Bacardi-Tee ist kein fertiges Produkt aus dem Teeregal, sondern ein Mixgetränk: kalter Tee als Basis, weißer Rum als Schuss. Die Kombination funktioniert mit Schwarztee, Grüntee und Früchtetee gleichermaßen und liefert mit wenigen Zutaten Cocktails und Bowlen für warme Tage. Hier finden Sie ein Grundrezept mit exakten Mengenangaben, drei erprobte Varianten und eine ehrliche Einordnung, wie viel Alkohol tatsächlich im Glas landet.

Was hinter dem Mixgetränk steckt

Tee-Cocktails haben sich von der Bar-Spielerei zum festen Bestandteil vieler Getränkekarten entwickelt. Rum eignet sich dafür besonders gut, weil seine süßlichen Melasse-Noten die Gerbstoffe des Tees abrunden. Der Klassiker für solche Drinks ist Bacardi Carta Blanca, ein weißer Rum mit 37,5 % Vol., dessen Herstellerhaus 1862 im kubanischen Santiago de Cuba gegründet wurde.

Das Prinzip ist simpel: Statt Cola oder Limonade bildet gekühlter Tee die Basis. Der bringt deutlich weniger Zucker mit als fertige Softdrinks und steuert eigene Aromen bei — von herb-malzig bei Schwarztee bis fruchtig-säuerlich bei Hibiskusmischungen. Wer eine Karaffe Eistee im Kühlschrank hat, ist vom fertigen Drink nur einen Handgriff entfernt.

Grundrezept: Eistee-Highball mit Rum Schritt für Schritt

1. Brühen Sie 500 ml kräftigen Schwarztee mit doppelter Dosierung auf, also 4 bis 5 Teelöffeln statt der üblichen 2 bis 3. 2. Süßen Sie noch heiß mit 2 Esslöffeln Zucker oder Honig und lassen Sie den Tee vollständig abkühlen — erst bei Zimmertemperatur, dann mindestens eine Stunde im Kühlschrank. 3. Füllen Sie ein Longdrinkglas mit Eiswürfeln. 4. Geben Sie 4 cl weißen Rum und 1 cl frischen Zitronensaft dazu. 5. Mit 12 cl kaltem Tee auffüllen und einmal umrühren.

Ein Trick aus der Bowlenküche: Ersetzen Sie die Eiswürfel durch gefrorene Beeren oder Melonenstücke. Das gefrorene Obst kühlt den Drink genauso zuverlässig, verwässert ihn aber nicht und gibt beim Auftauen zusätzliches Aroma ab. Wie die alkoholfreie Basis perfekt gelingt, zeigt unsere Anleitung für selbst gemachten, kalorienarmen Eistee.

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Drei Varianten: Bowle, Zitrus-Drink und Tee mit Schuss

Melonen-Bowle: 1 Liter abgekühlten Früchtetee mit 150 ml Rum und 200 g gefrorenen Melonenkugeln in ein Bowlengefäß geben, 30 Minuten ziehen lassen. Zitrus-Variante: Rum und Zitronen- oder Limetten-Eistee zu gleichen Teilen mischen, mit einem Spritzer Limettensaft und Minzblättern servieren — die erfrischendste Version für heiße Tage. Tee mit Schuss: Wer es leichter mag, dreht das Verhältnis um und gibt nur 2 cl Rum auf 250 ml Tee.

Auch aromatisierte Schwarztees machen sich gut als Basis: Das Bergamotte-Aroma eines Earl Grey harmoniert auffallend gut mit der Zitrusnote im Drink. Für Bowlen mit Obst empfehlen sich dagegen milde Früchtemischungen, die die Süße der Früchte aufgreifen.

Welcher Tee eignet sich als Basis?

Kräftiger Schwarztee, etwa ein Assam, steht geschmacklich am stabilsten gegen den Rum und verträgt auch Zucker und Zitrone. Grüntee ergibt leichtere, grasig-frische Drinks, sollte aber nur 2 Minuten ziehen, damit keine dominanten Bitterstoffe entstehen. Früchtetee aus Hibiskus und Hagebutte bringt Farbe und Säure mit und ist die naheliegende Wahl für Bowlen.

Besonders weiche Ergebnisse liefert die Kaltextraktion: Dafür lassen Sie 8 g Tee pro Liter 6 bis 8 Stunden im Kühlschrank ziehen. Der Aufguss wird dadurch milder und weniger herb, weil sich bei niedriger Temperatur kaum Gerbstoffe lösen. Mehr zu dieser Methode lesen Sie im Beitrag Tee geht auch kalt.

Alkoholgehalt: was wirklich im Glas landet

Ein Highball mit 4 cl Rum zu 37,5 % Vol. enthält rund 12 g reinen Alkohol — etwa so viel wie ein kleines Bier (0,3 l). Das Tückische an Tee-Cocktails: Die Süße und das Teearoma überdecken den Alkohol, sodass die Wirkung oft erst verzögert spürbar wird und schneller nachbestellt wird als bei purem Rum. Trinken Sie deshalb bewusst langsam und stellen Sie Wasser dazu.

Auch kalorisch zählt der Drink: Mit Zuckersirup kommt ein Glas auf etwa 130 bis 160 kcal. Das ist immer noch deutlich weniger als viele Trendgetränke — beim Bubble Tea liegen 400 ml schnell beim Doppelten. Wer ganz auf Alkohol verzichten will, ersetzt den Rum durch 2 cl Vanillesirup und einen Spritzer Limette: Der Drink bleibt komplex, das Koffein des Tees liefert die Belebung.

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Häufige Fragen

Was ist Bacardi-Tee genau?
Ein Mixgetränk aus gekühltem Tee und weißem Rum. Üblich sind 4 cl Rum auf 12 cl starken Eistee plus Zitronensaft und Eis. Als Basis eignen sich Schwarztee, Grüntee oder Früchtetee.

Welcher Tee passt am besten zu Rum?
Kräftiger Schwarztee wie Assam hält dem Rum geschmacklich stand, Earl Grey steuert Bergamotte bei. Für Bowlen passen Früchtetees mit Hibiskus, für leichte Drinks kurz gezogener Grüntee.

Wie viel Alkohol enthält ein Glas Bacardi-Tee?
Mit dem üblichen Schuss von 4 cl Rum (37,5 % Vol.) sind es rund 12 g reiner Alkohol pro Glas — vergleichbar mit einem kleinen Bier. Die Süße überdeckt den Alkohol, also langsam genießen.

Warum gefrorenes Obst statt Eiswürfel verwenden?
Gefrorene Beeren oder Melonenstücke kühlen den Drink, ohne ihn beim Schmelzen zu verwässern. Beim Auftauen geben sie zusätzlich Fruchtaroma ab — ideal für Bowlen.

Kann man Bacardi-Tee alkoholfrei mixen?
Ja. Ersetzen Sie den Rum durch 2 cl Vanille- oder Mandelsirup und einen Spritzer Limettensaft. Der starke, kalte Tee bleibt die aromatische Basis und liefert über sein Koffein die Belebung.

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André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.