Genmaicha ist eine japanische Spezialität, die grünen Tee mit geröstetem, teils aufgepopptem Reis verbindet. Der Name bedeutet wörtlich brauner Reis-Tee. Das Ergebnis schmeckt warm, nussig und malzig, mit milder statt herber Note. Hier erfahren Sie, wie Genmaicha entsteht, welcher Grüntee als Basis dient, wie viel Koffein im Glas steckt und wie Sie ihn ausgewogen aufbrühen.
| Pflanze/Basis | Bancha oder Sencha (Camellia sinensis) plus gerösteter Reis |
|---|---|
| Koffeingehalt | ca. 10-20 mg pro Tasse (200 ml) |
| Geschmacksprofil | mild, nussig, malzig-röstig |
| Wassertemperatur | 80 °C, nicht kochend |
| Ziehzeit | 1-2 Minuten |
| Dosierung | 1 gehäufter TL (ca. 2-3 g) pro 200 ml |
| Aufgüsse | 2-3 Aufgüsse |
| Preisspanne | ca. 3-7 € pro 100 g |
Was Genmaicha ist und woher er kommt
Genmaicha ist eine Mischung aus japanischem Grüntee und geröstetem Reis. Als Basis dient meist Bancha, der spätere und günstigere Pflückung entstammt, manche Hersteller verwenden auch Sencha. In der Regel sind dem Tee rund 30 bis 50 Prozent Reis beigemischt.
Hergestellt wird Genmaicha praktisch ausschließlich in Japan; außerhalb des Landes spielt er in der Produktion keine Rolle. Lange galt er als Tee der einfachen Leute, weil der Reis die teuren Teeblätter streckte und den Aufguss erschwinglicher machte. Heute wird er für seinen Geschmack geschätzt.
Die Legende vom unachtsamen Diener
Um die Entstehung rankt sich eine Legende aus dem 15. Jahrhundert: Ein Diener soll Teeblätter versehentlich mit Reiskörnern vermischt und zu lange geröstet haben. Sein Herr, ein Samurai, war angeblich so erzürnt, dass er den Diener bestrafte — kostete den vermeintlich verdorbenen Tee dann aber doch und war vom malzigen Röstaroma überrascht.
Ob die Geschichte wahr ist, lässt sich nicht belegen. Die ganze Erzählung samt Hintergrund finden Sie im Beitrag Genmaicha und der unachtsame Diener.
Der geröstete Reis und das Aroma
Der Reis wird geröstet, bevor er mit dem Tee vermischt wird; einzelne Körner puffen dabei auf und erinnern an Popcorn. Diese Röstung liefert die typische warme, getreidige Note. Es gibt zwei Wege der Herstellung: Entweder wird der Reis separat geröstet und untergemischt, oder die Teeblätter werden gemeinsam mit dem Reis in der Pfanne erhitzt.
Geschmacklich schmeckt Genmaicha mild und rund: Der Reis dämpft die Bitterkeit des Grüntees und ergänzt sie um malzige, nussige Töne. Wer eine andere geröstete Variante kennenlernen möchte, findet sie im Hōjicha, einem über Holzkohle gerösteten Grüntee.
Koffein und Inhaltsstoffe
Genmaicha gehört zu den koffeinärmsten Grüntees. Weil rund ein Drittel bis die Hälfte der Mischung aus Reis besteht und meist der koffeinarme Bancha als Basis dient, liegt der Gehalt bei nur etwa 10 bis 20 mg pro Tasse. Damit eignet er sich gut für den Nachmittag oder den frühen Abend.
Die Reiskörner liefern vor allem Röstaromen, nicht aber nennenswerte Nährstoffe, da nur der Aufguss getrunken wird. Die im Grüntee enthaltenen Catechine und die Aminosäure L-Theanin stammen von der Teebasis. Wer den Koffeinvergleich vertiefen will, findet ihn im Beitrag Kaffee wirkt viel stärker als Tee.
Zubereitung Schritt für Schritt
Verwenden Sie Wasser von rund 80 Grad, kein kochendes — sonst wird der Aufguss kratzig. Geben Sie einen gehäuften Teelöffel (etwa 2 bis 3 Gramm) auf 200 Milliliter und lassen Sie den Tee nur ein bis zwei Minuten ziehen.
Genmaicha verträgt zwei bis drei Aufgüsse, wobei das Röstaroma vom zweiten Aufguss an etwas zurücktritt. Mit seiner nussigen Note passt er gut zu herzhaften Speisen, etwa zu Reisgerichten oder Fisch.
Lagerung und Frische
Genmaicha sollte kühl, trocken und lichtgeschützt in einer luftdichten Dose lagern. Da er sowohl Grüntee als auch Röststoffe enthält, verfliegt das nussige Aroma mit der Zeit; am besten brauchen Sie eine angebrochene Packung innerhalb von sechs bis acht Monaten auf.
Wichtig ist Abstand zu stark riechenden Lebensmitteln, denn die trockenen Blätter und Reiskörner nehmen Fremdgerüche rasch an. Bewahren Sie die Dose abseits von Herd und Spüle auf. Allgemeine Hinweise zur Teelagerung gibt der Beitrag Wo und wie hebe ich meinen Tee am besten auf?.
Genmaicha mit Matcha und Varianten
Eine beliebte Abwandlung ist Genmaicha mit etwas Matcha, fachsprachlich Matcha-iri Genmaicha: Der zugesetzte Matcha verleiht dem Aufguss eine intensivere grüne Farbe und ein volleres, leicht cremiges Aroma. Diese Variante schmeckt kräftiger als der klassische Genmaicha.
Daneben gibt es Genmaicha auf Sencha-Basis, der frischer und grasiger schmeckt als die Bancha-Variante. Als Einstiegstee in die Welt der japanischen Grüntees eignet sich Genmaicha besonders, weil die Röstnote dem Grüntee die Herbe nimmt.
Häufige Fragen
Was bedeutet der Name Genmaicha?
Genmaicha heißt wörtlich brauner Reis-Tee: Genmai steht für ungeschälten Reis, Cha für Tee. Der Name verweist auf den gerösteten Reis als charakteristische Zutat.
Wie schmeckt Genmaicha?
Mild, rund und nussig mit einer malzig-röstigen Note. Der Reis dämpft die Bitterkeit des Grüntees, sodass der Tee besonders zugänglich und bekömmlich wirkt.
Wie viel Koffein hat Genmaicha?
Mit etwa 10 bis 20 mg pro Tasse zählt Genmaicha zu den koffeinärmsten Grüntees, weil ein großer Teil aus Reis besteht und oft koffeinarmer Bancha die Basis bildet.
Wie bereitet man Genmaicha zu?
Mit rund 80 Grad heißem Wasser und einer kurzen Ziehzeit von ein bis zwei Minuten. Kochendes Wasser macht den Aufguss kratzig. Zwei bis drei Aufgüsse sind möglich.
Was ist Genmaicha mit Matcha?
Eine Variante mit zugesetztem Matcha, die dem Tee eine intensivere grüne Farbe und ein volleres, leicht cremiges Aroma verleiht. Sie schmeckt kräftiger als klassischer Genmaicha.
Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.
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