Jasmintee kennen viele von der Speisekarte beim Chinesen, weniger bekannt ist, dass es sich um eine der ältesten aromatisierten Teesorten der Welt handelt. Als Basis dient meist Grüntee, der durch nächtliches Beduften mit frischen Jasminblüten sein blumig-süßes Aroma erhält. Dieser Beitrag erklärt Herkunft, Herstellung und Geschmack des Jasmintees und zeigt, wie Sie ihn mit der richtigen Temperatur und Ziehzeit zubereiten.
| Pflanze/Basis | Grüntee (Camellia sinensis), beduftet mit Jasminblüten |
|---|---|
| Koffeingehalt | ca. 20-40 mg pro Tasse (250 ml), wie Grüntee |
| Geschmacksprofil | blumig, süßlich, mild mit frischer Grünteenote |
| Wassertemperatur | 75-80 °C, nicht kochend |
| Ziehzeit | 2-3 Minuten |
| Dosierung | 1 TL (ca. 2 g) pro Tasse |
| Aufgüsse | 2-3 Aufgüsse möglich |
| Preisspanne | ca. 3-8 € pro 100 g, Spitzenqualität deutlich teurer |
Der älteste aromatisierte Tee Chinas
Jasmintee gilt als einer der ältesten, womöglich der älteste aromatisierte Tee überhaupt. Schon ein Schriftstück aus dem Jahr 980, zur Zeit der Song-Dynastie, erwähnt ihn. Damals beduftete man weniger hochwertigen Tee mit frischen Jasminblüten, um seine Qualität zu heben. Es war der erste belegte Versuch, den Geschmack von Tee gezielt mit einer anderen Pflanze zu verändern.
Bis dahin hatte man nur Anbau und Herstellung verfeinert, nie aber das Aroma selbst so entscheidend beeinflusst. Damit eröffnete der Jasmin eine ganz neue Bandbreite des Teegenusses. Wer mehr über aromatisierte Tees erfahren möchte, findet im Beitrag Tee plus X weitere Beispiele.
Herstellung: die Hochzeit von Tee und Blüte
Als Basis dient überwiegend Grüntee, gelegentlich auch halbfermentierter Tee. Der fertige Basistee wird Schicht für Schicht mit frischen Jasminblüten gelagert oder über einem Blütenbad bedampft, sodass die aufsteigenden Aromastoffe in die Blätter ziehen. Diese Mischvorgänge nennt man Hochzeiten.
Je öfter beduftet wird, desto intensiver das Jasminaroma und desto stärker tritt der Basistee zurück. Bei den hochwertigsten Sorten werden die Blüten nach den Hochzeiten von Hand wieder aussortiert, was den Preis deutlich steigert. Die Jasminblüte selbst öffnet sich erst am Abend und verströmt dann ihr stärkstes Aroma, weshalb gerade nachts beduftet wird.
Geschmack: blumig und süßlich
Jasmintee verbindet die Frische eines Grüntees mit einem zarten, süßlichen Blütenduft. Schon der Geruch der trockenen Blätter ist intensiv blumig. Im Aufguss bleibt der Tee mild und ausgewogen, solange er nicht zu heiß oder zu lange zieht. Qualitätsstufen unterscheiden sich nach Ausgangstee, Zahl der Hochzeiten und Blütenmenge.
Wer den klassischen, herberen Grünteegeschmack ohne Blütennote bevorzugt, greift eher zu einem chinesischen Lung Ching oder einem japanischen Sencha. Jasmintee ist dagegen die mildere, duftende Alternative.
Zubereitung Schritt für Schritt
Wie alle Grüntees verträgt Jasmintee kein kochendes Wasser. Lassen Sie das Wasser nach dem Kochen auf 75 bis 80 Grad abkühlen, bevor Sie es über die Blätter gießen. Zu heißes Wasser löst Bitterstoffe und überdeckt das feine Aroma. Verwenden Sie etwa einen Teelöffel (rund 2 Gramm) pro Tasse.
Die Ziehzeit ist kurz: Zwei bis drei Minuten genügen für einen ausgewogenen Aufguss, längeres Ziehen macht ihn herb. Hochwertiger Jasmintee lässt sich zwei- bis dreimal aufgießen, wobei sich das Aroma von Aufguss zu Aufguss leicht verändert.
Jasmintee in der chinesischen Teekultur
In China hat Jasmintee eine lange Tradition und wird Gästen oft als Zeichen der Wertschätzung gereicht, auch im Restaurant nach dem Essen. Hinter einer einfachen Tasse steckt damit feine Handwerkskunst und ein über Jahrhunderte verfeinertes Verfahren. Wer das weiß, genießt den Tee bewusster.
Eingebettet ist diese Wertschätzung in eine reiche Trinkkultur, die unser Überblick zur chinesischen Teekultur näher beschreibt.
Jasminperlen und besondere Formen
Neben losem Schnitt gibt es Jasmintee in kunstvollen Formen. Bei Jasminperlen (Jasmine Dragon Pearls) werden junge Blattknospen von Hand zu kleinen Kugeln gerollt, die sich im heißen Wasser langsam öffnen. Erblühender Tee, sogenannter Blooming Tea, verbirgt in einer gebundenen Kugel oft eine echte Blüte, die im Glas aufgeht, ein optisches Schauspiel für die Teekanne aus Glas.
Solche Spitzenqualitäten verwenden frühe Frühjahrspflückungen als Basistee und werden mehrfach beduftet. Sie liegen preislich deutlich über einfachem Beutel-Jasmintee, lassen sich dafür aber besonders oft aufgießen, ohne dass das Aroma rasch nachlässt.
Frische bewahren: richtig lagern
Als aromatisierter Grüntee verliert Jasmintee mit der Zeit sowohl an Frische als auch an Blütenduft. Lagern Sie ihn deshalb kühl, trocken, lichtgeschützt und luftdicht in einer Dose abseits stark riechender Lebensmittel. Licht und Feuchtigkeit schaden dem empfindlichen Aroma besonders.
Verbrauchen Sie den Tee idealerweise innerhalb von sechs bis zwölf Monaten, da das flüchtige Jasminaroma schneller verfliegt als der Grünteegeschmack. So bleibt die Balance aus frischem Tee und süßlichem Blütenduft am längsten erhalten.
Häufige Fragen
Was ist Jasmintee?
Ein aromatisierter Tee auf Basis von meist grünem Tee, der durch Beduften mit frischen Jasminblüten ein blumig-süßes Aroma erhält. Es ist eine der ältesten aromatisierten Teesorten Chinas.
Wie wird Jasmintee hergestellt?
Der fertige Grüntee wird Schicht für Schicht mit Jasminblüten gelagert oder über einem Blütenbad bedampft. Diese Hochzeiten werden mehrfach wiederholt, je öfter, desto intensiver das Aroma.
Mit welcher Temperatur bereitet man Jasmintee zu?
Mit Wasser von etwa 75 bis 80 Grad, also nicht kochend. Heißeres Wasser löst Bitterstoffe und überdeckt das feine Blütenaroma des Grüntees.
Wie lange sollte Jasmintee ziehen?
Nur zwei bis drei Minuten. Längeres Ziehen macht ihn herb. Hochwertiger Jasmintee lässt sich zwei- bis dreimal aufgießen, das Aroma verändert sich dabei leicht.
Enthält Jasmintee Koffein?
Ja, da als Basis Grüntee dient, enthält er Koffein, meist etwa 20 bis 40 mg pro Tasse. Reine Jasminblüten ohne Teebasis wären dagegen koffeinfrei.
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