Odermennig Tee


Das Odermennigkraut, lat. Agrimonia eupatoria, ist den meisten heutzutage sicher völlig unbekannt. Auch seine Synonyme, wie Ackerblume, Ackermännchen oder Kletterkraut sind auch nicht wirklich weit verbreitet. Im Griechenland der Antike allerdings, wurde Odermennig als Pflanze der Göttin Pallas Athene verehrt und auch wegen seiner hervorragenden Wirkung bei Erkrankungen des Verdauungssystems sehr geschätzt. Auch bei uns gehörte Odermennig im Mittelalter zu den beliebtesten Heilpflanzen.

Odermennig Tee

Heutzutage wissen wir allerdings zahlreiche andere Kräuter mit einer mindestens ebenso hohen Effektivität in diesem Bereich zu nutzen. Aber ganz in Vergessenheit geraten ist diese krautige Pflanze dennoch nicht. Da sie einen hervorragenden Einfluss auf Probleme, wie Entzündungen im Mund- und Rachenraum hat, ist sie ein beliebter Bestandteil spezieller Teemischungen für Sänger oder professionelle Redner und findet daher noch häufig Anwendung.

Inhaltsstoffe

Bei den bedeutenden Inhaltsstoffen des Odermennigs sind in erster Linie Gerbstoffe, ätherische Öle, Schleimstoffe, Flavonoide und Kieselsäure zu nennen. Und dabei fällt dem kundigen Kräuterteenutzer recht schnell auf, dass dies zwar alles durchaus sehr wirksame und hilfreiche Substanzen sind. Allerdings sind sie auch keine große Besonderheit und kommen in dieser speziellen Kombination recht selten vor. Zahlreiche andere Heilpflanzen glänzen mit einer gleichen oder zumindest recht ähnlichen Liste.
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Nichts desto trotz hilft Odermennig dadurch bei Appetitlosigkeit, Magen- und Darmproblemen, Durchfall, bei Erkrankungen rund um Blase und Nieren, ebenso wie bei Rheuma und selbst Zahlfleischentzündungen. Und wie oben bereits erwähnt, ist Odermennig bis heute bei Stimmbandreizungen ein beliebtes Heilmittel.

Anbaugebiete

Odermennig ist eine mehrjährige Pflanze, die bis zu einem halben Meter hoch wird, mit leuchtend gelben Blüten am Wegesrand wächst und sich nahezu überall in Nord- und Mitteleuropa heimisch fühlt. Auch in einigen Regionen Südeuropas findet man sie. Selbst in Asien und kleineren Gebieten in Nordamerika ist diese Pflanze keine Unbekannte.

Herstellung

In den Monaten Mai und Juni wird das blühende Kraut des Odermennig gesammelt, getrocknet und zerkleinert. Meist findet es sich später in Mischungen wieder. Wer möchte, findet aber sicher auch eine Apotheke oder einen Teehandel, der reinen Odermennig-Tee besorgen kann. Eintäglicher Verzehr ist unbedenklich. Das Wasser zum Aufbrühen sollte kochend sein, zum Süßen des Tees nach Möglichkeit Honig verwenden.

Wer den Tee nicht trinken, dennoch aber seine Stimmbänder damit behandeln möchte, der kann auch einfach nur regelmäßig damit gurgeln. Bereits so kommen die Wirkstoffe in die Regionen, in denen sie helfen und wirken sollen.

Fazit

Odermennig zählt zweifelsfrei zu den Exoten unter den Kräutertees und ehrlich gesagt gibt es so gesehen auch keinen triftigen Grund, weshalb man Odermennig unbedingt wieder bekannter machen sollte. Sicher geraten im Laufe der Zeit einige Heilkräuter völlig zu Unrecht fast in Vergessenheit und wir täten gut daran, uns an die alten Rezepte zu erinnern. Im Fall des Odermennig ist es allerdings tatsächlich so, dass es, mal abgesehen von der Wirkung in Mund- und Rachenraum, keinen Punkt auf der Liste gibt, für den wir nicht ohnehin eine ganze Zahl anderer Heilpflanzen kennen, die diese Erkrankungen ebenso gut behandeln können. Und diese sind in der Regel wohl wesentlich leichter zu erwerben, als der Exot aus der Antike. Diese Heilpflanze ist dennoch ein Geheimtipp und wird bei verschieden Krankheiten vor allem im östlichen Europa gerne verwendet. Wer auf Reisen vielleicht einmal das Glück hat, Odermennigkraut zu kaufen, sollte es sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen seine Haus-Apotheke mit diesem seltenen Heilkraut auffüllen. Der nächste Arzt-Besuch könnte mit einer gesunden Ernährung, Sport und etwas Kräutertee vielleicht ausbleiben.

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Bildnachweis: Odermennig Tee © hetwig – Fotolia.com

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