Inhaltsstoffe
Da die Eicheln, wie bereits erwähnt, natürlicher Weise einen sehr bitteren Geschmack haben, liegt nahe, dass die Liste der Inhaltsstoffe von Bitterstoffen, Gerbstoffen und auch Gerbsäure angeführt wird. Daneben finden sich aber noch Gallussäure, Quercin, Quercentin und Tannine. Diese Mischung macht die Eiche zu einer antibakteriell, blutstillend und entzündungshemmend wirkenden Heilpflanze. Die Therapie mit der Eichenrinde kann für verschiedene Erkrankungen äußerst effektiv sein. Folgende Symptome sind geeignete Einsatzgebiete die der Eichenrinden Tee fast schon heilen kann: Juckreiz, Halsentzündungen, Durchfallerkrankungen, Magengeschwüre, Magen- oder Darmschleimhautentzündungen, bei Entzündungen der Schleimhaut im Genital- und Analbereich, aber ebenso leichte Diabetes und Krampfadern und bei Wunden. Ein Vollbad mit der Eichenrinde wirkt heilend bei entzündlichen Regionen. Die Wirkungsmöglichkeiten der Eiche sind also sehr vielseitig, ein Blick in Experten Fachbücher, verschiedene online Ratgeber oder eine Nachfrage beim Apotheker lohnt sich. Wer an entzündlichen Hauterkrankungen wie Neurodermitis leidet, kann auch mit einer Tinktur aus Eichenrinde die entzündete Stelle pflegen.Anbaugebiete
Die Eichen mit all ihren verschiedenen Arten gehören zu den zahlenmäßig am stärksten vertretenen Laubbaumgattungen der Nordhalbkugel. Die meisten Eichen gibt es in Nordamerika. Aber auch in Zentral- und Teilen Südamerikas finden sich diverse Vertreter. In Deutschland ist sogar dank fossiler Funde eindeutig belegt, dass es bereits im Tertiär, also vor rund 12 Millionen Jahren, Eichen in unseren Breitengraden gab. Bis heute ist die Eiche ein ganz typischer Vertreter in unseren Wäldern und nahezu überall zu finden. Im Zuge der industriellen Nutzung gibt es allerdings trotz der großen Wildbestände auch zahlreiche Monokulturen, es werden also ganz gezielt reine Eichenwälder angelegt.Herstellung
Dass man die Früchte der Eiche, also die Eicheln zum Verzehr verwenden kann, wurde bereits erwähnt. Für den Tee allerdings, kommen in erster Linie die Rinde, aber auch dünne Zweige und Ästchen zum Einsatz. Diese sammelt man am besten in der Zeit von März bis Mai, für die Eichel dagegen muss man sich bis etwa Oktober gedulden. Für den Tee spielen sie allerdings keine Rolle. Um sich eine Tasse eines Eichenrinden-Tees zuzubereiten nimmt man etwa ein bis zwei Teelöffel zerkleinerter Droge und übergießt sie mit dem noch kalten Wasser. Diese Mischung wird erhitzt und sollte für rund drei bis fünf Minuten kochen. Anschließend einfach die Eichenrinde abseihen. Täglich bis zu drei Tassen von vom Eichenrindentee ist gesund und hat eine sehr positive Wirkung auf die Verdauung. Der Tee ist auch für die äußere Anwendung geeignet, dann aber aufpassen das man sich nicht verbrüht.Fazit
Beim Stichwort Tee oder Arzneimittel denkt wohl niemand besonders schnell an die Eiche. Im ersten Moment schon mal gar nicht, aber auch nicht unbedingt beim zweiten oder dritten Nachdenken kommt man darauf. Vor allem nicht beim Thema Medizin. Dennoch könnte man durchaus in der einen oder anderen Situation vom Wirkstoff profitieren, wenn man sein Wissen über die Eiche und die Zubereitungen ein bisschen ausgeweitet hat.Bildnachweis: Eichen-Tee ©Thinkstock:GoodshootZubereitung von Eichen-Tee (Eichenrindentee)
Eichen-Tee wird aus der getrockneten Rinde der Eiche (Quercus robur oder Quercus petraea) zubereitet und ist eines der bewährtesten Gerbstoffmittel der europäischen Volksmedizin. Für die Zubereitung werden ein bis zwei Teelöffel der fein geschnittenen Eichenrinde pro 250 ml Wasser verwendet. Da die Gerbstoffe aus der harten Rinde erst bei längerer Hitzeeinwirkung vollständig gelöst werden, wird die Rinde in kaltes Wasser gegeben, langsam zum Kochen gebracht und dann zehn bis fünfzehn Minuten geköchelt. Der fertige Tee wird abgeseiht und ist nach dem Abkühlen fertig. Eichenrindentee hat einen intensiv bitteren, adstringierenden Geschmack durch den hohen Gerbstoffgehalt. Er kann mit etwas Honig gemildert werden, sollte aber nie stark gesüßt werden, da dies die Wirkung der Gerbstoffe einschränkt. Für äußerliche Anwendungen (Sitzbäder bei Hämorrhoiden, Fuß- oder Handbäder, Umschläge bei Wunden) wird eine größere Menge zubereitet und der Tee unverdünnt verwendet.
Wirkung und Gesundheitliche Vorteile von Eichenrindentee
Eichenrinde ist bekannt für ihren außergewöhnlich hohen Gerbstoffgehalt (10-20% Tannine), der die Grundlage seiner vielfältigen Heilwirkungen bildet. Gerbstoffe wirken adstringierend (zusammenziehend) auf Schleimhäute und Gewebe, was Entzündungen hemmt, Blutungen stillt und eine schützende Schutzschicht auf irritierten Flächen bildet. Innerlich angewendet wirkt Eichenrindentee daher bei Durchfall, Darmreizungen und entzündlichen Darmerkrankungen. Er kann bei Mundschleimhautentzündungen, Zahnfleischentzündungen und Aphten als Spülung oder Gurgellösung eingesetzt werden. Äußerlich ist Eichenrindentee hervorragend bei Hämorrhoiden (als Sitzbad), schweißigen oder gereizten Füßen (als Fußbad), Ekzemen, Hautirritationen und schlecht heilenden Wunden. Die antimikrobiellen Eigenschaften der Tannine hemmen das Wachstum von Bakterien und Pilzen auf der Haut. Die entzündungshemmende Wirkung der Flavonoide ergänzt die Gerbstoffwirkung. Eichenrinde ist in Deutschland als pflanzliches Arzneimittel für diese Anwendungsgebiete anerkannt.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber Jiaogulan Tee. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu Fruchtetee. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu chinesische Teekultur.
Geschichte und Herkunft des Eichenrindentees
Die Eiche war in der europäischen Kulturgeschichte immer ein Symbol für Stärke, Beständigkeit und Heilkraft. In der germanischen und keltischen Mythologie galt sie als heiliger Baum der Götter, und ihre Gerbstoffe wurden seit Jahrtausenden zur Haltbarmachung von Leder (Gerben) und als Heilmittel genutzt. In der antiken Medizin wurde Eichenrinde von Hippokrates und Dioskurides bei Wunden, Durchfall und äußerlichen Erkrankungen empfohlen. Im Mittelalter nutzte man Eichenrinde zum Gerben von Leder und in der Klostermedizin als wichtiges Gerbstoffmittel. Im 18. und 19. Jahrhundert war Eichenrinde offiziell in den meisten europäischen Pharmakopöen (offiziellen Arzneibüchern) gelistet. In Deutschland ist die Echte Eiche (Quercus robur) weit verbreitet und gilt als Nationalsymbol. Die Eichenrinde wird im Frühjahr von jungen Trieben gesammelt, wenn sie leicht vom Holz abzulösen ist. Heute ist getrocknete Eichenrinde in Apotheken und Reformhäusern erhältlich.
Häufige Fragen zu Eichenrindentee
Kann ich Eichenrindentee täglich trinken?
Eichenrindentee enthält sehr viele Gerbstoffe, die bei täglicher Einnahme die Schleimhäute reizen können. Er sollte als Kurmaßnahme verwendet werden (maximal zwei bis drei Wochen) und nicht dauerhaft. Äußerlich kann er regelmäßiger eingesetzt werden.
Hilft Eichenrindentee bei Hämorrhoiden?
Ja, als Sitzbad ist Eichenrindentee ein bewährtes Mittel bei Hämorrhoiden. Er wirkt entzündungshemmend, zusammenziehend und kann Juckreiz und Schwellungen lindern. Dazu 50 g Eichenrinde in 1 Liter Wasser kochen und als Sitzbad verwenden.
Ist Eichenrindentee bei Kindern sicher?
Innerlich eingenommen sollte Eichenrindentee bei Kindern nur nach Rücksprache mit dem Arzt gegeben werden. Äußerlich (Bäder, Umschläge) bei älteren Kindern in der Regel unbedenklich, aber auch hier im Zweifelsfall Arzt fragen.
Wie erkenne ich Qualitätseichenrinde?
Hochwertige Eichenrinde ist grau-bräunlich von außen und rötlich-braun innen, mit einem charakteristischen adstringierenden Geschmack. Sie sollte frei von Schimmel und unangenehmem Geruch sein. Apotheken-Qualität ist am verlässlichsten.
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