Neem Tee


Falls jemand hierzulande den Niembaum, lat. Azadirachta indica, überhaupt kennt, dann meist unter dem Namen Neem und als Bestandteil von Kosmetika. Als Heilpflanze allerdings, aus deren Blättern auch einen wunderbar wirkungsvoller Tee zubereitet kann, trifft man in unseren Breitengraden äußerst selten auf diesen Baum. Dabei gehört Neem dank seines vielseitigen Angebots an verschiedensten Wirkstoffen zu den wahren Allroundern unter den Heilpflanzen. Vielleicht wird er also auch schon bald bei uns etwas bekannter.

Neem Tee

Inhaltsstoffe

Ätherische Öle und Gerbstoffe sind für eine Heilpflanze durchaus nichts Ungewöhnliches. Selbst Linolsäure und Harz findet man durchaus schon mal. Hohe Konzentrationen an Phosphor und Schwefel sind dagegen schon wesentlich ungewöhnlicher uns erinnern erst einmal vielleicht an heiße Quellen oder etwas Derartiges. Einen Baum hat man bei diesen Stichwörtern jedenfalls nicht als erstes vor Augen. Nimbin, Myristizinsäure, Salanin, Meliantriol und weitere nahezu unaussprechliche Substanzen wecken dann, ausgenommen beispielsweise Chemiker, in der Regel überhaupt keine Erinnerungen oder Assoziationen mehr.

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Diese starke Kombination ist allerdings der Grund dafür, dass Neem nicht nur antibakteriell, sondern auch antiviral und pilzhemmend wirkt. Selbst Insekten lassen sich davon vertreiben. So kommt es zu der, auf den ersten Blick sicher sehr verwirrenden Nutzung des Niem-Baums, als Schädlingsbekämpfungsmittel im Garten, als Bestandteil von Kosmetika und Körperpflegeprodukten in Form von Niemöl, welches die haut reichhaltig nährt. Doch auch als Tee zur Anwendung bei Krankheiten ist der Neuem-Baum beliebt.

Egal, ob Husten, Durchfall, Blasenentzündung, Kopfschmerzen, Darmentzündung, Rheuma oder selbst Leberschwäche. Das Einsatzgebiet des Neem könnte kaum vielseitiger und bunter durch seine vielseitige Wirkung sein. Die Eigenschaften dieser Pflanze sind in der westlichen Medizin scheinbar noch nicht ausreichend bekannt, doch gewinnen sie stetig an Augenmerk.

Anbaugebiete

In Indien findet man den Niem-Baum nahezu an jedem Straßenrand und das nicht ohne Grund. Neben Indien können sich Burma und Pakistan zur ursprünglichen Heimat dieses Baums zählen. Inzwischen ist er auch in Afrika, Teilen Asiens, Amerikas und Australiens vertreten.

Dieser äußerst schnell wachsende und meist immergrüne Baum ist auf tropisches, bzw. subtropisches Klima angewiesen und benötigt nicht viel Wasser. Er ist dadurch Trockenheit gegenüber sehr unempfindlich. Er bevorzugt das Flachland gegenüber Höhenlagen und kann unter günstigen Bedingungen nicht nur bis zu 20 Meter hoch, sondern auch 200 Jahre alt werden.

Herstellung

Prinzipiell werden vom Niem-Baum die Blätter und die Samen, oder besser gesagt, das aus den Samen gewonnene Öl genutzt. Samen und Öl allerdings sind in ihrer Wirkung so stark, dass man sie in jedem Fall ausschließlich äußerlich anwenden sollte.

Die Neemblätter allerdings eignen sich bestens, um daraus Tee zu kochen. Während man ihn bei uns allerdings nur recht schwer und nach einigem Aufwand findet, wird er beispielsweise in Kenia nicht nur ganz selbstverständlich verkauft, sondern auch gleich noch mit einem eindeutigen Verweis auf die gesundheitliche Wirkung. Sollte man sich ebenfalls einen Neem-Tee machen wollten, keinesfalls kochendes Wasser verwendet. Einige der wertvollen Inhaltsstoffe verlieren bei so hohen Temperaturen ihre Wirksamkeit.

Fazit

Neem, oder wenn man möchte, auch Niem, zählt zweifelsfrei aus unserer Sicht zu den absoluten Exoten. Sicherlich handelt es sich dabei um eine sehr wirkungsvolle Heilpflanze. Allerdings finden sich direkt vor unserer Haustür so viele nicht weniger effektive Kräuter, Sträucher und Bäume. Zwar mögen sie nicht so zahlreiche Einsatzgebiete haben, dennoch sollte man überlegen, ob man einen Kräutertee, den man beispielsweise gegen Kopfschmerzen oder Husten einsetzten möchte, tatsächlich einmal um die halbe Welt transportieren lassen sollte. Die Gesundheit kann so nahe liegen.

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Bildnachweis: Neem © Unclesam – Fotolia.com

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