Auffällig bei den chinesischen grünen Tee ist vor allem, im Vergleich zu den japanischen Sorten, die hohe Kreativität bei der Namensgebung. So heißt einer der beliebtesten grünen Tees Chinas "Chun Mee", was übersetzt so viel bedeutet, wie "wertvolle Augenbraue". Der Name ist eine Anspielung auf die Form der Teeblätter nach dem Herstellungsprozess. Diese werden nämlich gerollt und gebogen und erinnern schließlich in ihrem Aussehen tatsächlich ein wenig an Augenbrauen.

Inhaltsstoffe

Was die Inhaltsstoffe betrifft, so hebt sich der Chun Mee nicht wesentlich von anderen grünen Tees ab. Die Hauptkomponenten der klassischen Inhaltsstoffe sind alle in mehr oder weniger ähnlichen Konzentrationen vorhanden. Lediglich die Geschmacksstoffe variieren etwas. So schmeckt Chun Mee eher etwas säuerlich und ist auf keinen Fall als süßlich zu bezeichnen. Dennoch überzeugt er durch einen frisch-herben Geschmack.

Anbaugebiete

Ursprünglich kam Chun Mee ausschließlich aus der Provinz Jiangxi in China. Heutzutage allerdings, vor allem auch, weil diese Sorte sich in Asien so großer Beliebtheit erfreut, gibt es auch Kulturen in Japan und Taiwan. Bio-Bauen sprießen aus dem Boden, denn auch in China legt man mehr wert auf eine möglichst unbehandelte Aufzucht von Tee. Wichtig für eine gute Qualität des Tees ist vor allem subtropischen Klima. Auch die Tatsache, dass Jiangxi eine sehr hohe jährliche Niederschlagmenge vorzuweisen hat und damit Chinas feuchteste Provinz ist, mag seinen Teil zur Teequalität beitragen.

Herstellung

Die Besonderheit bei der Herstellung von Chun Mee Tee ist die Tatsache, dass die noch frischen Teeblätter direkt nach der Ernte bereits gedämpft werden. Erst dann werden sie zum Welken und Trocknen ausgelegt. Ist die restfeuchte der Blätter ausreichend gering, werden sie gerollt und gebogen. So erhalten sie ihre charakteristische und namensgebende Form. In der Zubereitung unterscheidet sich dieser Grüntee nicht. Den Tee mit ca. 80-90 Grad heißem Wasser übergießen und nur wenige Minuten ziehen lassen, bevor er zu bitter wird. Was allerdings in China sehr beliebt ist und geschätzt wird.

Fazit

Wer denkt, dass bereits Japan alle möglichen Geschmacksvariationen in Sachen grüner Tee abdeckt, der irrt und wird sich eines Besseren belehren lassen müssen. Chinesische Sorten schaffen es tatsächlich immer doch noch einmal irgendwie anders zu schmecken und Unterschiede zu definieren. Der Chun Mee überrascht mit einem im ersten Moment gar nicht typischen säuerlichen Aroma. Dennoch ist er ein klassischer grüner Tee mit sehr hellem Aufguss, kräftig frischem Geschmack, manchmal sogar etwas rauchig und wegen des minimalistischem Herstellungsprozess nahezu naturbelassenen Teeblättern. Er steht dem Gehalt und der Wirkung von Koffein gegenüber anderen Tees mit nichts nach. Wenn das alles keine Argumente sind, um nach Möglichkeit selbst einmal eine Tasse dieses Klassikers zu probieren... Schließlich muss es einen guten Grund geben, warum gerade dieser Tee so beliebt ist.Bildnachweis: Chun Mee © ivan kmit - Fotolia.com

Chun Mee zubereiten: Der Augenbrauen-Tee aus China

Chun Mee (auch Zhen Mei oder „kostbare Augenbrauen") ist ein chinesischer Grüntee mit charakteristisch gebogenen, augenbrauenförmigen Blättern. Als robuster Alltagsgrüntee ist er weniger empfindlich als Spezialitäten wie Dragonwell oder Pi Lo Chun. Wasser auf 75 bis 80 Grad Celsius abkühlen lassen. Pro 250 ml Wasser zwei bis drei Gramm Chun Mee verwenden. Zwei bis drei Minuten ziehen lassen. Chun Mee gibt zwei bis drei Aufgüsse ab und hat eine helle, goldgrüne Farbe.

Im Geschmack ist Chun Mee charakteristisch für gunpowder-ähnliche Grüntees: leicht rauchig, mit einer angenehmen Adstringenz und einem trockenen Abgang. Er ist kräftiger als die feinen chinesischen Grüntees und erinnert etwas an nordafrikanischen Minztee, der tatsächlich häufig auf Basis von Chun Mee oder Gunpowder-Tee zubereitet wird. Mit frischer Minze und Zucker aufgegossen ist Chun Mee die klassische Basis des marokkanischen Minztees.

Chun Mee in der Welt: Der Tee hinter dem Minztee

Chun Mee ist in Europa weniger bekannt als Sencha oder Dragonwell, spielt aber international eine wichtige Rolle: Er ist die häufigste Grüntee-Basis des nordafrikanischen und nahöstlichen Minztees. In Marokko, Tunesien, Algerien, der Türkei und vielen arabischen Ländern wird Chun Mee mit Frischer Minze und viel Zucker zu dem typischen Minztee gebrüht, der als Gastfreundschaftsgetränk und Nationalgetränk gilt. Ohne Chun Mee oder den verwandten Gunpowder-Tee gäbe es keine nordafrikanische Teekultur in ihrer bekannten Form.

Chun Mee wird hauptsächlich in den Provinzen Jiangxi, Zhejiang und Anhui in China produziert und ist ein wichtiges Exportprodukt. Da er weniger edel ist als Premium-Grüntees, richtet er sich an den Massenmarkt und wird in großen Mengen produziert. Für Teeliebhaber, die einen robusten, charaktervollen Grüntee für den täglichen Gebrauch suchen, ist Chun Mee eine gute und günstige Option.

Häufig gestellte Fragen zu Chun Mee

Ist Chun Mee derselbe wie Gunpowder-Tee?
Nicht ganz – beide sind chinesische Grüntees mit ähnlichem Charakter und ähnlicher Verwendung, aber unterschiedlicher Verarbeitung. Gunpowder-Blätter werden zu kleinen Kugeln gerollt; Chun Mee-Blätter in Augenbrauen-Form gerollt. Chun Mee hat ein etwas feineres Aroma als Gunpowder und wird qualitativ etwas höher eingestuft.

Kann man mit Chun Mee Minztee machen?
Ja, Chun Mee ist eine klassische Basis für nordafrikanischen Minztee. Chun Mee oder Gunpowder mit frischer Pfefferminze aufbrühen, kräftig süßen (traditionell viel Zucker oder Kandis), in hohen Gläsern servieren und aus erhöhter Höhe einschenken (das erzeugt den typischen Schaum).

Enthält Chun Mee viel Koffein?
Chun Mee enthält als Grüntee moderates Koffein – schätzungsweise 25-40 mg pro Tasse. Durch seine robuste Verarbeitung ist der Koffeingehalt etwas höher als bei zarten Frühlings-Grüntees. Als Morgen- oder Nachmittags-Tee gut geeignet.

Zubereitung von Chun Mee Grüntee

Chun Mee (珍眉, „wertvolle Augenbraue") ist ein chinesischer Grüntee aus der Provinz Zhejiang, dessen Blätter charakteristisch gebogen und nadelartig sind, was an eine Augenbraue erinnert – daher der Name. Er ist einer der meistproduzierten und exportierten Grüntees Chinas. Für die Zubereitung werden drei bis vier Gramm Chun Mee (etwa ein bis zwei Teelöffel) pro 200 ml Wasser benötigt. Das Wasser sollte auf 70 bis 80 Grad abgekühlt sein – heißeres Wasser macht den Tee zu bitter. Die Ziehzeit beträgt zwei bis drei Minuten für den ersten Aufguss; Chun Mee lässt sich meist zwei bis drei Mal aufgießen. Der Tee hat einen charakteristisch herb-plumigen, leicht sauren Geschmack mit einem nussigen Unterton. Diese dezent säuerliche Note ist typisch für Chun Mee und resultiert aus seinem Verarbeitungsprozess. Pur getrunken kommt sein volles Aroma am besten zur Geltung. In Nordafrika wird Chun Mee traditionell als Basis für den stark gesüßten Minztee (Atay) verwendet.

Wirkung und Inhaltsstoffe von Chun Mee

Wie alle Grüntees enthält Chun Mee wertvolle Catechine, insbesondere EGCG (Epigallocatechingallat), eines der stärksten pflanzlichen Antioxidantien. Diese Catechine schützen Körperzellen vor oxidativem Stress, wirken entzündungshemmend und können das Risiko chronischer Erkrankungen wie Herzerkrankungen, Diabetes und bestimmten Krebsformen senken. L-Theanin, eine für Tee charakteristische Aminosäure, fördert in Kombination mit Koffein fokussierte Wachheit und Konzentration ohne Nervosität. Chun Mee enthält außerdem Fluorid zur Zahnpflege, B-Vitamine und Mineral-Spurenelemente. Im Vergleich zu manchen anderen Grüntees ist Chun Mee etwas höher in Gerbstoffen, was seinen charakteristischen herb-säuerlichen Geschmack erklärt und ihm eine leicht adstringierende Eigenschaft verleiht. Für den Magen kann dieser höhere Gerbstoffgehalt relevant sein: auf nüchternen Magen kann Chun Mee Magenreizungen verursachen.

Geschichte und Herkunft von Chun Mee

Chun Mee hat seinen Ursprung in der Provinz Zhejiang in China, wo er seit der Song-Dynastie (960-1279 n. Chr.) produziert wird. Die charakteristische gebogene Form der Blätter wird durch eine spezielle Rollmethode während der Verarbeitung erzielt. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde Chun Mee zu einem wichtigen Exportgut Chinas – besonders nach Nordafrika, wo er zur Grundlage des marokkanischen Minztees wurde und bis heute dominiert. In Marokko, Tunesien und anderen nordafrikanischen Ländern ist Chun Mee (dort als „Chinesischer Grüntee" bezeichnet) der meistgetrunkene Tee. In China selbst gilt Chun Mee als Alltagstee der Mittelklasse, weniger prestigeträchtig als Xihu Longjing oder Bi Luo Chun, aber wegen seines charakteristischen Geschmacks und des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses sehr beliebt.

Häufige Fragen zu Chun Mee

Was macht Chun Mee besonders?
Der charakteristisch herb-plumige, leicht saure Geschmack mit nussiger Note unterscheidet ihn von anderen Grüntees. Die gebogene Blattform ist ein Qualitätsmerkmal und Erkennungszeichen.

Wie viele Aufgüsse sind möglich?
Chun Mee lässt sich zwei bis drei Mal aufgießen. Der zweite Aufguss mit etwas heißerem Wasser und kürzerer Ziehzeit ist oft noch aromatischer als der erste.

Warum wird Chun Mee für marokkanischen Minztee verwendet?
Chun Mee verträgt die hohe Zuckerkonzentration und die kräftigen Minzaromen des marokkanischen Tees besonders gut. Sein herber Charakter bietet einen guten Kontrast zur starken Süße.

Ist Chun Mee ein guter Einstieg in Grüntee?
Für Anfänger kann Chun Mee durch seine Herbheit etwas gewöhnungsbedürftig sein. Japanische Grüntees wie Sencha sind milder. Wer aber herben Tee mag, findet in Chun Mee einen preisgünstigen, aromatischen Grüntee.

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