Fazit
Dieses phänomenale Ergebnis will das Heidelberger Team so bald wie möglich mit weiteren Studien absichern und noch intensiver beleuchten. Amyloidas-Patienten kann man aber schon jetzt empfehlen, täglich Grünen Tee zu trinken. Zwei Liter und das auch noch Tag für Tag ist ohne Zweifel eine enorme Menge. Man darf nicht vergessen, dass Grüner Tee auch Teen bzw. Koffein enthält. Wer es nicht schafft, am Tag so viel zu trinken, oder wer, verständlicher Weise, ab und zu auch nochmal was anderes trinken möchte, als immer nur Grünen Tee, der kann jederzeit auf die Kapseln mit Grüntee-Extrakt zurück greifen. Oder man wählt eine Sorte, die besonders reich an Katechinen ist, wie etwa Matcha oder Sencha aus Japan oder China. Sicher darf man sich selbst von Grünem Tee keine Wunder erwarten und eine Erkrankung wie Amyloidose ist viel zu ernst, als das man sie mit „einfach ein bisschen Tee trinken“ abtun sollte. Ohne regelmäßige Kontrollen beim Arzt ist das Risiko daran zu sterben viel zu hoch. Dennoch kommt es auf einen Versuch an, ob man mit Hilfe des Tees das Fortschreiten der Eiweißablagerungen und damit der Erkrankung nicht stoppen kann. Sicherlich sind eine gesunde Ernährung und Sport ein weiterer Baustein, um sich gesund zu halten und Krankheiten zu umgehen.Bildnachweis: Grüntee ©Thinkstock: iStockphotoWas ist Amyloidose und wie kann Grüntee helfen?
Amyloidose ist eine seltene, aber ernste Erkrankungsgruppe, bei der fehlgefaltete Proteine (Amyloide) sich in Organen ablagern und diese schädigen. Je nach betroffenem Organ unterscheidet man zwischen systemischer und lokaler Amyloidose; zu den schwersten Formen gehört die AL-Amyloidose (Leichtketten-Amyloidose) und die Transthyretin-Amyloidose (ATTR). Auch Alzheimer ist mit Amyloid-Ablagerungen (Beta-Amyloid-Plaques) im Gehirn assoziiert. EGCG (Epigallocatechingallat) aus Grüntee hat in Laborstudien eine bemerkenswerte Eigenschaft gezeigt: Es kann die Bildung von Amyloid-Fibrillen hemmen und bereits gebildete Fibrillen destabilisieren. Diese Eigenschaft macht EGCG zu einem interessanten Forschungsgegenstand für neurodegenerative und amyloide Erkrankungen.
Forschungsstand zu Grüntee und Amyloid-Erkrankungen
Die Forschung zu EGCG und Amyloidose ist vielversprechend, aber noch in einem frühen Stadium. In vitro (Zellkultur) und in vivo (Tierstudien) zeigt EGCG konsistent anti-amyloidogene Wirkung: Es verhindert die Aggregation von Beta-Amyloid bei Alzheimer-Mausmodellen, hemmt Transthyretin-Fibrillenbildung in Zellstudien und stabilisiert Transthyretin-Tetramere (was ATTR-Amyloidose verhindert). Klinische Studien am Menschen sind noch begrenzt: Eine Phase-II-Studie an ATTR-Amyloidose-Patienten zeigte, dass EGCG die Fibrillenbildung verlangsamte. Diese Ergebnisse müssen in größeren Phase-III-Studien bestätigt werden. Grüntee ist kein bewiesenes Therapeutikum für Amyloidose, aber die wissenschaftliche Evidenz rechtfertigt weiteres Forschen.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber Jiaogulan Tee. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu chinesische Teekultur. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu Yan Cha Felsentee.
Grüntee als präventive Maßnahme
Auch wenn Grüntee keine bewiesene Therapie für Amyloidose ist, legen epidemiologische Daten nahe, dass regelmäßiger Grünteekonsum neuroprotektiv wirkt. Japanische Kohortenstudien zeigen, dass Menschen, die täglich grünen Tee trinken, ein niedrigeres Risiko für kognitive Erkrankungen haben. Dies könnte mit den anti-amyloidogenen Eigenschaften von EGCG zusammenhängen. Für die präventive Nutzung: 3–5 Tassen Grüntee täglich liefern signifikante EGCG-Mengen (ca. 50–100 mg EGCG pro Tasse). Matcha als konzentrierteste Form liefert bei einer Portion das Vielfache. Für therapeutische EGCG-Mengen (die in Studien verwendet wurden) werden Extrakte benötigt – immer unter medizinischer Aufsicht.
Häufig gestellte Fragen zu Grüntee und Amyloidose
Kann Grüntee Alzheimer heilen?
Nein – aber EGCG hat in Laborstudien anti-amyloidogene Eigenschaften gezeigt. Klinische Studien am Menschen laufen noch.
Wie viel EGCG enthält eine Tasse Grüntee?
Je nach Qualität 30–150 mg EGCG pro Tasse. Matcha enthält deutlich mehr (bis 300 mg pro Portion).
Sollte ich EGCG-Kapseln nehmen statt Tee zu trinken?
Hohe EGCG-Dosen (über 800 mg täglich) aus Extrakten können lebertoxisch sein. Tee trinken ist sicherer; Extrakte nur unter medizinischer Aufsicht.
Gibt es andere Nahrungsmittel mit anti-amyloidogenen Eigenschaften?
Ja – Resveratrol (Rotwein), Quercetin (Äpfel, Zwiebeln), Curcumin (Kurkuma) zeigen ähnliche Eigenschaften in Laborstudien.
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