Als immergrüne Kletterpflanze ist der Efeu ,lat. Hedera oder Hedera helix, auch heute noch sehr beliebt. Er wächst an alten Mauern und Hauswänden genauso wie an zahlreichen Bäumen. Deren Stämme sind teilweise sogar komplett mit Efeu bedeckt. Auch für Dekorationen wird Efeu gerne verwendet. Aber Efeutee? Früher genoss der Efeu in der Pflanzen- und Naturheilkunde eine recht große Bedeutung. Diese ist heute aber zunehmend in Vergessenheit geraten. Wenn überhaupt, ist meist nur bekannt, dass Efeu in entsprechend hohen Konzentrationen giftig ist. Dennoch hat auch er es verdient, etwas näher betrachtet zu werden.

Inhaltsstoffe

Die Liste der bekannten Inhaltsstoffe der Heilpflanze Efeus ist relativ knapp und übersichtlich. Mit Helexin, Hederin und Saponinen ist eigentlich schon alles Erwähnenswerte genannt. Dabei sind die Saponine der Hauptgrund, weshalb Efeu in der Naturheilkunde zum Einsatz kam. Bis heute werden diese Wirkstoffe besonders gerne in der Kinderheilkunde eingesetzt.Dank der Husten- und Schleimlösenden Eigenschaft wird Efeu auch gerne bei Erkältungskrankheiten und Bronchitis als Heilpflanze in der Medizin verwendet. Bei diesem Stichwort fällt einem vielleicht der Hustensaft mit dem Efeublatt auf der Verpackung ein. Früher wurde er auch zur Empfängnisverhütung und selbst als Abtreibungsmittel benutzt. Die Wirksamkeit in diesem Bereich liegt sicherlich in der hohen Toxizität des Efeus begründet. Die Früchte des schmecken zum Glück sehr bitter. deshalb ist es unwahrscheinlich, dass zu große Mengen davon gegessen werden. Denn dies würde zum Tod führen. Es gibt sogar Menschen, die so empfindlich auf Efeu reagieren, dass selbst der bloße Hautkontakt bereits zu allergischen Reaktionen führt.

Anbaugebiete

Efeu ist fast in ganz Europa verbreitet. Nur der Norden bildet sozusagen eine Efeu-freie Zone. Weiter als bis Südschweden reicht sein Verbreitungsgebiet nicht. Im Rest ist er aber bis hinauf zu den mittleren Gebirgslagen zu finden. Besonders wohl fühlt er sich in Steinbrüchen und Ruinen, aber ebenso in Wäldern und selbst auf Hölzern in Auengebieten. Dabei ist der Efeu keineswegs ein Parasit und steht zu dem Baum an dessen Stamm er hochwächst in keinem Punkt in Konkurrenz.

Herstellung

Für den Efeu Tee werden ausschließlich die Blätter verwendet, da es vor allem die Beeren des Efeus sind, die so sehr giftig für uns sind. Die Blätter sammelt man von Mai bis August. Wie üblich müssen sie sorgfältig getrocknet und vor dem Aufguss noch etwas zerkleinert werden. Doch auch, wenn die Blätter die "harmloseren" Pflanzenteile des Efeus sind, sollte man den Tee trotzdem weder besonders stark noch über einen längeren Zeitraum einnehmen. Den "goldenen Mittelweg" zwischen Wirksamkeit und Toxizität erreicht der Efeu am besten in Mischungen. So findet er sich als Bestandteil zahlreicher Bronchialtees wieder. So verdünnt muss niemand Angst vor einer Vergiftung haben, die Wirkung ist allerdings nicht weniger effektiv.

Fazit

In der Natur finden sich häufig Beispiele von Pflanzen und Heilkräutern, die zwar einerseits ideal bei der Linderung von verschiedenen Krankheiten helfen können, andererseits aber auch schnell giftig sein können, wenn man es übertreibt. Deshalb sollte man, was den Einsatz von Efeu betrifft lediglich vorsichtig sein, sich aber deswegen keinesfalls komplett abschrecken lassen. Am Besten informiert man sich bei einem Naturheilkunde-Experten oder geht in die Apotheke.Bildnachweis: Efeu Tee ©Thinkstock: Hemera

Efeutee zubereiten – Hustenhilfe aus der Pflanzenwelt

Efeu (Hedera helix) ist als kletternde Pflanze in ganz Europa bekannt, aber nur wenige wissen, dass er auch eine bedeutende Heilpflanze mit wissenschaftlich belegter Wirkung gegen Husten und Atemwegserkrankungen ist. Für Efeutee werden ausschließlich die getrockneten Blätter verwendet, die eine komplexe Zusammensetzung an Wirkstoffen enthalten.

Für Efeutee übergießen Sie 0,5 bis 1 Teelöffel getrocknete, grob zerkleinerte Efeublätter mit 250 ml heißem Wasser (90 Grad). Lassen Sie den Tee 10 Minuten abgedeckt ziehen und seihen ihn dann sorgfältig ab. Der Tee hat einen herb-bitteren Geschmack. Mit Honig und etwas Ingwer wird er angenehmer im Geschmack und die Heilwirkung verstärkt sich. Kombiniert mit Thymian ergibt Efeu die bewährte Hustenmischung.

Wichtiger Hinweis: Efeu ist in hohen Dosen giftig. Für Tee nur getrocknete, in der Apotheke erhältliche Efeublätter verwenden, keine frischen Blätter. Die Teemenge exakt einhalten. Nicht für Säuglinge, Kleinkinder unter 4 Jahren und Schwangere geeignet. Bei Überempfindlichkeit auf Efeu kann Hautreizung auftreten.

Heilwirkung von Efeutee – Schleimlösung wissenschaftlich belegt

Efeu enthält als wichtigste Wirkstoffe Triterpen-Saponine (hauptsächlich alpha-Hederin und Hederacosid C), Flavonoide, Ursol- und Oleanolsäure sowie ätherisches Öl. Die Saponine sind für die Hauptwirkungen verantwortlich.

Die schleimlösende (sekretolytische) und krampflösende (bronchospasmolytische) Wirkung von Efeublätterextrakt ist in zahlreichen klinischen Studien gut belegt. In Deutschland sind Efeublätterextrakte offizielle Arzneimittel bei akuter Bronchitis und Husten mit zähem Schleim. Efeublätter-Hustensäfte (wie Prospan) sind in deutschen Apotheken weit verbreitet und eines der meistverkauften pflanzlichen Hustenmittel.

Der Mechanismus ist gut verstanden: Alpha-Hederin entspannt die Bronchialmuskulatur (bronchospasmolytisch), was den Luftdurchfluss erleichtert. Gleichzeitig verflüssigt es den Schleim durch Beeinflussung der Schleimdrüsen (sekretolytisch), sodass dieser leichter abgehustet werden kann.

Für Kinder unter 12 Jahren sind spezielle, dosisgerechte Efeupräparate aus der Apotheke zu bevorzugen. Selbst zubereiteter Efeutee ist für Kinder wegen der schwerer kontrollierbaren Dosierung weniger empfehlenswert.

Geschichte und botanische Besonderheiten des Efeus

Efeu ist eine der ältesten Kulturpflanzen Europas mit einer reichen mythologischen Geschichte. Im antiken Griechenland war Efeu dem Weingott Dionysos heilig. Efeu-Kränze schmückten die Sieger bei Wettkämpfen und wurden bei Festlichkeiten getragen. Man glaubte, Efeu verlangsame die Wirkung des Weins – möglicherweise ein Hinweis auf tatsächlich entgiftende Eigenschaften.

In der mittelalterlichen Symbolik stand Efeu für Treue und Beständigkeit, da er immergrün ist und auch im Winter an Bäumen haftet. In Klostergärten war er eine wichtige Heilpflanze bei Atemwegserkrankungen. Hildegard von Bingen beschrieb Efeu bei Hauterkrankungen und Augenproblemen.

Botanisch ist Efeu eines der interessantesten einheimischen Gewächse: Er durchläuft eine juvenile Phase (kletternd, mit charakteristischen gelappten Blättern) und eine adulte Phase (strauchförmig, mit eiförmigen Blättern). Nur in der adulten Phase bildet Efeu Blüten und Früchte. Das langsame Klettern mittels Haftwurzeln macht ihn zu einem idealen Kletterpflanzen für Fassaden.

Häufige Fragen zu Efeutee (FAQ)

Ist Efeu giftig?
Die Früchte und frischen Blätter sind in hohen Mengen giftig. Getrocknete Blätter in Teemengen sind unbedenklich für Erwachsene und Kinder über 4 Jahren.

Hilft Efeutee besser als Hustensirup aus der Apotheke?
Efeusäfte aus der Apotheke sind standardisiert und in der Dosierung kontrolliert. Selbst gemachter Efeutee ist schwerer zu dosieren. Für Kinder und bei starken Beschwerden sind Apothekenpräparate vorzuziehen.

Kann ich Efeublätter vom Garten für Tee verwenden?
Nur getrocknete, nicht frische Blätter und aus vertrauenswürdigem Kräuterhandel oder Apotheke. Gartenefeu kann Rückstände enthalten und die Dosierung ist schwer kontrollierbar.

Wie schnell wirkt Efeutee bei Husten?
Eine spürbare Wirkung tritt meist nach 3 bis 5 Tagen regelmäßiger Anwendung ein. Bei akutem Husten täglich 2 bis 3 Tassen trinken.

Ist Efeutee für Schwangere sicher?
Nein, Efeu wird in der Schwangerschaft nicht empfohlen.

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