Der in zarten Blüten violett leuchtende Lavendel verbreitet einen herrlichen Duft und wirkt angenehm entspannend. Zwei gute Gründe, weshalb er durch seine Wirkung in der Kosmetikindustrie überaus beliebt ist und gerne in Bädern oder auch in Lotions verwendet wird. Viele freuen sich aber auch über Lavendel in ihrem eigenen Garten und hängen sich kleine Sträußchen zum Trockenen, aber in erster Linie zum Duft verbreiten in die Küche oder auch ins Schlafzimmer. Erfahren Sie in diesem Artikel mehr über die Inhaltsstoffe, Anbaugebiete und Herstellung des Lavendeltees. Doch Lavendel ergibt auch einen ganz wunderbaren Tee. Den meisten ist allerdings, wenn überhaupt, nur bekannt, dass entsprechende Entspannungstees, die beim Einschlafen helfen sollen, neben zahlreichen anderen Komponenten, einen kleinen Teil Lavendel enthalten. Es geht allerdings auch pur oder eben als Lavendeltee.

Inhaltsstoffe

Für die Wirkung des Lavendeltee sind vor allem ätherische Öle verantwortlich. Zudem sind etwa die Hälfte seiner Inhaltsstoffe Ester, ein weiteres Drittel sogenannte Monoterpene. Das Trinken dieser Mischung führt dazu, dass Lavendel in unserem Körper Krämpfe löst und beruhigend wirkt. Für Erkrankungen des Nervensystems gilt Lavendel deshalb als sehr beliebtes Naturheilmittel. Einige Rezepte versprechen auch eine positive Wirkung auf den Magen. Bereits im Mittelalter war Lavendel auch noch wegen einer völlig anderen Wirkung bekannt und begehrt. Zu jener Zeit wurde Lavendel als Gegengift gegen alles und jeden eingesetzt. Ob als Aufguss oder Tee, als reines Lavendelöl oder verkocht mit Speisen, Lavendel war in jener Zeit fast überall zu haben. Der Ruf um die Wirkung, man könne mit Lavendel nahezu jede Vergiftung stoppen und heilen, war weit verbreitet.

Anbaugebiete

Eigentlich sind die Lavendel Pflanzen in den trockenen und warmen Küstenregionen des Mittelmeeres zu Hause. Längst ist er jedoch in ganz Südeuropa verbreitet und wurde von Mönchen sogar über die Alpen gebracht, wo er sich inzwischen auch in unseren Gärten ganz wohl fühlt. Beim Stichwort Lavendel haben viele allerdings sofort die großen, weiten Lavendelfelder der Hoch-Provence in Frankreich vor Augen, wo es schon allein wegen seiner Nutzung in der Parfüm- und Kosmetikindustrie schon lange wirtschaftlich genutzte Lavendelkulturen gibt.

Herstellung

Für den Tee werden die Lavendelblüten verwendet. Sorgfältig getrocknet können sie gut gelagert und aufbewahrt werden. Da sie ohnehin recht kein sind, erübrigt sich ein Zerkleinern. Ein weiterer Vorteil dadurch ist, dass Lavendel gut in Mischungen verarbeitet werden kann. Aufgegossen mit kochendem Wasser sollen die Lavendelöle bei vielen Beschwerden, wie Kopfschmerzen und Migräne in Minuten wirken. Jedoch ist die Wirkungsweise des im Tee enthaltenen Lavendelöles nicht mit dem Lavendelöl zu vergleichen, das in Flaschen gekauft werden kann. Dieses Lavendel hat ein weiteres Wirkungsspektrum und eine intensivere Wirkung. Möchte man Lavendel in der Küche als Gewürz einsetzten, verwendet man am besten noch ganz zarte, junge Blätter, statt der Blüten. Fischgerichte, Lammfleisch und Geflügel können damit ebenso eine ganz besondere Note bekommen, wie Eintöpfe.

Fazit

Neben Zimt und Rosenholz zählt Lavendel zu den sogenannten "sinnlichen Gewürzen". Mit einer Tasse Lavendeltee kann man sicher herrlich entspannen und seinen Nerven eine kleine Auszeit gönnen. Dennoch sollte man es auch mit dem Lavendeltee nicht übertreiben, sonst könnte die Darm- und Magenschleimhaut gereizt werden und, wie so oft in der Naturheilkunde, genau das Gegenteil von dem Bewirken, was man eigentlich damit bezwecken wollte. Wer Lavendeltee pur trinken möchte, der sollte am Besten in einer Apotheke nachfragen. Im sonstigen Handel findet man ihn meist nur in Mischungen verarbeitet. Selbstverständlich kann man sich diesen Tee auch selbst herstellen. Dabei sollte man bei der Dosierung allerdings beachten, dass der Lavendel, umso weniger Duft und Aroma besitzt, je kälter sein Standort ist. Bildnachweis: Lavendeltee © tinlinx - Fotolia.com

Zubereitung von Lavendeltee

Für einen wohltuenden Lavendeltee werden etwa ein bis zwei Teelöffel getrocknete Lavendelblüten pro Tasse verwendet. Es ist wichtig, die richtige Menge zu treffen: Zu viel Lavendel kann den Tee bitter und unangenehm intensiv machen. Die Blüten werden mit frisch gekochthem Wasser übergossen, das zuvor auf etwa 85 bis 90 Grad abgekühlt ist, um die zarten Aromastoffe zu schonen. Die Ziehzeit sollte fünf bis sieben Minuten nicht überschreiten, da längeres Ziehen zu Bitterstoffen führen kann. Nach dem Abgießen kann der Tee mit einem Teelöffel Honig gesüßt werden, was seinen blumig-süßen Charakter unterstreicht. Lavendel harmoniert wunderbar mit anderen beruhigenden Kräutern wie Melisse, Baldrian oder Passionsblume. Auch eine Kombination mit Kamille ist sehr beliebt und verstärkt die entspannende Wirkung. Für einen Abendritual-Tee eignet sich Lavendel besonders gut in Kombination mit einem Schuss Milch und etwas Honig als beruhigende Einschlafroutine.

Wirkung und Gesundheitliche Vorteile von Lavendeltee

Lavendel (Lavandula angustifolia) ist vor allem für seine beruhigende und stressreduzierende Wirkung bekannt. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind Linalool und Linalylacetat, zwei ätherische Öle, die nachweislich das Nervensystem beruhigen und die Schlafqualität verbessern können. Lavendeltee wird daher häufig als natürliches Mittel bei Einschlafproblemen, Nervosität und innerer Unruhe eingesetzt. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Lavendelextrakte die Angstsymptome reduzieren und die Stimmung heben können. Im Bereich der Schmerzlinderung kann Lavendel bei Kopfschmerzen, Migräne und menstruationsbedingten Beschwerden hilfreich sein. Die krampflösenden Eigenschaften des Lavendels wirken zudem positiv auf den Verdauungstrakt: Blähungen, Koliken und nervöse Magenbeschwerden können durch Lavendeltee gelindert werden. Darüber hinaus besitzt Lavendel antioxidative und antimikrobielle Eigenschaften. Als äußerliche Anwendung (Tee als Kompresse) kann Lavendel auch bei Hautirritationen und kleinen Wunden unterstützend eingesetzt werden.

Geschichte und Herkunft des Lavendels

Lavendel hat eine jahrtausendealte Geschichte als Heil- und Duftkraut. Die Pflanze stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und war bereits den alten Ägyptern, Griechen und Römern bekannt. Im antiken Rom wurde Lavendel zum Duften von Bädern, Kleidung und Räumen verwendet – der Name leitet sich möglicherweise vom lateinischen „lavare" (waschen) ab. Im Mittelalter verbreiteten Benediktinermönche den Lavendelanbau in ganz Europa und nutzten ihn in der Klostermedizin als Heilkraut. Die berühmte Äbtissin Hildegard von Bingen schrieb ausführlich über die heilenden Eigenschaften des Lavendels. Die Provence in Südfrankreich ist noch heute das Zentrum des europäischen Lavendelanbaus, und die violetten Lavendelfelder gehören zu den ikonischsten Landschaften Europas. In Deutschland wird Lavendel hauptsächlich in geschützten Lagen angebaut und ist ein beliebtes Garten- und Balkonpflänzchen.

Häufige Fragen zu Lavendeltee

Wann sollte man Lavendeltee trinken?
Lavendeltee eignet sich besonders am Abend vor dem Schlafengehen oder in Stressphasen. Auch nach einem anstrengenden Tag oder bei nervöser Unruhe kann eine Tasse Lavendeltee beruhigend wirken.

Kann Lavendel Schlaf wirklich fördern?
Studien zeigen, dass Linalool, der Hauptwirkstoff im Lavendel, das Nervensystem beruhigen und die Schlafqualität verbessern kann. Lavendeltee ist kein Schlafmittel, kann aber als Teil einer entspannenden Abendroutine helfen.

Ist Lavendeltee auch für Kinder geeignet?
In kleinen Mengen ist Lavendeltee für ältere Kinder (ab Schulalter) generell unbedenklich. Bei Kleinkindern und Säuglingen sollte Lavendeltee jedoch nicht ohne Rücksprache mit dem Kinderarzt gegeben werden.

Welcher Lavendel ist für Tee am besten geeignet?
Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) ist für Tee am besten geeignet, da er den feinsten Geschmack und die höchste Konzentration an wirksamen ätherischen Ölen hat. Hybridlavendel (Lavandin) hat oft einen schärferen Geruch und weniger Heilwirkung.

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