Schwarzer Tee

Schwarzer Tee gehört zu den Tee-Klassikern in unserer Kultur. Ursprünglich wurde in Europa nur grüner Tee getrunken, als die Engländer aber begannen immer mehr Tee aus Indien zu importieren wandelte sich dies schnell, da in Indien schon damals hauptsächlich schwarzer Tee produziert wurde. Der entscheidende Produktionsschritt, der für das charakteristische Aroma verantwortlich ist, ist die Fermentation. Bei möglichst konstanter Temperatur von etwa 30°C und hoher Luftfeuchtigkeit können sich die ätherischen Öle ideal entfalten und ihren Beitrag zur Qualität des Tees leisten. Wie auch bei anderen Tee Arten werden die Blätter getrocknet und gerollt, einerseits zur Konservierung, andererseits erhält man dadurch einen möglichst aromatischen und geschmackvollen Tee.

Zubereitung

Schwarzer Tee

Bei der Zubereitung von schwarzem Tee ist entscheidend, dass auf jeden Fall noch richtig sprudelndes kochendes Wasser verwendet wird. Die Ziehzeit richtet sich nach der gewünschten Wirkung. Soll der Genuss den Organismus anregen, dann sollte man bereits nach zwei Minuten die Blätter wieder aus dem Wasser entfernen. Wünscht man dagegen einen beruhigenden Effekt, sollte der Tee drei bis fünf Minuten ziehen. Dabei muss aber bedacht werden, dass der Tee umso bitterer schmeckt, je länger er zieht.

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Ob man seinen schwarzen Tee dann pur, mit Zucker, Milch oder Zitrone genießt bleibt ganz den persönlichen Vorlieben überlassen und ist meist auch vom jeweiligen Kulturkreis beeinflusst.

Inhaltsstoffe und Wirkung

Die anregende Wirkung von schwarzem Tee bei kurzer Ziehdauer dank des Koffeins, ist gemeinhin bekannt. Doch schwarzer Tee hat noch viel mehr zu bieten. So sind etwa Theobromin und Theophylin wichtige Inhaltsstoffe, die in Medikamenten gegen Husten und sogar gegen Asthma eingesetzt werden. Zwar ist die Wirkung im Tee sicher nicht so effektiv wie in einem konzentrierten und entsprechend dosierten Medikament, ein positiver Effekt auf die Schleimhäute des Atemtraktes ist aber unumstritten. Die Vitamine B1 und B2 sowie Mengen- und Spurenelemente, darunter Kalzium, Kalium und Magnesium, beeinflussen Stoffwechsel und Nerven in unterstützender Form.

Zwar erhöht der Genuss von schwarzem Tee zunächst den Blutdruck, langfristig gesehen ergibt sich jedoch ein blutdrucksenkender Effekt, das Stresshormon Kortisol wird reduziert. Immer wieder wird schwarzem Tee sogar eine krebsvorbeugende Wirkung nachgesagt, wissenschaftlich fundierte Belege dazu stehen allerdings noch aus.

Der bittere Geschmack bei längerer Ziehzeit ist von den Gerbstoffen, den Catechinen, bestimmt. Sie schmecken zwar nicht besonders angenehm, haben allerdings dank ihrer schmerzlindernden und antibakteriellen Wirkung auch ihre Vorzüge. Bei Durchfallerkrankungen etwa kann man sich diese Tatsache zu Nutze machen. Magenempfindliche Menschen sollten es trotzdem mit dem Konsum von schwarzem Tee nicht übertreiben da sich großen Mengen auf Dauer negativ auswirken können.

Sorten

Schwarzer Tee wird vor allem in Indien, Sri Lanka, Afrika und Südamerika angebaut. In China und Japan nimmt die Produktion von schwarzem neben dem grünen Tee lediglich die Position einer Randgruppe ein. Je nach Herkunft und Produktionsmethode, gibt es zwischen den einzelnen Sorten feine Unterschiede, charakteristische Aromen und Merkmale.

Aus Indien gibt es folgende Sorten auf dem Markt:

Assam, ursprünglich nach einer indischen Provinz benannt, eine der bekanntesten Sorten und wegen seines kräftigen Geschmacks vor allem für ostfriesische Teemischungen beliebt

Darjeeling, auch hier ist der Ursprungsort in den Himalaya-Ausläufern namensgebend, etwas teurer, da zum einen die Ernte wegen der Hanglage der Teesträucher besonders mühsam ist, zum anderen sind für ein Kilo Endprodukt ein Vielfaches an frischen Teeblättern notwendig, als beispielsweise für Assam

Sikkim, liegt nördlich von Darjeeling und ähnelt dieser Sorte auch sehr im Geschmack, ist allerdings sogar noch etwas kräftiger

Südindien ist ebenfalls Anbaugebiet für schwarzen Tee. Wegen des tropischen Klimas in dieser Region ähnelt der Tee von dort sehr dem Ceylon-Tee und kann das ganze Jahr über geerntet werden.

Tee aus Sri Lanka wird unverändert unter dem alten Namen Ceylon-Tee gehandelt. Alle drei Anbaugebiete liegen relativ hoch, die Produktionen ergeben überwiegend sogenannten Broken Tea, also keine ganzen Blätter, sondern Blattstückchen, wie sie vor allem für Teebeutel genutzt werden. Im Geschmack ist Ceylon-Tee besonders kräftig.

Die Geschichte der Produktion von schwarzem Tee in Afrika ist noch relativ jung, allerdings gewinnt dieser Markt immer mehr an Bedeutung. Vor allem Kenia, Malawi, Kamerun, Südafrika und Tansania sind dabei zu erwähnen. Schwarzer Tee aus Afrika überwiegend in Teebeuteln verarbeitet.

Die südamerikanischen Länder Brasilien, Argentinien und Ecuador haben ebenfalls einen beachtlichen Anteil an der Herstellung und Produktion von schwarzem Tee. Diese Sorten fließen aber in erster Linie in den nordamerikanischen Markt und sind deshalb bei uns eher unbekannt, erkennbar sind sie an ihrem immer etwas erdigen Geschmack.

Fazit

Schwarzer Tee gehört sicher zu den bekanntesten und beliebtesten Tee Arten in unserem Kulturkreis und wohl kein zweites Getränk kann man in so vielen verschiedenen Versionen trinken und durch die Zubereitung die Wirkung so entscheidend beeinflussen. Anregend oder entspannend – das komplette Gegenteil und einfach nur eine Minute länger gezogen.

Wohl jeder hat dabei seine Vorlieben und seine eigene kleine Tee-Zeremonie. So ist schwarzer Tee noch lange nicht schwarzer Tee und der Geschmack einer Tasse davon, selbst wenn es sich um die gleiche Sorte handelt, kann komplett variieren. Langweilig wird schwarzer Tee sicher nicht.

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