Lung Ching


Ein weiterer Vertreter vom Grüntee aus China ist der Lung Ching, auch unter dem in China gebräuchlichen Namen Longjing bekannt. Er gehört für zahlreiche Experten ganz eindeutig nicht nur zu den 10 besten Tees aus China, er führt die Hitliste sogar an. Longjing bedeutet so viel wie „Drachenbrunnentee“. Häufig liest man auch „Drachentee“, dabei handelt es sich aber schlichtweg um einen Übersetzungsfehler. Nun bleibt einmal mehr die Frage zu klären, was genau, abgesehen vom Namen, Lung Ching von anderen grünen Tees unterscheidet und vor allem, was ihn an die Spitze der Top Ten Chinas bringt.

Lung Ching

Inhaltsstoffe

Betrachtet man die Inhaltsstoffe, zeichnet sich der Lung Ching vor allem durch seinen extrem niedrigen Gehalt an Catechinen aus. Diese sind zu einem Großteil für den bitteren Geschmack des grünen Tees verantwortlich. Abgesehen von der geringen Konzentration an Bitterstoffen wartet der Lung Ching mit einer großen Fülle an Aminosäuren und großen Mengen an Vitamin C auf.

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Anbaugebiete

Der wirklich echte und ursprüngliche Lung Ching stammt ausschließlich aus der chinesischen Provinz Zhejiang, genauer gesagt aus deren Hauptstadt Hangzhou. Im Südwesten des Stadtzentrums liegt ein kleinerer Hügel, dort findet sich der für den Tee namensgebende Ort Long Jing. In diesem Ort gibt es außerdem einen Brunnen, angeblich sogar mit einer Verbindung zum Ostchinesischen Meer. Der Legende nach stieg einst ein Drache aus jenem Brunnen. Somit wäre geklärt, warum der Tee „Drachenbrunnentee“ heißt. Die Anbaufläche für Lung Ching beträgt gerade einmal 150 Quadratkilometer und wirft jährlich einen Ertrag von etwa 300 t Tee ab.

Herstellung

Genau genommen beginnt der Herstellungsprozess bereits bei der Ernte. Für Lung Ching kommen nur Knospen mit maximal zwei jungen Blättern in Frage, die insgesamt zudem keinesfalls länger als 1,5 cm sein dürfen. Ein hartes Auswahlverfahren also. Dabei gelten zudem die Tees als am hochwertigsten, deren Blätter zwischen dem 5. und dem 25. April geerntet wurden.

Nachdem die Blätter bei Zimmertemperatur vorgetrocknet wurden, werden sie zum Rösten in eine Gusseisenpfanne gegeben. Dieser erste Röstschritt dauert etwa 12 bis 15 Minuten, die Temperatur liegt zwischen 80 und 100°C. Währenddessen werden die Blätter immer wieder von Hand ganz vorsichtig gepresst. Nach einer Abkühlphase von 40 bis 60 Minuten folgt ein zweiter Röstvorgang bei 60 bis 70°C, diesmal für 20 bis 25 Minuten. Auch diesmal werden die Blätter immer wieder gepresst.

Fazit

Der Lung Ching überzeugt bereits beim ersten Kontakt durch seinen unverwechselbar intensiven Geruch und ein angenehmes Aroma, das an geröstete Kastanien erinnert. Schade nur, dass hierzulande wenn überhaupt, meist nur Lung Ching von geringerer Qualität erhältlich ist.

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Bildnachweis: Lung Ching – © sulupress – Fotolia.com

One thought on “Lung Ching

  1. […] aus der Gattung der Kamelien. Für viele ist er der beste chinesische Tee. In China wird er Longjing […]

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