Viele Genießer von Grünem Tee schwören auf dessen gesundheitsfördernde Wirkung. Dabei ist längst nicht bewiesen, dass Grüner Tee ein solches Wundermittel ist, wie viele glauben. Allerdings gibt es zahlreiche Studien, die deutliche Hinweise darauf liefern, dass Grüner Tee bzw. dessen Wirkstoff EGCG förderlich für die Gesundheit ist und einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben kann. Also doch mehr als nur ein Getränk?

Der Zauber-Wirkstoff EGCG

Grüner Tee enthält viele Inhaltsstoffe, die für den menschlichen Körper sehr wertvoll und nützlich sind. Die eigentlich gesundheitsfördernde Wirkung wird aber vor allem dem Wirkstoff EGCG zugeschrieben, der ebenfalls im Grünen Tee enthalten ist. EGCG ist dabei die Abkürzung für Epigallocatechingallat. Daher gibt es viele Studien, die sich vor allem auf die Wirkungsweise des EGCG konzentrieren. Grüntee enthält daneben aber auch eine Vielzahl an Vitaminen und Mineralstoffen, die für unseren Körper essentiell sind.Es ist aber nicht ganz klar, ob wirklich nur das EGCG alleine für die positiven Effekte des Grünen Tees verantwortlich ist. Denn für viele Forscher ist es durchaus denkbar, dass sich die positive Wirkung des EGCG im Grünen Tee aus Wechselwirkungen ergibt. Das bedeutet, dass das EGCG nur deswegen gesundheitsfördernd wirkt, weil es im Grünen Tee noch weitere Inhaltsstoffe gibt, mit denen das EGCG in eine Wechselwirkung tritt.

Positive Wirkung bei Amyloidose

Eine Krankheit, bei der Grüner Tee einer Studie zu Folge helfen kann, ist die Amyloidose, siehe https://www.paradisi.de. Bei dieser Krankheit reichern sich Eiweißklumpen zwischen den einzelnen Körperzellen an. Lagern sich diese Eiweißklumpen dann in den Organen ab, wird das betreffende Organ geschädigt und in seiner Funktion beeinträchtigt. An der Studie nahmen Patienten teil, bei denen die Amyloidose bereits zu ersten Schäden am Herzen geführt hat. Die Patienten sollten täglich bis zu zwei Liter Grünen Tee trinken und nahmen den Wirkstoff zudem in Kapselform ein. Das Ergebnis: Die schädlichen Eiweißablagerungen wurden gestoppt und die Verdickung an der Herzscheidewand reduzierte sich ein wenig. Die Ergebnisse sind zwar auf Grund einer geringen Teilnehmerzahl nicht aussagekräftig genug, aber immerhin verschlechterte sich die Amyloidose bei den betroffenen Patienten nicht weiter.

Grüner Tee zur Vorbeugung

Daneben gibt es auch Studien, die Hinweise darauf geben, dass Grüntee bzw. sein Wirkstoff EGCG bei Krebs und Alzheimer vorbeugend Wirken kann. So scheint Grüner Tee dem Wachstum von Tumoren entgegen zu wirken, indem er die Bildung von Blutgefäßen sowie die Vermehrung von Zellen hemmt, sowie die entgegen dem Gedächtnisschwund Hinzellen langsamer absterben lässt. Auch beim Abnehmen soll Grüner Tee helfen und damit weiteren Erkrankungen vorbeugen, die durch Übergewicht ausgelöst werden, wie zum Beispiel Erkrankungen der Gefäße oder Diabetes mellitus Typ 2. Denn einige Studien zeigen, dass Grüner Tee die Fettverbrennung unterstützt sowie den Fettstoffwechsel verbessert. Zudem scheint er den Anstieg des Blutzuckers nach einem stärkehaltigen Essen halbieren zu können. Denn das EGCG verlangsamt im Körper das Aufspalten der Stärke und damit auch die Erhöhung des Blutzuckers. Für diesen Effekt sollen bereits weniger als zwei Tassen Grüner Tee reichen, die zum Essen mit getrunken werden. Die hier vorgestellten Studien und positiven Effekte, die von Grünem Tee hervorgerufen werden können, zeigen allerdings nur einen kleinen Teil der positiven Wirkungen, die er auf die Gesundheit haben kann. Viele Studien und Untersuchungen liefern am Ende zwar auch keine eindeutigen wissenschaftlichen Beweise für seine gesundheitsfördernde Wirkung. Trotzdem wird deutlich, dass Grüntee einen positiven Einfluss vor allem bei gesundheitlichen Problemen haben kann. Dennoch sollte man bei einer Erkrankung die Einnahme von Grünem Tee mit seinem Arzt absprechen. Auch kann Grüner Tee vor allem schwere Krankheiten nicht alleine heilen, aber in vielen Fällen gibt es Grund zur Annahme, dass er durchaus hilfreich sein kann. Grüner Tee ist also kein Allheilmittel – aber immerhin mehr als nur ein simples Heißgetränk.Bildquelle: © kamonrat - Fotolia.com

Grüntee-Hype: Zwischen Wissenschaft und Marketing

Grüntee wird in Büchern, Blogs und Nahrungsergänzungsmitteln als Allheilmittel für Krebs, Herzerkrankungen, Diabetes, Übergewicht, Alzheimer und sogar gegen das Altern vermarktet. Diese Übertreibungen schaden dem Tee, weil sie unrealistische Erwartungen wecken. Die Wahrheit ist differenzierter: Grüntee ist ein außergewöhnlich gesundheitsförderndes Getränk mit gut belegten Wirkungen in spezifischen Bereichen. Aber er ist kein Medikament und kein Wundermittel. Die meisten positiven Studien sind epidemiologischer Natur (Bevölkerungsstudien) – sie zeigen Korrelationen, keine bewiesene Kausalität. Interventionsstudien mit grünem Tee zeigen moderate Effekte: leichte Verbesserung des LDL-Cholesterins, leichte Reduktion des Blutdrucks, minimale Gewichtsreduktion (1–2 kg über 12 Wochen).

Was ist wirklich belegt?

Die am besten belegten Wirkungen des Grüntees sind: Herz-Kreislauf-Schutz – mehrere große Kohortenstudien zeigen 10–30% Reduktion des Herzerkrankungs-Risikos bei regelmäßigem Konsum. Antidiabetische Wirkung – EGCG verbessert die Insulinsensitivität und reduziert den postprandialen Blutzucker. Neuroprotektive Wirkung – L-Theanin und Koffein verbessern kognitiv die Aufmerksamkeit und könnten langfristig vor neurodegenerativen Erkrankungen schützen. Antimikrobielle Wirkung – gegen verschiedene Bakterien und Viren im Labor nachgewiesen. Antiallergische Wirkung – Methylated EGCG hemmt die Histamin-Freisetzung. Weniger gut belegt: Krebsvorbeugung (Laborergebnisse, aber keine konsistenten Humandaten), erheblicher Gewichtsverlust (Effekte sind real, aber klein).

Grüntee sinnvoll in den Alltag integrieren

Der sinnvolle Umgang mit Grüntee ist: täglich zwei bis vier Tassen guter Qualität trinken, als Teil einer insgesamt gesunden Ernährung. Die Qualität des Tees ist wichtig – billiger Massengrüntee enthält weniger EGCG als hochwertiger japanischer Gyokuro oder chinesischer Biluochun. Die Zubereitung beeinflusst den EGCG-Gehalt: optimale Temperatur (75–80 °C) und Ziehzeit (2–3 Minuten). Tee ohne Milch trinken erhält die Bioverfügbarkeit der Polyphenole besser. Wer möchte, kann Matcha als konzentriertere Alternative verwenden. Grüntee-Nahrungsergänzungsmittel sind für die meisten Menschen nicht notwendig, wenn sie regelmäßig Tee trinken. Bei Einnahme von Medikamenten oder Vorerkrankungen immer Arzt befragen.

Häufig gestellte Fragen zu Grüntee als Heilmittel

Kann Grüntee Krebs heilen?
Nein – er kann ein präventives Potential haben (Studien zeigen reduzierte Inzidenz bestimmter Krebsarten bei starken Teetrinkern), aber er ist kein Krebstherapeutikum.

Wie viel Grüntee muss man trinken, um gesundheitliche Effekte zu erzielen?
Studien zeigen Effekte ab 3 Tassen täglich. Stärkere Effekte bei 5+ Tassen, aber auch mehr Koffein-Belastung.

Ist Grüntee-Extrakt (Kapsel) besser als Tee?
Extrakte sind konzentrierter, können aber in hohen Dosen lebertoxisch sein. Tee trinken ist sicherer und angenehmer.

Schadet Grüntee der Schilddrüse?
Bei normalen Mengen (2–5 Tassen täglich) nicht. Sehr hohe Mengen von Grüntee-Extrakt könnten bei vorhandener Schilddrüsenerkrankung problematisch sein – Arzt befragen.

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