Es ist eigentlich nichts neues, dass in irgendeinem Land ein neuer Trend entsteht, der sich irgendwann, mit einem englischen Namen versehen, aufmacht, die Welt zu erobern. Für ein Getränk wie Tee ist dies allerdings in dem Ausmaß, wie es sich gerade mit "Bubble Tea" abspielt, eine völlig neue Sache.

Was ist "Bubble Tea" eigentlich?

Sieht man das erste Mal einen Becher "Bubble Tea" wird man vermutlich nicht glauben, dass dieses Getränk, das meist knallig grün, orange, lila oder auch weiß ist, außer dem Namen nach, irgendetwas mit Tee zu tun hat. Tatsächlich ist die Basis allerdings wirklich gesüßter grüner oder schwarzer Tee. Dieser wird mit Milch, Fruchtsirup und meist auch mit Eis wie ein Milchshake gemixt. Die große Besonderheit sind die "Bubbles", Kugeln aus Alginat oder Speisestärke, meist Tapioka. Sie zerplatzen beim Zerbeißen und geben ihre flüssige Füllung frei. Im Heimatland des "Bubble Tea", Taiwan, werden diese Tapiokakugeln gekocht, bis ihre Konsistenz in etwa mit Kaugummi vergleichbar ist. Ursprünglich sind sie völlig geschmacksneutral, werden aber zum Ende ihrer Produktion in eine Zuckerlösung getaucht. Gesüßter Tee als Basis, Fruchtsirup und in Zuckerlösung getränkte Stärkekügelchen - spätestens hier ist jedem klar, dass er mit einer ordentlichen Portion "Bubble Tea" durchaus einen Zuckerschock riskieren kann.

Die Ursprünge von "Bubble Tea"

Erfunden wurde der "Bubble Tea" Mitte der 80er Jahre in Taiwan, das steht zweifelsfrei fest. Doch es sind gleich mindestens zwei Teehäuser, die von sich behaupten den ersten "Bubble Tea" serviert zu haben. Die ursprüngliche Version, der "Original Bubble Tea" also, enthielt noch keine Tapioka-Kugeln. Seinen Namen erhielt er wegen des Schaums, der sich beim Mixen der übrigen Zutaten bildete. Schon bald wurden allerdings die bunten, süßen Kügelchen ergänzt. In dieser Variante hat das neue Trendgetränk korrekter Weise den Namen "Perlen-Milchtee", aber außerhalb des chinesischen Raums ist und bleibt er wohl als "Bubble Tea" bekannt.

Eine asiatische Erfolgsgeschichte

Zunächst waren es in erster Linie Schulkinder in Taiwan, die den neuen Schaumtee mit Fruchtpüree lecker fanden und immer mehr davon tranken. Irgendwann in den 90er wurden die Medien darauf aufmerksam und so wurde sogar im japanischen Fernsehen ein Bericht über dieses neue Getränk gesendet. Von da an war der "Bubble Tea" nicht mehr aufzuhalten. Von Asien aus fand er schnell seinen Weg nach Kalifornien und von dort aus eroberte er schon bald die gesamten USA. In Asien, den USA und Australien, den Regionen, in denen der "Bubble Tea" bisher am stärksten bekannt ist, gibt es längst Teehausketten, die sich auf "Bubble Tea" spezialisiert haben. Doch auch bei uns erobert sich der "Bubble Tea" seinen Markt und das mit zum Teil recht rasanten Schritten. Gab es in Berlin etwa Anfang 2011 gerade mal eine Handvoll "Bubble Tea"-Läden, so waren es ein Jahr später bereits mehrere Dutzend. Und natürlich blieb es auch nicht aus, dass selbst die eingefleischtesten Kaffee-Trinker die Trendidee für sich übernahmen. So kann man inzwischen auch schon "Bubble Coffee" kaufen, der als Basis dann eben Kaffee, statt Tee enthält.

Fazit

Die Idee des "Bubble Tea" mag einem am Anfang recht sonderbar vorkommen. Milch in Tee, selbst dabei tun sich einige schon schwer, wobei es für eine Großzahl Teefans sicher selbstverständlich ist. Aber Fruchtpüree? Und dann auch noch glibberige Kügelchen, die man zerbeißen soll, damit sie ihren flüssigen Inhalt ausgießen können? Und das alles auch noch mit einem Zuckergehalt, der Kalorienmäßig schon mit dem Großteil des Tagesbedarfs zu Buche schlägt? Nun, extrem süß ist "Bubble Tea" auf jeden Fall, darüber sollte man sich im Klaren sein. Richtig beurteilen kann man ihn aber sicher erst, wenn man ihn auch tatsächlich probiert hat. Sicher muss man nicht unreflektiert jeden Trend mitmachen, allerdings können sich wohl so viele Menschen weltweit kaum irren, oder?! Bildnachweis: Bubble Tea © kristina rütten - Fotolia.com

Was ist Bubble Tea und was steckt wirklich darin?

Bubble Tea (auch Boba Tea) ist ein Getränk, das 1986 in Taiwan erfunden wurde und seit den 2010er Jahren weltweit einen Boom erlebt. Die Grundzutaten sind eine Tee- oder Milchbasis, Eis, Süßungsmittel und die charakteristischen Tapiokakugeln (Boba), die aus Maniokstärke hergestellt werden. Was als Teespezialität begann, hat sich zu einem hochgradig individualisierbaren Getränk entwickelt: Die „Tee"-Basis in modernen Bubble-Tea-Shops besteht oft aus Pulvermischungen oder stark gesüßten Teeextrakten, die wenig Ähnlichkeit mit echtem aufgebrühtem Tee haben. Der Milchtee-Anteil kann aus echtem Tee mit Milch bestehen, aber auch aus künstlichen Aromen und Creamer. Interessanterweise steht „Bubble" ursprünglich nicht für die Kugeln, sondern für den Schaum, der durch kräftiges Schütteln des Getränks entsteht.

Nährwerte und kritische Betrachtung

Bubble Tea ist ein kalorienreiches Getränk, das oft unterschätzt wird. Ein normaler Bubble Tea mit Tapioka-Perlen und gezuckerter Teebasis enthält zwischen 300 und 600 Kalorien – vergleichbar mit einem Fastfood-Milchshake. Die Tapioka-Kugeln bestehen fast ausschließlich aus Stärke und haben kaum Nährwert. Der Zuckergehalt kann 50–80 Gramm pro Portion erreichen. Positive Aspekte gibt es, wenn die Basis echter Grün- oder Schwarztee ist – dann profitiert man von den Polyphenolen und dem L-Theanin. Viele Anbieter bieten inzwischen zuckerreduzierte oder zuckerfreie Optionen an. „Fruit Tea" Varianten mit echtem Fruchtsaft und Grüntee-Basis können eine deutlich gesündere Option sein. Die Verbraucherzentrale hat Bubble Teas getestet und festgestellt, dass echte Teegehalte stark variieren.

Bubble Tea Kultur: Mehr als ein Getränk

Bubble Tea ist nicht nur ein Getränk, sondern ein Kulturphänomen, besonders in der asiatischen und jugendlichen Popkultur. Die Individualisierbarkeit – Teesorte, Süßegrad, Eisgehalt, Perlenart – macht es zum „Signature Drink" einer Generation. In Taiwan, Hongkong und anderen asiatischen Metropolen ist Bubble Tea so alltäglich wie Kaffee in Europa. Die Instagram-Ästhetik – leuchtende Farben, transparente Becher, die bunten Perlen – hat dem Getränk einen globalen Siegeszug beschert. Für die Taiwanesische Identität hat Bubble Tea eine ähnliche Bedeutung wie der Wiener Kaffee für Österreich: ein kulinarisches Symbol mit weltweiter Bekanntheit. Die Original-Erfinderin, Liu Han-Chieh vom Teehaus Chun Shui Tang in Taichung, ist inzwischen eine Nationalheldin.

Häufig gestellte Fragen zu Bubble Tea

Enthält Bubble Tea echten Tee?
Kommt auf den Anbieter an. Qualitätsanbieter verwenden echten aufgebrühten Tee; viele nutzen Pulver oder Aromen. Nachfragen lohnt sich.

Sind die Tapioka-Kugeln gesund?
Sie sind glutenfrei und kalorienreich (reine Stärke), haben aber keine wesentlichen Vitamine oder Mineralien. In Maßen unproblematisch.

Kann man Bubble Tea selbst machen?
Ja – Tapioka-Perlen sind im Asiamarkt erhältlich, müssen 20–30 Minuten gekocht werden. Mit starkem Schwarztee und etwas Milch ein einfaches Rezept.

Was ist Brown Sugar Bubble Tea?
Ein Trend ohne Tee-Basis: nur Milch, Tapioka-Perlen und brauner Zucker. Sehr süß und kalorienreich.

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