Mistel Tee


Die Misteln kennt man in erster Linie aus der Weihnachtszeit. Viele lieben den romantischen Brauch, sich zu küssen, wenn man sich unter einem Mistelzweig trifft. Und in einigen Regionen findet man Misteln auch in ihrem natürlichen Umfeld: als Halbschmarotzer in zahlreichen Baumkronen. Halbschmarotzer deshalb, weil die Mistel mit Saugorganen ihrer Wirtspflanze Wasser und Nährstoffe entzieht.

Mistel Tee

Als Heilpflanze hat die Mistel allerdings kaum jemand in Verdacht. Weiß man aber, dass sie zu den Sandelholzgewächsen gehört, kann man sich schon eher vorstellen, dass eine Tasse Misteltee bei der ein oder anderen Erkrankung hilfreich sein kann.

Inhaltsstoffe

Bei der Auflistung der Inhaltsstoffe der Mistel, fällt schnell die Aufmerksamkeit auf das Zink. Bereits seit einigen Jahren wird die positive Wirkung dieses Minerals auf unser Immunsystem immer wieder beworben und längst zählt es als mindestens ebenso wichtig, wie Vitamin C.

Aber selbstverständlich ist das nicht der einzige Trumpf der Mistel. Neben Bitterstoffen sorgen auch Alkaloide, Saponine, Pyridin, Xanthophyllund Asparagin für einen gesundheitlichen stärkenden Effekt. Des Weiteren finden sich Harz, Schleim und Histamin und selbst damit ist die Liste noch nicht endgültig vollständig.

Dieser Mix machte die Mistel früher zu einem beliebten Allheilmittel. Sie wirkt so scheinbar harmlosen Wehwechen wie Fieber, Kreislauf und Verdauungsstörungen ebenso, wie bei ernsthafteren Erkrankungen wie etwa Arteriosklerose, Hypertonie oder sogar Krebs. Rheuma und Gelenkentzündungen zählen ebenso zu beliebten Einsatzgebieten wie Wechseljahres- und Menstruationsbeschwerden.
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Auch mit den heutigen medizinischen Methoden ist bestätigt, dass Mistel beruhigend und krampflösend wirkt, gleichzeitig Entzündungen hemmt und Blutungen stillt. Eine Absprache mit dem Arzt, ob man statt oder wenigstens zusätzlich zu der klassischen Medikation auch Misteltee einsetzten kann, lohnt sich also.

Anbaugebiete

Die Mistel scheint sich überall wohl zu fühlen und so quasi auf der ganze Welt zu Hause. Egal, ob in den Tropen, Subtropen, oder auch in den gemäßigten Klimazonen. Wirklich überall kann man auf diese teils immergrünen teils sommergrünen Halbschmarotzer treffen. Vor allem im Winter, wenn die Bäume und Sträucher kahl sind, lassen sich die typischen Kugelformen der Mistel schon von weitem in den Kronen ihrer Wirtspflanzen erkennen.

Für die Herstellung von Mistelprodukten die für medizinische Zwecke genutzt werden sollen, also Tee oder auch Arznei, werden die Pflanzen in der Regel in der Türkei, aber auch in Russland oder den Balkanstaaten geerntet. Dort versucht man auch schon länger, die Mistel gezielt zu kultivieren. Die Pflanze direkt kann man zwar nicht aussetzten, allerdings ist es inzwischen gelungen, Apfelbäume mit dem Samen zu infizieren und damit die Mistel dort gezielt zum Wachstum zu bringen.

Herstellung

Bei Misteltee gilt zu beachten, dass diese Pflanze schwach giftig ist. Bei einem Kaltansatz allerdings lösen sich die Giftstoffe nicht. Eine Erwärmung des Tees würde zusätzlich dessen Heilwirkung reduzieren. Deshalb sollte man die Blätter und Zweige der Mistel ausschließlich mit kaltem Wasser übergießen und etwa über Nacht längere Zeit ziehen lassen. Das hilft einigermaßen gegen die oben genannten Symptome. Bücher über den gebrach von Misteln gibt es auch schon in jedem Bücherladen.

Fazit

Die Mistel kann zweifellos mehr, als stimmungsvolle Weihnachts-Dekoration zu sein. dennoch sollte man schon allein wegen der leichten Giftigkeit dieser Pflanze, egal wie gering sie sein mag. vorsichtig damit umgehen und sicherheitshalber einen Arzt oder Apotheker zu Rate ziehen.

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Bildnachweis: Mistel Tee ©Thinkstock: Zoonar

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