Inhaltsstoffe
Der Rooibos-Sommertee wird damit beworben, dass er einen leckeren, frischen Waldbeerengeschmack hat. Ein Blick auf die Zutatenliste verrät aber, dass direkt nach dem Rooibos gleich Apfelstücken folgen. Liest man weiter, wird klar, warum. An dritter Stelle steht Aroma, gefolgt von Hagebuttenschalen und Erdbeerstücken, die er enthält. Erdbeeren sind wohl das einzige, was man dabei zu Waldbeeren zählen kann. Die Hagebuttenschale dient in erster Linie der Färbung des Tees. Äpfel dagegen haben mit Waldbeeren nichts zu tun, sollen dem Tee in diesem Fall aber sicher eine angenehme Süße verleihen und dienen gleichzeitig als Trägerstoff für das Waldbeerenaroma.Anbaugebiete
Konkrete Angaben, wo der Rooibos-Sommertee herkommt, macht der Händler nicht. Die Basis, der Rooibos wird wohl sicher aus Südafrika stammen, die endgültige Mischung könnte aber bei jedem Hersteller gefertigt werden. Da auch weitere Verweise, wie beispielsweise "Bio-Anbau" oder ähnliches ebenfalls fehlen, handelt es sich bei dieser Mischung ganz offensichtlich nicht um eine ganz besondere Teespezialität, bei der die Herkunft in der Werbung oder beim Verkauf in den Vordergrund gestellt wird.Herstellung
Bei solchen Mischungen werden zunächst die einzelnen Komponenten separat vorbereitet. Der Basistee wird wie gewöhnlich hergestellt, die Fruchtstückchen zerkleinert und getrocknet. Die Apfelstückchen werden dann zunächst mit dem Aroma der Waldbeeren vermischt. Erst dann sind alle Zutaten soweit vorbereitet, dass sie im entsprechenden Verhältnis miteinander zum endgültigen Tee vermischt werden können. Der Rooibos-Sommertee wird als lose Ware verkauft, etwa 15 bis 20 Gramm davon sollten mit einem Liter kochendem Wasser übergossen werden. Die Ziehdauer sollte mindestens 5, maximal 8 Minuten betragen. Dieser Tee schmeckt sowohl warm, als auch kalt. Er ist also ein idealer Sommertee, den man gerne auch gekühlt als Erfrischung genießen kann.Fazit
Es ist immer schön, wenn sich die Teehersteller Gedanken machen, wie Teefans auch im Sommer bei heißen Temperaturen ihr Lieblingsgetränk genießen können. Wenn man dabei dennoch einen Kritikpunkt suchen möchte, so kann man den Erfindern des Rooibos-Sommertees vorwerfen, dass ihr Waldbeerengeschmack, abgesehen von den Erdbeerstückchen, ausschließlich zugesetztem Aroma, statt tatsächlich enthaltenen Fruchtstücken zu verdanken ist. Andererseits sind gerade Waldbeeren wohl ein recht schwieriges Thema, wenn es darum geht, dass echte Fruchtstücke einem Tee untergemischt werden sollen. Es ist sicher schon allein eine Frage des Preises, ob man sich für echte Früchte und nur ihr Aroma entscheidet. Hinzu kommt, dass die Früchte oft das Aroma nicht so intensiv an den Tee abgeben und der Tee dadurch lange nicht so charakteristisch nach Waldbeeren schmeckt, als wenn Aroma zugesetzt wird.Bildnachweis: Rooibos-Sommertee © MSPhotographic - Fotolia.comRooibos-Sommertee zubereiten – Koffeinfreier Genuss für heiße Tage
Rooibos (Aspalathus linearis), wörtlich „Rotbusch" auf Afrikaans, ist eine der populärsten koffeinfreien Teearten weltweit. Rooibos-Sommertee verbindet die natürliche Süße und die sanfte Erdigkeit des Rooibos mit sommerlich-fruchtigen und blumigen Zutaten wie Hibiskus, Maracuja, Mango, Pfirsich oder Citrusfrüchten. Das Ergebnis ist ein Tee, der pur oder als Eistee gleichermaßen begeistert.
Für Rooibos-Sommertee übergießen Sie 1 bis 2 gehäufte Teelöffel (3 bis 4 Gramm) lose Rooibos-Mischung pro 200 ml mit kochendem Wasser. Ziehzeit: 4 bis 6 Minuten. Rooibos wird durch längeres Ziehen nicht bitter – im Gegenteil, ein längeres Ziehen gibt dem Tee mehr Körper und Süße. Daher ist Rooibos für Eistee ideal: einfach doppelt so stark aufbrühen, dann mit Eiswürfeln abkühlen lassen.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber Fruchtetee. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu Jiaogulan Tee. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu chinesische Teekultur.
Rooibos-Eistee ist besonders erfrischend, wenn er mit frischen Früchten, Minzeblättern und etwas frischem Zitronensaft garniert wird. Die natürliche rote Farbe des Rooibos macht den Eistee auch optisch ansprechend. Als Schönheitsgetränk im Sommer ist Rooibos-Eistee in gastronomischen Trends beliebt.
Gesundheitsvorteile von Rooibos im Sommer
Rooibos enthält als charakteristische Antioxidantien Aspalathin und Nothofagin – zwei Dihydrochalcone, die in keiner anderen Pflanze vorkommen. Daneben sind Phenolsäuren, Flavonoide, Mineralien (Calcium, Magnesium, Kalium, Fluorid) und Enzyme enthalten. Koffein fehlt völlig, was Rooibos zur idealen Alternative für koffeinempfindliche Personen macht.
Im Sommer ist die koffeinfreie Eigenschaft besonders wertvoll: Koffein ist leicht diuretisch und kann bei Hitze zur Dehydration beitragen. Rooibos dagegen hydratisiert ohne diuretische Wirkung, was ihn zu einem ausgezeichneten Durstlöscher an heißen Tagen macht.
Die Antioxidantien in Rooibos wirken zellebenschützend und können oxidativen Stress reduzieren – ein Effekt, der durch intensive Sonneneinstrahlung im Sommer verstärkt wird. Aspalathin hat zudem entzündungshemmende Eigenschaften und wird in der Forschung auf seine Wirkung gegen Diabetes und Herzerkrankungen untersucht.
Für die Hautgesundheit zeigt Rooibos interessante Eigenschaften: Äußerlich angewendet (als Teeumschlag oder in Hautpflegeprodukten) kann Rooibos-Extrakt Hautirritationen, Sonnenbrand und Ekzeme lindern. Dies macht Rooibos im Sommer sowohl innerlich als auch äußerlich interessant.
Geschichte und Herkunft des Rooibos
Rooibos wächst ausschließlich in der Cederberger Bergregion der Westkap-Provinz Südafrikas, in einem Gebiet von etwa 250 Kilometern Ausdehnung. Die Khoi-San-Bevölkerung nutzte Rooibos seit Jahrhunderten als Getränk und Heilmittel, bevor europäische Siedler die Pflanze entdeckten.
Im 18. Jahrhundert wurde Rooibos als Teeersatz bei den Khoi-San beobachtet. Der Botaniker Carl Humbert Thunberg beschrieb die Pflanze erstmals 1772. Der kommerzielle Anbau begann erst im frühen 20. Jahrhundert – Pionierfigur war die russisch-stämmige Immigrantin Annique Theron, die Rooibos in den 1960er Jahren international popularisierte, nachdem sie entdeckte, dass Rooibos-Tee die Kolicaeschmerzen ihres Babys linderte.
Heute ist Rooibos ein bedeutendes Exportprodukt Südafrikas mit einer geographischen Herkunftsbezeichnung (GI), die die einmalige Herkunft aus dem Cederberger Gebiet schützt. Weltweit werden jährlich mehrere tausend Tonnen Rooibos exportiert.
Häufige Fragen zu Rooibos-Sommertee (FAQ)
Enthält Rooibos wirklich kein Koffein?
Richtig. Rooibos (Aspalathus linearis) gehört nicht zur Teestrauchfamilie (Camellia sinensis) und enthält von Natur aus kein Koffein.
Kann man Rooibos als Eistee ohne Zucker trinken?
Ja, Rooibos hat eine natürliche Süße (durch Aspalathin) und schmeckt auch ohne Zuckerzusatz angenehm.
Ist Rooibos für schwangere Frauen geeignet?
Ja, die Koffeinfreiheit und das milde Profil machen Rooibos zu einem der empfehlenswertesten Tees in der Schwangerschaft.
Warum bleibt Rooibos-Eistee klar?
Rooibos enthält andere Polyphenole als Schwarztee und neigt daher nicht zur Trübung beim Abkühlen.
Kann ich Rooibos täglich trinken?
Ja, Rooibos ist als Alltagstee ohne bekannte Einschränkungen geeignet. Kein Koffein, keine Oxalsäure, keine bekannten Wechselwirkungen.
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