Inhaltsstoffe
In seiner Zusammensetzung ähnelt Pu-erh-cha im Wesentlichen anderen Teearten, wie etwa schwarzer Tee, grüner Tee, Oolong Tee oder auch weißem Tee. Allerdings enthält er besonders hohe Konzentrationen an Koffein und Theobromin. Letzteres gehört chemisch gesehen derselben Familie an, wie Koffein deshalb sind die Wirkungen ebenso anregend. Pu-erh-cha enthält also besonders hohe Mengen an aufputschenden Substanzen und sollte deshalb nur in Maßen genossen werden. Doch noch etwas veranlasst Organisationen wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung immer wieder davor zu warnen, zu große Mengen Pu-erh-cha zu trinken. In Proben können häufig größere Mengen an Pflanzenschutzmitteln, wie etwa DDT, nachgewiesen werden. Die entsprechenden Konzentrationen sind leider so hoch, dass sie in Verdacht stehen, krebsauslösend zu wirken und sind somit definitiv bedenklich für die Gesundheit.Anbaugebiete
Seinen Ursprung hat der Pu-erh-cha in der chinesischen Provinz Yunnan, genauer gesagt in der Stadt Pu-erh, die somit namensgebend war. Und auch heute noch wird diese Tradition gewahrt und der original Pu-erh-cha genau dort angebaut. Das wichtigstes ist, dass der Tee nicht von kultivierten, sondern von wildwachsenden Teebäumen gewonnen wird. Die Blätter sind auffallend größer, als an den Sträuchern in Teeplantagen. Wilde Teebäume wachsen nicht ausschließlich in Yunnan, sondern sind, in geringerer Zahl allerdings, auch in Grenznähe zu Burma, Laos und Vietnam zu finden.Herstellung
Der behutsame Umgang mit den Blättern hat nach der Ernte oberste Priorität, Bruch oder sonstige Schäden wären Qualitätsmindernd und sollen deshalb vermieden werden. Zunächst werden die Blätter zum Welken ausgelegt, in der Regel geschieht dies auf entsprechend angelegten Plätzen. Im Anschluss werden die Blätter fermentiert um die enthaltenen Enzyme zu inaktivieren. Dazu werden Woks bzw. Pfannen benutzt. Damit grüner Pu-erh entsteht, werden die Blätter nach dem Rösten in die traditionellen Formen gepresst um danach über Jahre hinweg zu reifen. Diese Herstellungsmethode ist die älteste für Pu-erh und bedarf einer großen Menge an Geduld, Lagerplatz und auch genügend anderer Einnahmequellen, da der Teeproduzent während der Reifung logischer Weise keinerlei Einkünfte aus dem Tee hat.Fazit
Mit grünem Pu-erh genießt man sicher ein faszinierendes Stück Teetradition und -geschichte. Viele preisen diesen Tee als Wunderwaffe im Kampf gegen überflüssige Pfunde an, die dazu empfohlenen Mengen sollten jedoch nach Anraten einiger Gesellschaften nicht verzehrt werden. Es gibt soviel über diesen besonderen Tee zu Wissen. Zur Diät gibt es genug Tipps im Internet. Trinkt man aber stattdessen Pu-erh nicht als Allheilmittel, sondern genießt ihn als ein Stück ganz besonderen Tee, so spricht sicher nichts dagegen, für einige Momente dem Alltag zu entfliehen und in Jahrhunderte alte Kultur einzutauchen.Bildnachweis: Grüner Pu-erh - © elypse - Fotolia.comGrüner Pu-erh zubereiten: Der lebendige Tee richtig aufbrühen
Grüner Pu-erh (auch Sheng Pu-erh, „roher" oder „frischer" Pu-erh genannt) erfordert etwas mehr Aufmerksamkeit bei der Zubereitung als sein gereifter Bruder, der dunkle Pu-erh. Das Wasser sollte bei 85 bis 90 Grad Celsius liegen – kein volles Kochen, da junger Sheng-Pu-erh sonst adstringent und herb wird. Pro 150 ml Wasser fünf bis sechs Gramm Tee verwenden (mehr als bei grünem Tee, da Pu-erh kompakt gepresst ist). Wichtig: Vor dem ersten Aufguss einen kurzen „Waschwasser-Aufguss" von 5-10 Sekunden durchführen und wegschütten, um Staub zu entfernen und die Blätter zu öffnen.
Nach dem Waschwasser: Erster Aufguss 20-30 Sekunden, zweiter Aufguss 25-35 Sekunden, dritter Aufguss 35-45 Sekunden – und so weiter, mit jeder Runde etwas länger. Guter junger Sheng-Pu-erh gibt acht bis fünfzehn Aufgüsse ab. Der Geschmack verändert sich dramatisch: Der erste Aufguss ist frisch-grasig und hellgrün, spätere werden intensiver und entwickeln komplexere Aromen. Gaiwan oder ein kleines Yixing-Tonkännchen sind die richtigen Gefäße für die Gongfu-Cha-Methode.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber chinesische Teekultur. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu Yan Cha Felsentee. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu Jiaogulan Tee.
Der Unterschied zwischen grünem und dunklem Pu-erh
Pu-erh ist der fermentierte Tee aus der Yunnan-Provinz Chinas und existiert in zwei grundlegenden Formen: Sheng Pu-erh (grüner/roher Pu-erh) und Shou Pu-erh (dunkler/reifer Pu-erh). Sheng Pu-erh wird wie Grüntee verarbeitet – die Oxidation wird gestoppt, die Blätter werden gedämpft und zu Kuchen oder anderen Formen gepresst. Dann wird er gelagert und reift langsam über Jahrzehnte. Junger Sheng-Pu-erh kann deutlich bitter und adstringent sein; mit zunehmender Reife werden die Aromen weicher, komplexer und tiefer.
Shou Pu-erh wurde in den 1970er Jahren entwickelt, um den natürlichen Reifeprozess zu beschleunigen: Durch einen kontrollierten Nassreifeprozeß (Wo Dui) werden die Teeblätter innerhalb von Wochen zu einem Produkt fermentiert, das einem jahrzehntealten Sheng-Pu-erh ähnelt. Das Ergebnis ist ein dunkler, erdig-würziger Tee mit geringerer Adstringenz. Beide Typen haben ihre eigene Fangemeinde: Sheng-Pu-erh-Liebhaber schätzen die Komplexität und Lagerbarkeit; Shou-Pu-erh-Freunde bevorzugen die zugänglichere Mild und erdige Tiefe.
Pu-erh als Sammlerobjekt: Der Tee als Investition
Hochwertiger Sheng-Pu-erh aus bekannten Teegärten ist eines der wenigen Lebensmittel, das wie Wein oder Whisky mit dem Alter an Wert und Qualität gewinnt. Alte Pu-erh-Kuchen aus den 1950er bis 1970er Jahren erzielen bei Auktionen Preise in Tausenden bis Zehntausenden von Euro. Auch Pu-erh aus den 1980er und 1990er Jahren wird zunehmend als Sammlerstück gehandelt. In China gibt es eine ganze Kulturindustrie rund um den Pu-erh-Kauf, die Lagerung und den Handel.
Für Teeliebhaber, die selbst lagern möchten, gilt: Pu-erh braucht bestimmte Lagerbedingungen – moderate Feuchtigkeit (60-80%), gute Belüftung, keine starken Gerüche in der Nähe und stabile Temperatur. Unter diesen Bedingungen kann ein junger Sheng-Pu-erh in zehn bis zwanzig Jahren zu einem außergewöhnlichen Tee reifen. Der „investive" Aspekt des Pu-erh-Sammelns ist in der Tee-Welt einzigartig.
Häufig gestellte Fragen zu grünem Pu-erh
Warum ist Pu-erh so geardet und erdig?
Der erdige Charakter kommt bei grünem Pu-erh vom Terroir der Yunnan-Provinz und der langen Lagerung. Junger Sheng-Pu-erh ist noch nicht erdig – er ist eher grasig und adstringent. Mit zunehmender Reife entwickeln sich die erdigen, pilzartigen, holzigen Noten, die für alten Pu-erh charakteristisch sind.
Kann man Pu-erh-Tee in Kuchen- oder Brikettform genauso zubereiten?
Ja, aber zuerst muss man etwas Tee vom Kuchen lösen – am besten mit einem Pu-erh-Messer oder einem stumpfen Werkzeug. Wichtig: Nicht brechen, sondern entlang der Blattstruktur heraushebeln, um die Blätter möglichst unversehrt zu lassen.
Hat Pu-erh gesundheitliche Vorteile?
Pu-erh wird in China traditionell als Verdauungs- und Cholesterin-senkender Tee verwendet. Studien deuten auf positive Effekte auf Blutfettwerte hin, und die Fermentation produziert Probiotika und bestimmte Stoffwechselprodukte, die gesundheitlich interessant sind. Als Teil einer ausgewogenen Ernährung ist Pu-erh ein interessanter Gesundheitstee.
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