Allein bei der Vorstellung an Tee aus der Padmaschine mag zahlreichen Teeliebhabern bereits ein Schauer über den Rücken laufen. Tee noch enger zusammengepackt, als im Beutel und dann auch noch die Zubereitung. Einfach heißes Wasser unter Druck durch den Pad pressen und der Tee soll fertig sein? Und schmecken? Kaffeepads und Kapseln haben bereits den Markt erobert, werden Teepass dem gleich tun?

Innovativ oder doch einfach nur furchtbar?

Wie immer, wenn es um Geschmack geht, gibt es zu diesem Thema weit mehr als nur eine Meinung und erst recht kein richtig oder falsch. In einem Punkt immerhin scheinen sich alle einig zu sein. Die Padmaschine ist eine Zubereitungsart für Tee, die mit frischem aufgebrühtem Tee nicht zu vergleichen ist. Und wie zufrieden man mit den neuen Teepads ist, hängt wohl in erster Linie von den Erwartungen und Ansprüchen ab. Wenn es schnell gehen muss, beispielsweise am Arbeitsplatz, dann ist ein Pad wohl eine gute Alternative. Viele versuchen immer wieder ihren Kaffeekonsum etwas zu reduzieren. Der Kaffee allerdings ist immer fertig zubereitet griffbereit oder kann eben in Padmaschinen schnell und einfach zubereitet werden. In solchen Momenten kann es ganz angenehm sein, wenn man ebenso schnell und einfach Tee zubereiten kann. Es muss ja nicht immer Tee bester Qualität getrunken werden, gerade auf Arbeit, muss es oft zügig gehen. Die schnelle Zubereitung ist also ein klarer Vorteil.Um eine Geschmacksvermischung von Kaffee und Tee zu vermeiden, muss man allerdings, wenn die gleiche Maschine benutzt wird, vor und nach der Teezubereitung jeweils einen "Leerlauf" machen und das ganze System auf diese Weise einmal durchspülen. Zudem empfiehlt sich ein spezieller Padhalter und manche raten auch dazu, lieber zwei Pads pro Tasse zu verwenden und den Geschmack so etwas zu intensivieren. Allerdings kann auch niemand leugnen, dass es vor allem der Geschmack des Tees ist, der bei dieser Zubereitungsart leidet. Das Wasser hat oft nicht die optimale Temperatur und von einer Ziehdauer kann nicht die Rede sein. Vielmehr werden im Eilverfahren in erster Linie durch Druck einige Geschmacks- und Aromastoffe dem Tee in den Pads förmlich entrissen. Von einem "Entfalten" des Geschmacks ist diese Methode weit entfernt. Selbst diejenigen, die Teepads während der Arbeit als gute, akzeptable Alternative sehen, bereiten sich ihren Tee zu Hause auf herkömmliche Weise zu. Die Tasse schmeckt einfach wesentlich intensiver, der Genuss steht vielmehr im Vordergrund und hier kann man sich auch endlich einmal Zeit lassen.

Keine Spitzenqualität, aber doch oft besser als erwartet

Die Pads an sich riechen meist sehr lecker nach Tee und machen vielen wohl bereits beim Auspacken Lust auf eine Tasse. Diejenigen, die erwartet hatten, dass für Pads ausschließlich minderwertige Ware verwendet wird, werden in diesem Moment positiv überrascht sein. Sicher wird niemand einen Preisverdächtigen Spitzentee zu einem Pad verarbeiten, dennoch finden sich in den kleinen Ballen sicher keine Abfallprodukte. Dennoch sollte jedem klar sein, dass allein aufgrund der Zubereitungsart in einer Padmaschine selbst die noch so beste Ausgangsqualität des Tees nie und nimmer die Geschmacksintensität einer frisch aufgebrühten Tasse erreichen kann. Beim Kaffee ist es häufig sogar erwünscht, dass das Wasser nur kurz mit dem Pulver der Bohnen in Berührung kommt. Tee ist da nun einmal ganz anders und sollte deshalb auch anders behandelt werden. Tee ist Tee und nicht "der andere Kaffee".

Fazit

Wer seinen täglichen Kaffeekonsum reduzieren möchte, vielleicht sogar dauerhaft und trotzdem nicht auf die Bequemlichkeit der schnellen Zubereitung wie bei einer Tasse Kaffee verzichten möchte, für den können Teepads eine Alternative sein. Ob im Haushalt oder im Büro, Pad-Maschinen erleichtern den Alltag. Das Wasser im Wasserkocher zu erhitzen nimmt meist schon mehr Zeit in Anspruch, als eine Padmaschine für eine Tasse Kaffee braucht. Hinzu kommt noch die Ziehdauer und danach ist der Tee meist noch so heiß, dass man sich eher die Zunge verbrennt, als den Tee tatsächlich genießen zu können. Dann ist man bereits wieder in die Arbeit vertieft und ehe man wieder an seinen Tee denkt, ist er längst kalt oder der Teebeutel hängt immer noch in der Tasse und hat den Geschmack so unangenehm verändert. Diese Probleme kennt wohl jeder, der schon einmal versucht hat, sich im Büro oder zu Hause einen Tee zuzubereiten. Ein Pad mag hier ein guter Ausweg sein. Mittlerweile gibt es zahlreiche Teesorten, Grüner Tee, Schwarzer Tee und Frühbeetes erobern die Pad-Maschinen und verdrängen den Konsum von Kaffee. Von vornherein verteufeln sollte man die Teepads also nicht. Dennoch sollte sich auch jeder bewusst sein, dass der Geschmack schwächer sein könnte, als bei einer herkömmlichen Zubereitung. Wer das akzeptieren kann, sollte ruhig einen Versuch mit Teepads wagen.Bildnachweis: Tee für die Padmaschine © fotografiedk - Fotolia.com

Tee in der Pad-Maschine: Geht das?

Seit Nespresso und Tassimo die Küchenlandschaft dominieren, gibt es Versuche, auch Tee in Kapsel- oder Pad-Form anzubieten. Das Prinzip funktioniert prinzipiell: Teepads (flache Kissen aus Filterpapier mit Tee) können in bestimmten Padmaschinen (insbesondere SENSEO-kompatiblen) verwendet werden. Für beste Ergebnisse mit Teepads: Wasser auf 90–95°C einstellen (manche Maschinen erlauben Temperaturwahl). Teepad einlegen, kurzen Spülgang ohne Pad starten, um Kaffeerückstände zu entfernen. Dann Teepad aufbrühen. Ergebnis: Ein ordentlicher, bequemer Tee – aber kein Vergleich zu loser Ware. Der Hauptnachteil: Teepads enthalten oft Fannings (kleinste Blattfragmente), was zu bitterem, dünnem Tee führt. Premium-Teepads mit ganzen Blättern sind besser. Wer hohe Teequalität will: loser Tee mit Sieb ist die überlegene Methode.

Wird Teequalität durch Pad-Zubereitung beeinträchtigt?

Die kurze Antwort: Ja, in der Regel schon. Der Padmaschinen-Prozess drückt heißes Wasser unter Druck durch das Pad – ähnlich wie bei Espresso. Das ist für Kaffee geeignet (Crema entsteht durch Emulgierung von Ölen unter Druck), aber für Tee suboptimal. Teepolyphenole und Aromastoffe entfalten sich am besten durch ruhiges, konvektives Aufbrühen bei exakter Temperatur und kontrollierter Ziehzeit. Unter Druck wird die Extraktion zu intensiv und zu einseitig: Bittere Gerbstoffe werden stärker extrahiert als feine Aromen. Das Ergebnis ist ein technisch korrekt heißes Getränk, aber kein aromatisch reicher Tee. Für Alltagskomfort und schnelle Bürotees sind Teepads akzeptabel. Für ernsthaften Teegenuss sind sie keine Alternative zu loser Ware und einem guten Teesieb.

Geschichte und Zukunft des Convenience-Tees

Die Suche nach bequemer Teezubereitung ist so alt wie der Teebeutel selbst (erfunden 1908 von Thomas Sullivan). Der Teepad ist ein weiterer Schritt in dieser Convenience-Evolution. Nach dem Siegeszug der Kapselmaschine (Nespresso, Dolce Gusto) versuchen Teehersteller, den gleichen Marktdruck zu nutzen. Unternehmen wie Twinings, Pukka und Dilmah haben Tee-Kapsel-Systeme entwickelt. Das Problem: Tee lässt sich schlechter standardisieren als Kaffee-Espresso, da Teevielfalt (Grün, Weiß, Oolong, Schwarz, Kräuter) verschiedene Temperaturen und Drücke erfordert. Umweltperspektive: Teepads erzeugen weniger Abfall als Kaffeekapseln (oft kompostierbar), aber mehr als loser Tee mit Metallsieb. Die Zukunft liegt wahrscheinlich in hochwertigeren Kapsel-/Pad-Tees für Mainstream-Märkte und gleichzeitig wachsendem Interesse an losen Spezialitäten für Kenner.

FAQ: Tee für die Padmaschine

Welche Padmaschinen funktionieren mit Teepads? SENSEO-Maschinen und SENSEO-kompatible Geräte sind am häufigsten für Teepads geeignet. Nespresso-Maschinen sind nicht für Tee ausgelegt. Tassimo verwendet ein eigenes T-Disc-System, das Teediscs anbietet.

Gibt es hochwertige Teepads? Ja, einige Hersteller wie Ahmad Tea und Twinings bieten Ganzblatt-Teepads an, die qualitativ besser sind als Fannings-Pads. Trotzdem bleibt loser Tee die Referenz.

Ist Teepad-Tee gesünder oder ungesünder als normaler Tee? Der Polyphenolgehalt ist vergleichbar, wenn die gleiche Menge Tee verwendet wird. Qualitativ schlechte Pads mit minderwertigem Tee können niedrigere Antioxidantiengehalte haben.

Wie reinigt man Padmaschinen richtig für Tee? Vor der Teezubereitung: Maschine mit heißem Wasser ohne Pad spülen. Nach der Teezubereitung: Gründlich spülen, da Teerückstände den nächsten Kaffee färben und umgekehrt Kaffeearomen den Tee kontaminieren.

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