Matcha Tee – Geschichte, Herstellung, Wirkung & Co

Die Welt des grünen Tees erstreckt sich über alle Kontinente und auch bei uns ist Grüntee schon lange gekannt. Die große Bandbreite der verschiedenen Sorten, jede mit unterschiedlichen charakteristischen Eigenschaften, kennen in der westlichen Welt nur wenige von uns. Nachfolgend möchten wir in diesem Artikel auf die besondere japanische Sorte – Matcha eingehen. Die Übersetzung Matchas zu „gemahlener Tee“ verdeutlicht auch gleich einer der individuellen Merkmale dieser Teesorte – es handelt sich um gemahlenen Tee. Zudem haben Mönche in Japan vor bereits über 1000 Jahren das Getränk zeremoniell zur Meditation eingenommen. Seit 2013 schwappt der asiatische Kult nun zu uns nach Europa rüber und ist heute aus modernen Küchen und trendigen Bio-Cafés nicht mehr wegzudenken. Denn Matcha wird als eines der Getränke gepriesen, welches sich besonders positiv auf unsere Gesundheit auswirken soll und dabei das Leistungsvermögen erhöht.

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Geschichte

Matcha Tee hat eine lange Tradition und eine besondere Stellung in der asiatischen Kultur. Die Geschichte des Matchas ist eng mit dem Buddhismus verbunden. Mönche haben den Tee in strengen Zeremonien getrunken, um in ihrer Meditation entspannt vollste Konzentration zu erlangen. Dank seiner aufmunternden Wirkung wurde dieser Tee auch Armeen verabreicht, um sie möglichst lange bei Angriffen auf das Heimatland wach zu halten. Einst brachten Geistliche die ersten Samen im 9. Jahrhundert nach Japan, wo sich fortan eine wahre Matcha-Hochkultur ausbreitete. In Japan nutzt man bis heute die heilenden und leistungssteigernden Wirkungen dieser speziellen Grüntee-Sorte, dabei wird der Tee häufig während einer speziellen Teezeremonie gereicht.

Anbaugebiete

Matcha stammt ursprünglich aus Japan und wird dort auch heute noch vor allem in den Regionen Uji und Nishio angebaut. Die bekanntesten Teesorten von dort sind Sencha und Tencha, welche überwiegend für die Produktion von Matcha verwendet werden. Aber auch aus Hangzhou, in China stammt inzwischen ein beachtlicher Anteil der Gesamtproduktion dieser grünen Teespezialität.
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Inhaltsstoffe & Wirkung

Was Matcha so besonders macht, ist die besondere Zusammensetzung wirkungsaktiver Kombinationen an bestimmten Inhaltsstoffen. So enthält Matcha große Mengen an Catechinen, einer Gruppe von Pflanzenstoffen, die zu den Gerbstoffen und Antioxidantien zählen. Sie schützen unter anderem vor den Folgen von UV-Strahlung und hemmen das Altern der Haut. Die hohe Konzentration an Carotin, der Vorstufe von Vitamin A, ist reichhaltig enthalten, aber auch Vitamin A selbst und Vitamine des B-Komplexes – Vitamin C und E – sind im Matcha zu finden. Sie sind wichtig für unser Immunsystem, die Augen und unser Nervensystem. Die außerdem enthaltene Substanz Teein bzw. Koffein, wirkt anregend und bringt das Herz- Kreislaufsystem in Schwung. Anders als bei Kaffee, der kurzfristig auf den Kreislauf wirkt, macht Matcha Tee lange Zeit fit und entspannt zugleich. Auch das enthaltene L-Theanin, eine spezielle Aminosäure, macht in Kombination mit Teein munter und steigert Reaktionsvermögen sowie Aufnahmefähigkeit. In der Medizin vermutet man, dass Theanin bei der Prävention oder der Behandlung von Schlaganfällen, Alzheimer oder Parkinson eine Rolle spielt. Spurenelemente und Mineralstoffe wie Calcium, Kalium und Eisen liefert dieser Power-Tee auch, welche essentiell für unseren Organismus sind. Nur wenige Teesorten können mit einer solch breiten Palette an Inhaltsstoffen überzeugen, wie die Premium-Grünteesorte: Matcha.

Herstellung

Matcha wird ausschließlich aus den Blättern der Teepflanze hergestellt. Etwa vier Wochen bevor die Blätter geerntet werden, werden die Teesträucher mit abdunkelnden Matten oder Netze so abgedeckt, dass sie komplett im Schatten liegen. Dadurch werden nicht nur die Blätter tief dunkelgrün, auch der spätere Tee erhält eine ganz intensive Grünfärbung.tea-plantation-261509_1280 Zudem werden dadurch bestimmte Inhaltstoffe, wie Teein oder Theanin, angereichert. Frühere Ernten schmecken noch recht süß und lieblich, bei späterem Erntezeitpunkt verschiebt sich der Geschmack wegen der zunehmenden Catechine in eine eher herbe Geschmacksrichtung. Nachdem auf die herkömmliche Weise das Dämpfen mit Wasser und das Trocknen vondem grünen Tee abgeschlossen ist, werden die Blätter in Steinmühlen zu ganz feinstem Pulver vermahlen. Traditioneller Weise wird dazu Granitstein als Mahlwerk verwendet. Da Matcha nur recht kurz haltbar ist, wird er in kleinen Dosen vakuumverpackt. Oft ist Matcha deshalb auch in kleineren Mengen verpackt und kundenfreundlich erhältlich. Nach Anbruch einer Packung wird diese im Kühlschrank, teilweise sogar im Gefrierfach gelagert, um so die Haltbarkeit etwas zu erhöhen.

Zubereitung

Die Besonderheit des Matcha liegt darin, dass dieser Tee aus Pulverform besteht. Wie herkömmliche Grüntees wird bei diesem Getränk das Matcha-Pulver mit 80 Grad heißem Wasser übergossen, nach einigen Minuten Ziehzeit wird der Tee nicht entnommen, sondern aufgeschlagen, zum Beispiel mit etwas Milch. Das war schon die Zubereitung in wenigen Schritten und ist gar nicht kompliziert, wie viele meinen. Man konsumiert den Tee zu 100% und die wertvollen Inhaltsstoffe seiner Teeblätter werden somit komplett aufgenommen. Matcha-Genießer nehmen dadurch eine weitaus höhere Menge an Antioxidantien, Vitaminen und essentiellen Aminosäuren zu sich, als der Genießer von normalen Grüntee.

Fazit

teapot-680552_1920Matcha ist ein traditioneller japanischer Pulvertee, der vor allem bei Teezeremonien gereicht wird. Doch auch bei uns ist dieser Trend längst angekommen. Zwar wird er oft ohne lange Teezeremonie genossen, doch schätzt man Matcha mehr und mehr. Der hohe Produktionsaufwand erklärt zum einen den etwas höheren Preis, wenn man ihn anderen Tees vergleicht, zeigt aber auch einmal mehr den Perfektionismus und das Streben nach Verbesserung, die hinter der uralten Teetradition Asiens stehen. Beim Kauf des Tees wäre noch besser, Bio-Matcha aus fairer Handlung zu kaufen, dann bleiben auch ungewollte Schadstoffe, wie Pestizide etc. neben den vielen gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen aus. Man muss ja nicht gleich die ganze Philosophie und Lebensweise verinnerlichen, die hinter den Riten und Gebräuchen des Teetrinkens in Japan stehen. Trotzdem kann man positive Impulse erhalten, wenn man einmal über den Rand der eigenen Teetasse blickt und etwas Neues probiert. Zudem ist Matcha-Tee eine vollwertige Alternative zu Kaffee, sowie viel gesünder. Wie so oft haben die Japaner durch ihre bewusste und gesunde Lebensweise einen klaren Vorteil gegenüber uns häufig gestressten Europäern. Tee-Genuss wird in asiatischen Ländern nicht umsonst groß geschrieben und auf Qualität von Tee wird großen Wert gelegt. Wir könnten es auch mal versuchen.

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Bildnachweis: Matcha – © ejstanz – Flickr.com

One thought on “Matcha Tee – Geschichte, Herstellung, Wirkung & Co

  1. Hi, interessanter Artikel. Mehr Infos gibt es auch bei http://www.matcha.de – das ist wohl die umfangreichste Seite zu diesem ganz speziellen Grüntee.

    Viele Grüße
    Florian

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