Schietwetter-Tee ist eine norddeutsche Spezialität für graue, nasskalte Tage: eine wärmende Kräuter- und Früchteteemischung, deren plattdeutscher Name schlicht schlechtes Wetter bedeutet. Statt über den Regen zu klagen, macht man sich damit einen gemütlichen Nachmittag. Hier lesen Sie, was in der koffeinfreien Mischung steckt, wonach sie schmeckt, wie sich die kräftige ostfriesische Schwarztee-Variante unterscheidet und wie man sie zubereitet.

Steckbrief
Pflanze/BasisKräuter-/Früchtemischung; ostfriesische Variante: Schwarztee
Koffeingehaltkoffeinfrei (Kräutervariante); Schwarztee-Variante koffeinhaltig
Geschmacksprofilfrisch-krautig, mild fruchtig, leicht süßlich (Anis, Honig)
Wassertemperatur100 °C, kochend
Ziehzeit5-8 Min. (Kräuter); 3-4 Min. (Schwarztee-Variante)
Dosierung1-2 TL pro Tasse (250 ml)
Aufgüsseein Aufguss
Preisspanneca. 2-5 € pro 100 g

Was Schietwetter bedeutet

Schietwetter stammt aus dem Plattdeutschen und bezeichnet schlicht schlechtes, nasskaltes Wetter. In Norddeutschland ist der Ausdruck Alltagssprache, halb resigniert, halb augenzwinkernd. Ein Tee, der diesen Namen trägt, nimmt dem Mistwetter genau diese Schwere - er ist die freundliche Antwort auf einen trüben Tag.

Damit reiht sich der Schietwetter-Tee in eine Reihe norddeutscher Mischungen ein, die ihren Charme aus regionaler Sprache und Küstenmentalität ziehen. Verwandte Mischungen mit ähnlich maritimer Note sind etwa der Kieler Seglertee oder der Sylter Strandtee.

Was im Schietwetter-Tee steckt

In aller Regel handelt es sich um eine Kräuter- und Früchteteemischung, die wärmen und für gute Laune sorgen soll. Typische Zutaten sind Pfefferminze sowie Himbeer-, Erdbeer- und Brombeerblätter, dazu häufig Anis. Hagebutten, Apfelstücke und Holunderbeeren sind ebenfalls keine Seltenheit.

Hin und wieder kommt etwas Melisse hinzu, die angenehm beruhigend schmeckt. Abgerundet wird das Ganze oft mit einer feinen Honignote. Grün- oder Schwarztee sind bei dieser Mischung eher die Ausnahme - im Vordergrund stehen krautige Frische und milde Fruchtsüße. Je nach Hersteller gibt es zahllose Variationen, ähnlich wie bei anderen Stimmungsmischungen, etwa dem Stehauf-Männchen-Tee.

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Der ostfriesische Schietwetter-Tee

Einen Sonderfall bildet die ostfriesische Lesart. In der Region mit der intensivsten Teekultur Deutschlands setzt man traditionell auf kräftigen Schwarztee; ein echter Ostfriesentee muss mindestens 50 Prozent Assam enthalten und in Ostfriesland gemischt sein. So fällt mancher ostfriesische Schietwetter-Tee deutlich gehaltvoller und wärmender aus als die reine Kräutervariante.

Häufig kommen Punschgewürze wie Zimt und Nelken hinzu, und mit einem Schuss Rum wird er gern als winterlicher Genuss serviert. Wer es an grauen Tagen kräftig mag, ist mit dieser Spielart gut beraten. Beide Varianten verbindet dieselbe Idee: ein Tee, der dem schlechten Wetter etwas abgewinnt und von innen wärmt - so wie ein wärmender Erkältungstee, ohne dass damit ein Heilversprechen verbunden ist.

So schmeckt der Schietwetter-Tee

Die Kräutervariante schmeckt frisch und krautig, mit der kühlen Klarheit der Pfefferminze und einer milden Fruchtsüße von Beeren und Apfel. Der Anis gibt eine leicht süßliche, an Lakritz erinnernde Würze, die Honignote rundet alles ab. Insgesamt ist es ein heller, freundlicher Tee, der wärmt, ohne schwer zu wirken.

Wer die ostfriesische Schwarztee-Variante wählt, bekommt dagegen einen kräftigen, dunklen Aufguss, der - ganz nach Landessitte - mit Kandis und Sahne noch runder wird. Hagebutte und Holunder bringen Fruchtigkeit und eine sanfte Säure ins Spiel, eine gelegentliche Prise Melisse wirkt beruhigend. Zusammen ergibt das einen Tee, der frisch, fruchtig und wohlig zugleich schmeckt.

Zubereitung und Anlässe

Für die Kräuter- und Früchtemischung gilt: mit sprudelnd kochendem Wasser übergießen und fünf bis acht Minuten ziehen lassen, damit Kräuter und Früchte ihr Aroma voll entfalten. Bei einer Schwarztee-Variante reichen drei bis vier Minuten, sonst wird der Aufguss herb. Süßen ist Geschmackssache; ein Löffel Honig passt zur freundlichen Art des Tees besonders gut.

Der Schietwetter-Tee ist der Begleiter für graue, ungemütliche Tage - beim Lesen am Fenster, nach einem Spaziergang im Regen oder auf dem Sofa. Die koffeinfreie Kräutervariante eignet sich für jede Tageszeit und die ganze Familie; wer einen Muntermacher sucht, greift zur ostfriesischen Schwarztee-Variante.

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Aufbewahrung und Haltbarkeit

Bewahren Sie den Tee kühl, trocken, lichtgeschützt und luftdicht verschlossen auf. So bleiben die ätherischen Öle der Pfefferminze und das Fruchtaroma rund ein Jahr erhalten.

Achten Sie darauf, dass keine Feuchtigkeit an die Mischung gelangt, damit die Fruchtstücke nicht verklumpen. Eine Dose aus dunklem Glas, Keramik oder Zinn schützt das Aroma besser als die offene Tüte, und der Abstand zu stark riechenden Lebensmitteln verhindert, dass die Kräuter Fremdgerüche annehmen.

Häufige Fragen

Was bedeutet Schietwetter?
Das Wort kommt aus dem Plattdeutschen und bedeutet schlechtes, nasskaltes Wetter. Der Tee ist als wärmender, gut gelaunter Begleiter für genau solche grauen Tage gedacht.

Was ist im Schietwetter-Tee enthalten?
Meist eine Kräuter- und Früchtemischung mit Pfefferminze, Beerenblättern, Anis, Hagebutte, Apfel und Holunder, oft mit Honignote. Ostfriesische Varianten setzen dagegen auf kräftigen Assam-Schwarztee.

Enthält der Tee Koffein?
Die übliche Kräuter- und Früchtevariante ist koffeinfrei und für jede Tageszeit geeignet. Nur die ostfriesische Schwarztee-Variante mit Assam enthält Koffein und macht entsprechend wach.

Wie lange muss der Tee ziehen?
Die Kräutervariante fünf bis acht Minuten, damit sich Kräuter und Früchte voll entfalten. Eine Schwarztee-Variante zieht nur drei bis vier Minuten, sonst wird der Aufguss zu herb.

Kann man ihn süßen?
Ja, ein Löffel Honig passt besonders gut und unterstreicht die freundliche, leicht süße Art des Tees. Die ostfriesische Variante wird klassisch mit Kandis und Sahne genossen.

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André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.