Ringelblume kennt man bei uns meist nur als entzündungshemmenden Bestandteil von Hautschutz- und Heilsalben. Auch in Lippenpflegestiften findet sich häufig Calendula als geschätzter Bestandteil. Schon wesentlich weniger bekannt ist die Tatsache, dass die Ringelblume in der Lebensmittelindustrie gerne als natürlicher Farbstoff eingesetzt wird. Vor allem bei Käse und Butter wird gerne etwas nachgeholfen. Wesentlich unbekannter ist jedoch die Tatsache, dass man aus Ringelblume auch einen leckeren und vor allem wohltuenden Kräutertee herstellen kann. Um ihn zu kaufen, muss man allerdings in Drogerien oder besser Apotheken meist schon gezielt nachfragen.

Inhaltsstoffe

Der charakteristische intensive Orangeton der Ringelblume lässt es schon vermuten, dass dieser Korbblütler jede Menge Carotinoide zu bieten hat. Gemeinsam mit großen Mengen an Xanthophyll stärken die Carotinoide das Immunsystem. Saponine haben einen positiven Einfluss auf den Blutfettspiegel und sollen sogar Melanome im Wachstum blockieren können. Schleim- und Bitterstoffe, sowie ätherische Öle und Glykoside machen die Inhaltsstoffe der Ringelblume komplett und sind die Ursache, für ihre entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung. Auch bei Leberleiden kann dieser Tee hilfreich sein. Kopfschmerzen sind ebenfalls ein beliebtes Einsatzgebiet für die Ringelblume. Des weiteren zählen Menstruationsbeschwerden und Wechseljahresleiden zu der Liste der Indikationen. Selbst Fruchtbarkeit soll man damit behandeln können, da die Wirkstoffe der Ringelblume den Eisprung anregen.

Anbaugebiete

Der Ursprung der Ringelblume wird im Mittelmeerraum vermutet, inzwischen ist sie allerdings längst in ganz Europa verbreitet. Sie wird meist kultiviert, wildert aber auch leicht aus. Vor allem auf Schutt und lockeren Böden fühlt sie sich besonders wohl. Wegen ihrer intensiven Farbe ist sie auch als Gartenblume recht beliebt, zumal sie davon abgesehen auch noch äußerst pflegeleicht ist.

Herstellung

Für den Tee werden die Blüten der Ringelblumen verwendet. Man kann sie wahlweise direkt frisch kleinschneiden, mit heißem Wasser überbrühen und abgedeckt durchziehen. Oder man trocknet die Blüten zunächst noch. So kann man sich einen länger haltbaren Vorrat an Ringelblumentee anlegen und in dieser Form ist er auch im Handel. Teebeutel gibt es in der Regel nicht.

Fazit

So hilfreich und gesund Naturheilmittel sein können, so sind sie doch auch nicht ganz frei von Nebenwirkungen. Ganz schlicht gesagt, muss man sich einfach im Klaren darüber sein, dass alles, was wir zu uns nehmen, auch Einfluss auf unseren Körper hat. Zwar selten, aber doch hin und wieder kommt es gerade beim Genuss von Ringelblume zu allergischen Reaktionen. Deshalb wird im Zusammenhang mit diesem Kräutertee immer wieder empfohlen, zunächst vorsichtig mit geringen Mengen die Verträglichkeit zu testen. Ansonsten kann man sich mit diesem Tee nur Gutes tun.  Bildnachweis: Ringelblumentee © Elena Schweitzer - Fotolia.com

Ringelblumentee zubereiten: Frisch oder getrocknet

Ringelblumentee lässt sich auf zwei Arten zubereiten – aus frischen oder aus getrockneten Blüten. Für frischen Tee einfach vier bis fünf frische Ringelblumenblüten abzupfen, grob zerkleinern, in eine Tasse geben und mit 200 ml frisch gekochtem, auf 90 Grad abgekühltem Wasser überbrühen. Fünf bis sieben Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Der Geschmack ist mild-aromatisch mit einem leicht herben, erdigen Unterton und einem Hauch Bitterkeit, die angenehm auf die Verdauung wirkt.

Für getrocknete Ringelblumenblüten – die ganzjährig verfügbar und durch Trocknen konzentrierter sind – genügen ein bis zwei Teelöffel pro Tasse. Diese Version ist intensiver und bitterer als der Frischblütentee. Für eine maximale entzündungshemmende Wirkung empfehlen Naturheilkundler, den Tee täglich für zwei bis vier Wochen zu trinken und danach eine Pause einzulegen. Ringelblumentee lässt sich gut mit Kamille, Pfefferminze oder Fenchel kombinieren – so entsteht eine Magen-Darm-Mischung mit breiterem Wirkungsspektrum.

Anwendungsgebiete von Ringelblumentee in der Naturheilkunde

In der Naturheilkunde wird Ringelblumentee seit Jahrhunderten für eine bemerkenswert breite Palette von Beschwerden eingesetzt. Am besten belegt ist seine entzündungshemmende Wirkung: Die Triterpene, Flavonoide und ätherischen Öle der Calendula officinalis hemmen Entzündungsenzyme (COX-2) ähnlich wie manche Schmerzmittel, jedoch ohne deren Nebenwirkungen. Bei Magen- und Darmentzündungen – Gastritis, Magengeschwüren und entzündlichen Darmerkrankungen – kann Ringelblumentee die Schleimhäute beruhigen und die Heilung unterstützen.

Weitere Anwendungsgebiete: Bei Menstruationsbeschwerden und Regelschmerzen hilft die krampflösende Wirkung der Calendula-Inhaltsstoffe. Die östrogenähnlichen Pflanzenstoffe (Phytoöstrogene) können Wechseljahrsbeschwerden lindern. Bei Leberleiden und Gallenprobllemen wirkt Ringelblume cholagog (galletreibend) und hepatoprotektiv. Sogar bei Mundschleimhaut-Entzündungen ist Ringelblumentee als Gurgellösung wirksam. Als äußerliche Anwendung ist Calendula-Tee als Umschlag bei schlecht heilenden Wunden, Ekzemen und Verbrennungen traditionell geschätzt.

Ringelblume im Garten: Anbau und Ernte für den eigenen Tee

Wer einen Garten hat, kann seine eigenen Ringelblumen leicht selbst anbauen und so frische Blüten für Tee ernten. Calendula officinalis ist eine robuste, einjährige Pflanze, die in jedem Gartenboden gedeiht und dabei noch außerordentlich dekorativ ist. Sonniger Standort und gut durchlässiger Boden reichen aus – Ringelblumen sind regelrecht anspruchslos. Aussaat von März bis Mai direkt ins Freie, Keimzeit eine bis zwei Wochen. Von Juni bis Oktober blühen die Pflanzen durchgehend, wenn man verblühte Blüten regelmäßig entfernt.

Für den Tee erntet man die vollständig geöffneten Blüten im Laufe des Morgens, wenn der Tau abgetrocknet ist. Diese können sofort frisch verwendet oder bei 40 Grad im Backofen (Tür leicht geöffnet lassen) oder in einem Dörrgerät getrocknet werden. Gut getrocknete Ringelblumenblüten halten sich in einer dunklen, luftdichten Dose ein bis zwei Jahre. Eigens angebaute und getrocknete Ringelblumen enthalten keine Pestizide und haben – frisch geerntet – das intensivste Aromaprofil.

Häufig gestellte Fragen zu Ringelblumentee

Kann jeder Ringelblumentee trinken?
Die meisten Menschen vertragen Ringelblumentee gut. Vorsicht ist geboten bei Allergien gegen Korbblütler (Kamille, Arnika, Chrysantheme) – wer auf diese Pflanzen allergisch reagiert, sollte Calendula meiden. In der Schwangerschaft wird Ringelblumentee traditionell vermieden, da die uterustonisierende Wirkung theoretisch Kontraktionen auslösen könnte.

Hilft Ringelblumentee gegen Akne?
Ja, durchaus. Die entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften der Calendula-Inhaltsstoffe können bei Akne sowohl innerlich (als Tee) als auch äußerlich (als Dampfbad oder Gesichtswasser) helfen. Der Effekt ist moderat, aber ohne die Nebenwirkungen von Medikamenten.

Wie oft sollte man Ringelblumentee trinken?
Bei akuten Beschwerden zwei bis drei Tassen täglich über ein bis zwei Wochen. Zur Vorbeugung oder als Wohlbefindens-Tee eine Tasse täglich über längere Zeiträume – eine Pause von ein bis zwei Wochen pro Monat wird empfohlen.

Ringelblumen-Tee zubereiten: Gold aus dem Garten

Ringelblume (Calendula officinalis) ist eine der freundlichsten Heilpflanzen des Gartens – leuchtend orange oder gelb, leicht anzubauen und medizinisch vielseitig. Für den Tee verwendet man die getrockneten Blütenblätter oder -köpfe. Zubereitung: 1–2 Teelöffel getrocknete Ringelblumenblüten pro 250 ml Wasser bei 90°C, 8–10 Minuten abgedeckt ziehen lassen und abseihen. Das Ergebnis ist ein mild-aromatischer Tee mit leicht bitterem, angenehm pflanzlichem Geschmack und einer goldgelben Farbe. Für intensivere Wirkung kann man auch einen Kaltauszug über Nacht herstellen. Ringelblumentee harmoniert gut mit Kamille, Schafgarbe und Ingwer zu einer Magenberuhigungs-Mischung. Äußerlich: Stark aufgebrühten Ringelblumentee als Kompresse für Wunden, Hautprobleme und Entzündungen verwenden.

Ringelblume: Heilkraft von Haut bis Magen

Ringelblume enthält Triterpensaponine (Oleanolsäure-Derivate), Flavonoide (Isorhamnetin, Quercetin), Carotinoide (Beta-Carotin, Lutein), ätherische Öle und Polysaccharide. Diese Inhaltsstoffpalette erklärt die breite Wirksamkeit. Wundheilung und Hautschutz: Die Carotinoide und Triterpene stimulieren die Kollagensynthese und fördern die Zellregeneration; antimikrobielle Wirkung gegen Staphylokokken ist nachgewiesen. Innerlich: Die Flavonoide wirken antientzündlich auf Magen- und Darmschleimhäute, weshalb Ringelblumentee traditionell bei Gastritis, Magengeschwüren und Reizdarm eingesetzt wird. Die Polysaccharide stimulieren das Immunsystem (Makrophagen-Aktivierung). In der Frauenmedizin wird Ringelblume bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt – die spasmolytischen Flavonoide entspannen den Uterus.

Geschichte der Ringelblume: Vom Mittelalter bis heute

Ringelblume (Calendula, „des Kalenders" – weil sie fast das ganze Jahr blüht) ist seit der Antike bekannt. Im mittelalterlichen Europa war sie in jedem Klostergarten vertreten: Hildegard von Bingen schätzte sie als Wundkraut, und die mittelalterlichen Ärzte verwendeten sie gegen Infektionen, Entzündungen und Frauenbeschwerden. In der Volksmedizin galt goldgelbe Ringelblume als solararisch – der Sonnenfarbe der Pflanze wurden heilende Kräfte zugeschrieben. In Indien und im Nahen Osten wird Ringelblume ähnlich genutzt wie in Europa. Die moderne Pharmazeutik hat Calendula-Extrakt in Wundsalben, Hautcremes und Mundspülungen etabliert. Klinische Studien bestätigen Wundheilungsförderung nach Strahlentherapie und Schutz der Mundschleimhaut bei Chemotherapie.

FAQ: Ringelblumentee

Kann man Ringelblumen aus dem eigenen Garten für Tee verwenden? Ja, wenn keine Pestizide eingesetzt wurden. Blüten morgens nach dem Öffnen pflücken, ohne Kelchblätter trocknen, oder frisch verwenden. Bio-Gartenqualität ist ideal.

Hilft Ringelblumentee bei Magenproblemen? Ja, gut belegt für entzündliche Magenerkrankungen und Gastritis. Die entzündungshemmenden Flavonoide beruhigen die Magenschleimhaut. 2–3 Tassen täglich über mehrere Wochen als Kur.

Ist Ringelblumentee für alle geeignet? Vorsicht bei Allergie auf Korbblütler (Asteraceae) – Kreuzreaktion möglich. In der Schwangerschaft sollte man nach Rücksprache mit dem Arzt vorgehen.

Kann man Ringelblumentee auch äußerlich anwenden? Ja, stark aufgebrühter Tee eignet sich als Kompresse für Wunden, Ekzeme und Entzündungen. Als Augenbad bei Bindehautentzündung (abgekühlt, steril). Als Haarspülung bei Kopfhautproblemen.

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