tee das nächste Mal auch etwas bewusster, wenn wir dabei an die Legende von Hades und Minthe denken. Es kann sogar richtig Spaß machen, sich vorzustellen, wie so ein Mädchen wohl ausgesehen haben mag, was es wohl für einen Charakter hatte, wenn daraus als Pflanze die frische, würzige Minze wurde.

pfefferminztee

Bildnachweis: Pfefferminze ©Thinkstock: iStockphoto

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.