Grüner Tee ist nicht nur lecker, sondern auch noch sehr gesund. Mit seinem regelmäßigen Konsum schützen wir unseren Körper vor Krebs, helfen ihm beim Abnehmen und halten ihn fast schon ganz nebenbei auch noch jung. Die Liste der positiven Effekte, die dem grünen Tee nachgesagt werden, ließe sich noch um zahlreiche Punkte erweitern. Dabei gibt es allerdings ein nicht zu vernachlässigendes Problem. Bisher ist nur ein Bruchteil der angeblichen Wirkung des grünen Tees tatsächlich wissenschaftlich dokumentiert und einwandfrei bewiesen worden. Bei den meisten der Argumente, die den gesundheitlichen Vorteil von grünem Tee loben, handelt es sich eher um subjektive Wahrnehmungen und Vermutungen, als um unumstrittene Tatsachen. Zumindest was das "Gerücht" über die regulierende Wirkung bei Problemen mit Bluthochdruck betrifft, ist der Wissenschaft vor kurzem ein regelrechter Durchbruch gelungen. Im Rahmen der Studie wurden der Blutdruck und zudem Cholesterin, Insulin und Entzündungsparameter im Blut von insgesamt 56 adipösen Patienten untersucht. Mit ihrem starken Übergewicht waren sie für solch eine Studie bestens geeignet, da in diesem Fall das Risiko für gesundheitliche Probleme, die unter dem Begriff "Metabolisches Syndrom" zusammengefasst werden, besonders groß ist. Die Kombination aus Bluthochdruck, schlechten Blutfettwerten, Insulinresistenz und zudem extremer Fettleibigkeit werden nicht ohne Grund häufig auch "tödliches Quartett" genannt. Ziel war es, ein Senken dieser Werte zu erzielen.Die Probanden wurden im Rahmen dieser Studie in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine bekam über den Untersuchungszeitraum einen standardisierten Grüntee-Extrakt, die andere einen sogenannten Placebo, also eine wirkungslose Lösung. Wie bei solchen standardisierten Untersuchungen üblich, handelte es sich um eine sogenannte Doppelblind-Studie, also weder die Patienten, noch das medizinische Personal, dass die Teilnehmer betreute und ihnen die Präparate verabreichte, wussten, wer in welcher Gruppe war. Dieses Vorgehen garantiert eindeutige Ergebnisse, die keinesfalls durch irgendwelche persönlichen Erwartungen oder Vorurteile beeinflusst werden konnten. So ist das Resultat der wissenschaftlichen Arbeit absolut unangreifbar. Umso erfreulicher dürften die Ergebnisse dieser neuen Studie für Grüntee-Fans sein und der ein oder andere wird sich wohl ein "Ich hab's ja gewusst!" kaum verkneifen können. So hatte sich am Ende des Testzeitraums bei der Grünteegruppe nämlich nicht nur der Blutdruck signifikant gesenkt. Auch die Blutfettwerte waren verbessert, wobei vor allem das "schlechte" Cholesterin zurückgegangen war. Und fast schon um das ganze abzurunden, hatten die Grüntee-Trinker nicht nur bessere Entzündungsparameter, auch die Insulinwerte waren verbessert. Insgesamt lässt sich zusammenfassen also sagen, dass grüner Tee ganz eindeutig einen positiven Effekt auf unsere Gesundheit hat und vor allem bei übergewichtigen oder sogar extrem übergewichtigen das Blutbild entscheidend verbessern kann.

Fazit

Das sind sicher gute Nachrichten, nicht nur für diejenigen unter uns, die ohnehin schon immer gerne grünen Tee getrunken haben. Oftmals hat man den Eindruck, dass diejenigen, die gerne Tee trinken, sich ohnehin schon viele Gedanken um ihre Gesundheit machen und ein besonders bewusstes Leben führen. Etwas ketzerisch könnte man sagen, sie hätten solche Wirkungen auf die Gesundheit eigentlich schon gar nicht mehr nötig. Umso erfreulicher ist es, dass man keineswegs Idealgewicht haben oder regelmäßig Sport treiben muss, um von grünem Tee zu profitieren. Wer etwas für seinen Körper, seine Gesundheit und damit auch für sich etwas Gutes tun möchte, der kann ganz einfach damit beginnen, regelmäßig grünen Tee zu trinken. Vielen fällt es schwer, sich regelmäßig zu bewegen oder gesünder zu ernähren. Trinken Sie viele grüne Tees, mindestens eine Tasse täglich, das wäre ein guter Anfang und nur scheinbar ein kleiner Schritt. Denn schon so könnte man seine Gesundheit positiv beeinflussen und nach und nach den eigenen Lebensstil verbessern. Es sind tatsächlich oft die sprichwörtlichen Kleinigkeiten, die zählen und gerade die, die große Veränderungen scheuen, werden sich freuen, dass es gar nicht immer große Schritte sind, die gemacht werden müssen. Was grünen Tee betrifft, gibt ihnen die Wissenschaft inzwischen absolut Recht.Bildnachweis: grüner Tee © Teamarbeit - Fotolia.com

Grüner Tee bei Bluthochdruck – Zubereitung und Empfehlungen

Grüner Tee wird häufig als natürliche Unterstützung bei erhöhtem Blutdruck empfohlen. Für diesen Zweck gelten besondere Zubereitugsempfehlungen: Grüntee sollte bei niedrigeren Temperaturen (70-80 Grad) zubereitet werden, um das Koffein nicht vollständig zu extrahieren, da Koffein in großen Mengen den Blutdruck kurzfristig erhöhen kann. Die Ziehzeit sollte zwei bis drei Minuten betragen. Ohne Milch oder Zucker getrunken. Zwei bis drei Tassen täglich sind für eine blutdruckbezogene Wirkung sinnvoll. Bei erhöhtem Blutdruck sollte der Konsum gleichmäßig über den Tag verteilt werden – nicht alle auf einmal. Personen, die Antihypertensiva einnehmen, sollten vor dem regelmäßigen Grünteekonsum ihren Arzt informieren, da Wechselwirkungen möglich sind. Qualitativ hochwertiger Sencha aus Japan oder Lung Ching aus China sind gute Ausgangspunkte für eine blutdruckunstützende Grüntee-Routine.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zu Grüntee und Bluthochdruck

Mehrere klinische Studien und Meta-Analysen haben den Effekt von Grüntee auf den Blutdruck untersucht. Eine umfangreiche Meta-Analyse aus dem Jahr 2014 mit über 1000 Probanden zeigte, dass regelmäßiger Grünteekonsum (mindestens 12 Wochen) den systolischen Blutdruck um durchschnittlich 1,98 mmHg und den diastolischen um 1,92 mmHg senken kann. Diese Werte sind statistisch signifikant, aber klinisch bescheiden. Der Mechanismus: EGCG und andere Catechine entspannen die glatte Muskulatur der Blutgefäße und fördern die Produktion von Stickstoffmonoxid (NO), das die Gefäße weitet. L-Theanin hat ebenfalls blutdrucksenkende Wirkungen durch Hemmung von Angiotensin-II. Der Antioxidantienreichtum reduziert oxidativen Stress in den Blutgefäßwänden, was langfristig gefäßschützend wirkt. Grüntee ist kein Ersatz für Blutdruckmedikamente, kann aber als ergänzende Maßnahme Teil eines herzgesunden Lebensstils sein.

Weitere herzschützende Maßnahmen in Kombination mit Grüntee

Für optimale Blutdruckkontrolle ist Grüntee am wirksamsten als Teil eines ganzheitlichen Ansatzes. Regelmäßige Bewegung (150 Minuten moderate Aktivität pro Woche) senkt den Blutdruck um 5-8 mmHg. Salzreduktion auf unter 5g täglich ist eine der effektivsten Einzelmaßnahmen mit 2-8 mmHg Blutdrucksenkung. Eine mediterrane Ernährung mit viel Obst, Gemüse und gesunden Fetten schützt das Herz-Kreislauf-System. Gewichtsreduktion senkt den Blutdruck um etwa 1 mmHg pro Kilogramm abgenommenem Gewicht. Stressreduktion durch Meditation, Yoga oder andere Entspannungstechniken wirkt nachweislich blutdrucksenkend. Grüntee kann in dieses Gesamtkonzept gut integriert werden und seinen bescheidenen, aber realen Beitrag leisten.

Häufige Fragen zu Grüntee und Bluthochdruck

Erhöht Grüntee nicht den Blutdruck durch Koffein?
Koffein kann kurzfristig den Blutdruck erhöhen. Im Grüntee wird dieser Effekt durch L-Theanin abgemildert. Zudem gewöhnt sich der Körper bei regelmäßigem Konsum an Koffein, was den Blutdruckeffekt reduziert. Die Langzeitwirkung ist blutdrucksenkend.

Wie lange muss ich Grüntee trinken, bis eine Wirkung eintritt?
Studien zeigen Wirkung nach 12 Wochen regelmäßigen Konsums. Eine sofortige Blutdrucksenkung ist nicht zu erwarten – Grüntee ist eine langfristige Maßnahme.

Kann ich Grüntee mit meinen Blutdruckmedikamenten kombinieren?
Im Allgemeinen ja, aber Ihr Arzt sollte informiert werden. Grüntee kann die Wirkung mancher Medikamente leicht beeinflussen. Bei starkem Konsum und bestimmten Medikamenten (z.B. Beta-Blocker) ist Vorsicht geboten.

Welcher Grüntee ist am besten für den Blutdruck?
Alle Grüntees mit hohem EGCG-Gehalt sind geeignet. Matcha hat die höchste Catechin-Konzentration (da ganze Blätter getrunken werden), gefolgt von Gyokuru und hochwertigem Sencha.

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