Auch, wenn Tee im Teebeutel bei den wahren Teeliebhabern und -kennern unverändert etwas verpönt ist und wohl auch immer bleiben wird, so sind die Teebeutel doch längst etabliert und weit verbreitet. In Supermärkten, in denen es nur selten losten Tee gibt, findet man doch ganze Regale voll mit einem bunten Angebot an Teebeuteln. Und wohl in (fast) jedem Küchenschrank findet sich der ein oder andere Teebeutel. Seit einiger Zeit bieten jedoch zunehmend Hersteller ihren Tee in einer neuartigen Beutelform an. Pyramiden Teebeutel sind laut Werbung sehr viel bessere Teebeutel und sollen fast mit losem Tee gleich zu setzen sein.

Was ist dran, an der Pyramide?

Vergleicht man einen herkömmlichen Teebeutel mit der neuen Teepyramide, scheint eines der Hauptargumente der Werbung bereits einleuchtend. Im Vergleich zu den flachen Teebeuteln, hat der Tee in einer Teepyramide wesentlich mehr Platz sich im heißen Wasser tatsächlich zu entfalten und seine Geschmacks- und Aromastoffe abzugeben. Sowohl am Boden der Teepyramide, als auch nach oben hin ist hinreichend Spielraum, dass die Blätter, Blüten oder auch Fruchtstückchen quellen können, ohne sich gleich gegenseitig zu behindern.Vor allem, wenn die Pyramide in die Tasse gestellt wird, bevor man das heiße Wasser hineingießt, stabilisiert sich die Pyramidenform und der Tee hat erheblich mehr Platz, als in einem konventionellen Teebeutel.

Also ist die Pyramide tatsächlich der bessere Beutel?

Ein großes Problem bei den Pyramiden stellt zum Teil noch die Verpackung der einzelnen Portionen dar. Man kennt es von den Teebeuteln eigentlich, dass sie, meistens jedenfalls, nochmals einzeln verpackt sind, zum Teil sogar in Folie eingeschweißt sind. Dies soll einen Verlust von Geschmacks- und Aromastoffen verhindern und ist durchaus einleuchtend. Wohl niemand käme auf die Idee, losen Tee offen etwa in einer Schüssel aufzubewahren. Längst weiß man den Vorzug von luftdichten Dosen zu schätzen. Bei den Tee-Pyramiden ist es jedoch noch sehr häufig der Fall, dass die Einzelportionen lose in der Verpackung liegen. So löst man zwar beim Aufgießen des Tees mehr Geschmacks- und Aromastoffe, verliert zuvor aber auch mehr, als mit einem herkömmlichen Beutel. Leider ein großer Widerspruch.

Fazit

Auch in diesem Fall muss wieder der altbewährte Grundsatz gelten: Am Ende entscheidet der individuelle Geschmack. Sicher ist auch ein pyramidenförmiger Teebeutel nicht absolut mit losem Tee gleichzusetzten. Ob man jedoch einen Unterschied im Vergleich zum herkömmlichen Teebeutel wahrnimmt und dieser auch groß genug ist, einen eventuellen Mehrpreis in Kauf zu nehmen, muss jeder für sich selbst entscheiden. Es wird immer Menschen geben, denen der Geschmack von Teebeuteln einfach nicht intensiv genug ist und die deshalb schlichtweg die lose Variante immer vorziehen. Es wird aber auch diejenigen geben, die weder nichts gegen Teebeutel einzuwenden haben. Und es spricht auch absolut nichts dagegen, seinen Alltagstee, die schnelle Tasse für zwischendurch, mit einem Beutel zuzubereiten und sich trotzdem ganz bewusst Genussinseln mit einem herrlichen losen Tee zu schaffen. Der Geschmack ist ebenso individuell, wie die Menschen selbst und das ist auch gut so. Letzten Endes kann nur jeder selbst wissen, was ihm schmeckt. Trotzdem sollte man Neuem gegenüber offen sein, wenigstens hin und wieder einmal ungewohnte Wege einschlagen und sich auf Unbekanntes einlassen. Wer weiß, mit welchen Genüssen man dadurch belohnt wird.Bildnachweis: Die Pyramide - der bessere Teebeutel? © Pilipipa - Fotolia.com

Pyramiden-Teebeutel – Zubereitung und Verwendung

Pyramiden-Teebeutel sind eine Innovation der modernen Teekultur, die das klassische Teebeutel-Konzept neu definiert haben. Im Gegensatz zu herkömmlichen flachen Teebeuteln erlaubt die dreidimensionale, pyramidenartige Form der losen Teeblätter deutlich mehr Raum zur Entfaltung. Für die Zubereitung wird der Pyramiden-Teebeutel in eine vorgewärmte Tasse gelegt und mit heißem Wasser der richtigen Temperatur übergossen – die Temperatur hängt von der Teesorte ab: 70-80 Grad für Grüntee, 90-95 Grad für Weißtee und Oolongs, kochendes Wasser für Schwarztee. Die Ziehzeit variiert je nach Teesorte und Beutelinhalt zwischen zwei und fünf Minuten. Da Pyramidenbeutel in der Regel hochwertigen Tee enthalten, lohnt es sich, auf die Angaben des Herstellers zu achten. Viele Pyramidenbeutel können für einen zweiten Aufguss verwendet werden, besonders wenn hochwertiger Grün- oder Oolongtee enthalten ist. Wichtig: Pyramidenbeutel aus Nylon oder anderen Kunststoffen sollten nur mit nicht-kochendem Wasser verwendet werden, um das Auslösen von Mikroplastik zu minimieren.

Pyramiden-Teebeutel im Vergleich zu losen Teeblättern

Pyramiden-Teebeutel wurden entwickelt, um die Lücke zwischen der Bequemlichkeit des Teebeutels und der Qualität von losem Tee zu schließen. In einem klassischen flachen Teebeutel ist für die Teeblätter kaum Platz, sich zu entfalten, weshalb meist Teestaub oder sehr kleinteiliger Tee verwendet wird. Der Pyramidenbeutel löst dieses Problem durch seine dreidimensionale Form: Die Blätter können sich beim Aufgießen fast genauso gut entfalten wie in einer Teekanne, was ein deutlich aromatischeres und vollmundigeres Ergebnis ergibt. Viele Hersteller verwenden in Pyramidenbeuteln qualitativ hochwertigeren Tee – ganze Blätter oder blatttreue Stücke – der in flachen Beuteln keinen Platz fänden. Geschmacklich liegt Pyramidentee daher oft deutlich näher an losem Tee als klassische Teebeutelware. Der Nachteil ist, dass Pyramidenbeutel häufig aus Kunststoff (Nylon, PET) bestehen, was ökologisch bedenklich ist. Es gibt jedoch auch Varianten aus abbaubaren Materialien wie Maisstärkefolie oder Seidenpapier.

Geschichte und Entwicklung des Pyramiden-Teubeutels

Der klassische Teebeutel wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA erfunden – die Legende besagt, dass Teehändler Thomas Sullivan 1908 Tee in seidene Beutelchen füllte und Kunden diese versehentlich als Aufguß-Methode nutzten. Der Pyramidenbeutel ist eine viel jüngere Innovation aus den späten 1990er Jahren. Die Entwicklung der dreidimensionalen Form war eine Antwort auf die Nachfrage nach bequemer Zubereitung ohne Qualitätsverlust. Tetley in Großbritannien war eines der ersten Unternehmen, das Pyramidenbeutel kommerziell vermarktete, andere Hersteller folgten schnell. In Deutschland kamen Pyramidenbeutel um die Jahrtausendwende auf den Markt und gewannen rasch Popularität bei Verbrauchern, die sowohl Bequemlichkeit als auch Qualität schätzen. Heute bieten viele Teehändler von Ronnefeldt bis Teekanne eigene Pyramidenbeutel-Linien an. Die Diskussion über ökologische Alternativen zu Kunststoffbeuteln hat die Entwicklung kompostierbarer Pyramidenbeutel vorangetrieben.

Häufige Fragen zu Pyramiden-Teubeuteln

Sind Pyramiden-Teebeutel wirklich besser als normale Beutel?
Ja, in Bezug auf Geschmack und Aromaentfaltung sind Pyramidenbeutel bei vergleichbarem Teeinhalt deutlich besser als flache Teebeutel. Die dreidimensionale Form erlaubt den Blättern mehr Raum zur Entfaltung, was zu einem komplexeren und vollmundigerem Tee führt.

Sind Pyramiden-Teebeutel aus Nylon sicher?
Studien zeigen, dass Nylon-Pyramidenbeutel bei hohen Temperaturen Milliarden von Mikroplastikpartikeln ins Wasser abgeben können. Für einen bewussteren Konsum empfehlen sich Pyramidenbeutel aus kompostierbarem Material (Maisstärke, Seidenpapier) oder der Wechsel zu losem Tee.

Kann ich Pyramiden-Teebeutel mehrfach verwenden?
Oft ja – besonders bei hochwertigen Grün- und Oolongtees in Pyramidenbeuteln ist ein zweiter Aufguss möglich. Den feuchten Beutel im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von zwei Stunden wiederverwenden.

Welche Tees gibt es als Pyramidenbeutel?
Nahezu alle Teesorten sind mittlerweile als Pyramidenbeutel erhältlich: Schwarztee, Grüntee, Weißtee, Oolong, Kräutertee und Fruchttee. Besonders lohnenswert sind Pyramidenbeutel bei höherwertigen Teesorten wie Darjeeling First Flush oder japanischem Grüntee.

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